Da stelle ich beim Blättern in meinem Notizheftchen zwei Dinge fest: 1.: Es ist schon fast voll; zum Glück liegt das nächste schon bereit. 2.: Einige Dinge darin sind untergegangen, gerade wenn ich sie schnell unterwegs geschrieben habe. So auch das hier, das ich dabei wieder entdeckt habe.
bitter
Es ist Bitterkeit
die bleibt.
wenn wir uns aus dem Wege
gehen.
wir uns nicht in die Augen
schauen.
uns nichts zu sagen
haben.
Es ist Bitterkeit
die bleibt.
wenn die Zeit der Schönheit
vorbei.
und nicht mehr zählt,
was war.
nicht mehr zueinander
lächeln
nur beschimpfen, dann
war’s das.
Es ist Bitterkeit,
und sie bleibt.
Es tut mir leid.
die bleibt.
wenn wir uns aus dem Wege
gehen.
wir uns nicht in die Augen
schauen.
uns nichts zu sagen
haben.
Es ist Bitterkeit
die bleibt.
wenn die Zeit der Schönheit
vorbei.
und nicht mehr zählt,
was war.
wir nicht mehr zueinander
lächeln
nur noch beschimpfen, dann
war’s das.
Wenn Verständnis trifft
auf Hass
dann ist es Bitterkeit.
Und sie bleibt.
Es tut mir leid.

hm, das deucht mir jetzt recht pubertär. oder hab ich was übersehen? ist das ironisch? auch vom stil her ist das irgendwie … jung/unreif. ich erinnere mich an ähnlich texte, die ich so mit 16, 17 geschrieben hab. *nixpeil*
naja, ich sag doch, dass das weiter vorne in meinem Notizheft stand, wenn auch nicht ganz so weit vorne ;) Aber prinzipiell sind diese Gefühle ganz und gar nicht auf die Pubertät begrenzt, ähnliches konnte ich in letzter Zeit bei verschiedenen Leuten in unterschiedlichem Alter beobachten. Bitterkeit kann eben immer auftreten und es gibt keine Altersgrenze, nach der man davor gefeit wäre.
Nee, das ist schon klar, daß man auch (und gerade?) in unserem, äh, hohen Alter verbittert werden/sein kann bzw. einem so einiges das Leben bitter machen kann. Mir kommt der Umgang mit dem Thema in explizit diesem Gedicht aber eben so, hm, etwas weltschmerzmäßig vor, daher die Pubertäts-Assoziation (was ja an sich nicht schlecht sein muß, ich weiß noch, was ich alles in jener Zeit so fabriziert hab, das hat [mir] geholfen, aber so im Nachinein betrachtet… isses eben dann doch oft recht dramaesk, Herzschmerzlyrik, die aber bei Lesern im entsprechenden Alter wiederum sehr gut ankommt, wie ich feststellen durfte… Komisches Ding, Menschen.). Ich kann mich gerade nur so doof ausdrücken, aber verstehste trotzdem ungefähr, was ich meinen könnte? :)
Oh, dann ist das Ganze ja nur ne Zielgruppenfrage — werd ich halt das ganze Tokio-Hotel-Klientel abgreifen (oder was die Kleinen inzwischen so hören). Naja, außerdem kann man doch mal dick auftragen, oder? Sonst wär’s ja: ‚Es ist Bitterkeit, die bleibt / Aber nicht immer / Und auch nicht so doll / Wichtigeres gibt’s auch‘ Voll langweilig. Aber ich hab trotzdem noch ein Detail verändert, vielleicht macht das ja was aus?