Neues aus der Reihe: Was schreibe ich, wenn mein Wortschatz nur aus zwei Worten besteht?
Wie es sich zog
Eines Tages, da zog er aus, das Glück zu suchen.
Doch wie er so zog und zog, da zog es sich hin
Er konnt vieles strecken, aber fand keinen Sinn.
So zog er ein in das erste Gasthaus, das er konnt finden.
Was dort ne Ecke zierte, ließ ihn glatt erblinden:
Das Mädchen dort, das fand er ganz vorzüglich
Und deshalb sagte er zu sich: „Die belüg‘ ich.“
Sprach zu ihr, er sei Zugvater und Ziehfahrer
Oder andersherum – doch nichts sei wahrer!
Doch als er schon dabei war, sich auszuziehn,
Fragte sie: „Sagst es nur, um mich aufzuziehn?“
Da sprach er, er sei – meinte es ganz ungelogen –
Schon recht ungezogen und wär auch eingezogen
Und er zeigte den Finger erst auf sich, dann auf sie.
Ihr zog’s sich da zusammen und so verzieh sie ihm nie.
So blieb ihm nichts, als sich unverzüglich zu verziehen.
Er dachte, hätte das große Los gezogen, begann zu fluchen,
Aber ach, hatte er das Glück doch nur geliehen.
