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	<title>Story°Teller &#187; Artikel</title>
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	<description>Ein Lyrisches Ich tischt auf</description>
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		<title>Ideologie und Wissenschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 22:15:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und hier ist er: Mein erster Artikel für die HUMBOLDT, die offizielle Zeitung der Humboldt-Universität. Vortrag gelesen, Interview geführt, Artikel geschrieben und schon war nach etwa zwei Stunden alles im Kasten über die Anfänge der Uni in der DDR. So geht’s manchmal… Die HUMBOLDT gibt es an jedem gutsortierten Zeitungsständer an der HU und hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und hier ist er: Mein erster Artikel für die HUMBOLDT, die offizielle Zeitung der Humboldt-Universität. Vortrag gelesen, Interview geführt, Artikel geschrieben und schon war nach etwa zwei Stunden alles im Kasten über die Anfänge der Uni in der DDR. So geht’s manchmal…</p>
<p>Die HUMBOLDT gibt es an jedem gutsortierten Zeitungsständer an der HU und <a href="http://www.hu-berlin.de/pr/publikationen/humboldt/201006/geschichte/ideologie-und-wissenschaft" target="_blank">hier gibt es den Artikel online</a>.</p>
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Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2010/ideologie-und-wissenschaft/">http://storyteller.adwebture.de/2010/ideologie-und-wissenschaft/</a><br />
Copyright &copy; 1993 - 2010 <a href="http://storyteller.adwebture.de/"> http://storyteller.adwebture.de</a><br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> 2e1b6df8b1ac884a095158ddfdcc8ed3)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Neu-68er</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 01:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ja durchaus abstrus, für eine Studierendenzeitung im Jahr 2009 eine Rezension für die Beatles und für Star Trek zu schreiben. Und das noch auf einer ganzen Seite, wo sonst kleinere Texte üblich sind. Was soll’s, mich freut das natürlich. Warum die Schlussredaktion aber eine möglichst langweilige Überschrift gewählt hat, ist mir nicht so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ja durchaus abstrus, für eine Studierendenzeitung im Jahr 2009 eine Rezension für die Beatles und für Star Trek zu schreiben. Und das noch auf einer ganzen Seite, wo sonst kleinere Texte üblich sind. Was soll’s, mich freut das natürlich. Warum die Schlussredaktion aber eine möglichst <a title="Artikel auf unauf.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/4281/9/" target="_blank">langweilige Überschrift gewählt hat</a>, ist mir nicht so ganz klar…</p>
<p> <div class="toggle">
<p>20 Jahre in die Vergangenheit schauen kann jeder. Wir blicken gleich über 40 Jahre zurück!</p>
<h3>Neu-68er</h3>
<p>Wer käme auf die Idee, die Mona Lisa im Louvre durch Bildbearbeitung aufzupeppen und gegen das Original auszutauschen? Zum Glück niemand. Doch bei zwei popkulturellen Größen der Sechziger Jahre &#8211; den Beatles und den frühen Star-Trek-Folgen, wird jetzt genau das getan: Das Original wird verbessert oder ersetzt, auf neudeutsch: remastered. Mit diesem Prädikat schmückt sich die neue Auflage der Beatles-Alben und auch die erste Star-Trek-Serie gibt es nun in neuem Gewand auf DVD.</p>
<p>Im Fall der Beatles stellt es sich als ein längst überfälliges Vorgehen heraus: Die bislang erhältlichen CDs wurden 1987 mit dem damaligen Stand der Technik von Bändern schlechterer Qualität kopiert. Bei den neuen Scheiben wurde dagegen wie bei einer Restauration vorgegangen und die Arbeit hört man den Aufnahmen an: Vier Jahre arbeiteten der Toningenieur Allan Rouse und ein sechsköpfiges Team an den dreizehn Alben und den Singles, die nicht auf den regulären Alben erschienen sind. Sie digitalisierten die Analogbänder, bearbeiteten Produktionsfehler, hoben die Lautstärke an und bearbeiteten die Frequenzen, bis die neuen CDs wie die alten Schallplatten klangen.</p>
<p>Bei der Neuauflage handelt es sich also nicht um einen Remix, sondern um die Originale, die gewissermaßen von einer Staubschicht befreit wurden: Im Vergleich zu den alten CDs lassen sich&#160; feinere Klänge unterschieden, die Bässe klingen besser, die Höhen höher. Wer noch die Klänge der bisherigen Auflage in den Ohren hat, wird überrascht sein von der Klangvielfalt, die sich nun auftut: Plötzlich hört man Basslinien, wo vorher nur ein dumpfes Geräusch war. Was auf „Lucy In The Sky With Diamonds“ wie ein Gesangsecho klang, stellt sich&#160; als raffiniertes Gitarrenspiel heraus und die Leadgitarre bei „Come Together“ beißt sich geradezu in die Gehörgänge. Wie detailreich ausgearbeitet die Arrangements der Fab Four waren, das lässt sich also nun deutlicher heraushören. Und auch, wie handwerklich die Musik war – mehr als deutlich ist bei „A Day in The Life“ ein quietschender Stuhl zu hören.</p>
<p>Wie in den Sechzigern klingt das aber nicht wirklich: Da hörte man in der Regel noch Mono auf Lautsprechern, die heutzutage von jedem Küchenradio übertönt werden. Mono, das heißt für unsere Surround-umschmeichelten Ohren: Aus allen Boxen kommt die gleiche Abmischung. Da sich damals die Stereo-Technik noch durchsetzen musste, wurden fast alle Alben in Mono und Stereo abgemischt. Was banal klingt, sorgte für hörbare Unterschiede: „She&#8217;s Leaving Home“ ist als Mono-Version deutlich schneller und in der Regel sind in den Stereo-Fassungen die Instrumente recht eigenwillig verteilt: Links Gesang und Schlagzeug, rechts alles übrige. Kein Wunder, dass den Beatles die Mono-Versionen wichtiger waren und Stereo-Abmischungen als Nebenprodukt ansahen. Ganz dem Zeitgeist entsprechend gibt es jetzt aber nur noch die Stereo-Fassungen einzeln im Handel, für die komplette Mono-Box muss man mehr als 200 Euro auf den Tisch legen. In gewisser Hinsicht ist die Musik der Beatles Opfer neuer Hörgewohnheiten: Wer sie unterwegs auf Ohrhörern abspielt, dürfte kaum einen Unterschied zu den alten CDs wahrnehmen. Schön sind die Alben trotzdem – schließlich ist die Gestaltung der Verpackung und der Booklets mit dem Original-Artwork der LPs äußerst liebevoll geraten.</p>
<p>Star Trek wird immer wieder in neuen Verpackungen auf den Markt geworfen, nun ist wieder eine neue Version der alten Serie herausgekommen. Diesmal wurde das Bild aufgefrischt und die Uniformen von Kirk und Spock leuchten jetzt so, wie es nicht einmal auf den Fernsehbildschirmen der Flower-Power-Zeit zu sehen war. Man beließ es allerdings nicht beim schnöden Entfernen von Staub und Kratzern: Sämtliche Spezial-Effekte wurden durch digitale Neuschöpfungen ersetzt. So fliegt die Enterprise nun nicht mehr als unscharfes Modell in putzigen Trickaufnahmen, sondern stakst durch Animationen wie in einem drittklassigen Computerspiel. Schlimmer noch: Die neuen Weltraum-Aufnahmen haben einige nette Einfälle und Lichteffekte, doch fehlt ihnen der Charme von Spielszenen, in denen Captain Kirk im aufgerissenen Hemd schlecht geschminkte Klingonen verprügelt. Die Folgen wirken dadurch nicht mehr wie aus einem Guss. Am überzeugendsten sind die Überarbeitungen dort, wo sie nicht sofort auffallen: Wo Phaserstrahlen fehlten, wurden sie eingesetzt und grandios ist der Blick auf Spocks Heimatwelt in der Folge „Pon Farr“. Hübsch ist das schon, aber Restauration ist das sicherlich nicht. Empfehlenswert ist deshalb die Blu-ray-Ausgabe, denn hier kann man ständig zwischen alten und neuen Effekten umschalten.</p>
<p>Auch beim Ton wurde einiges getan: Die Titelmusik wurde völlig neu eingespielt und der Originalton ist in 5.1 Surround zu hören. Der deutsche Ton bietet zwar nur einen einzigen Kanal, dafür wechseln munter die Stimmen: Da in der deutschen Übersetzung einige Szenen unsinnig und andere gar nicht synchronisiert worden waren, sind an diesen Stellen andere Sprecher zu hören.</p>
<p>Am Ende geht es darum, Pilzköpfe und unendliche Weiten an eine neue Generation von Konsumierenden zu verkaufen. Dabei wurden die Produkte auf eine Perfektion getrimmt, die sie niemals besaßen. Die swinging sixties in Reinform möchte man heute wohl niemandem mehr zumuten. Fest steht: Die Sechziger wie wir sie kennen, sind seit diesem Jahr Geschichte und höchstens noch ein Fall fürs Museum.</p>
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Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2009/neu-68er/">http://storyteller.adwebture.de/2009/neu-68er/</a><br />
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		<title>Im Zugzwang</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 23:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[unauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Monatelanges Chaos bei der Berliner S-Bahn. Das fiel zu einem Großteil in die Zeit der Semesterferien, in der keine UnAufgefordert erscheint. Für die Oktober-Ausgabe gab es dann einen Artikel von mir. In letzter Minute recherchiert und geschrieben, versteht sich. Die Fassung, die sich in der Ausgabe findet, unterscheidet sich allerdings deutlich von dem, was ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Monatelanges Chaos bei der Berliner S-Bahn. Das fiel zu einem Großteil in die Zeit der Semesterferien, in der keine UnAufgefordert erscheint. Für die Oktober-Ausgabe gab es dann einen Artikel von mir. In letzter Minute recherchiert und geschrieben, versteht sich. <a title="Artikel auf unauf.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/4121/6/" target="_blank">Die Fassung, die sich in der Ausgabe findet</a>, unterscheidet sich allerdings deutlich von dem, was ich geschrieben hatte: Ich hatte den Schwerpunkt auf den Umgang der Bahn mit den Studierenden gelegt, die Schlussredaktion stellte in den Vordergrund, wie man an die Rückzahlungen kommen kann. Hier gibt’s natürlich meine Version.</p>
<p> <div class="toggle"><br />
<h3>Im Zugzwang</h3>
<p>„Entschuldigen kann man das nicht, das ist eine Sauerei, was die machen.“ Jana* ist wütend: Seit Juli fahren die Berliner S-Bahnen aufgrund von Sicherheitsmängeln nur noch stark eingeschränkt. Da Jana Mathematik und Philosophie an der Humboldt-Universität (HU) studiert, muss sie zwischen Mitte und Adlershof pendeln. Seit dem Beginn des S-Bahn-Chaos im Juli ist das nicht mehr so einfach: „Früher habe ich von Ostbahnhof bis Adlershof dreißig Minuten gebraucht, jetzt ist es eine Stunde.“ Sie muss nun mehrfach umsteigen, in vollen U-Bahnen und Bussen fahren. Im Juli hat sie von den Entschädigungszahlungen an Reisende mit Abokarten gehört und musste feststellen: Studierende sollen nicht entschädigt werden. Sie schrieb an die S-Bahn und bekam als Antwort, dass es nicht möglich sei, die Zahlung für das Semesterticket auszusetzen.</p>
<p>Auch der Berliner Fahrgastverband (IGEB) kritisierte, wie mit den Studierende umgegangen wurde: Die Bahn würde die Studierenden als „Stammkunden zweiter Klasse“ diskriminieren. Denn als die S-Bahnen ausfielen, war Prüfungszeit und einige Studierende mussten mit Taxis zu ihren Prüfungen fahren und kamen trotzdem zu spät. „Da war es besonders pervers, dass die Studierenden nicht in die Entschädigungen miteinbezogen worden waren“, so Christfried Tschepe, Vorsitzender des IGEB.</p>
<p>Der RefRat der HU und die Asten der anderen Berliner Hochschulen forderten im September gemeinsam den Erlass eines Monatsbeitrags. Dies verlangten sie auch für das Sozialticket und das Mobilitätsticket, deren Inhaber ebenfalls nicht entschädigt werden sollten. Ende September gab die S-Bahn schließlich bekannt, dass sie den Forderungen nachkomme: Studierende der Universitäten in Berlin, Potsdam und Wildau fahren nun im Dezember kostenlos, Sozial- und Mobilitätstickets ebenfalls. „Das ist ein wichtiges Signal“, meint Tschepe.</p>
<p>„Wir wissen, dass wir etwas falsch gemacht haben“, sagt Ingo Priegnitz, Pressesprecher der S-Bahn. Die Zahlungen könnten auch keine Entschädigung für die Zugausfalle der vergangenen Monate&#160; sein, er bezeichnet sie als „Geste der Entschuldigung“. Damit will die Bahn zeigen, dass sie die Entschuldigung ernst meint. Rund 26 Euro bekommen die Studierenden der HU nun beim nächsten Beitrag zum Semesterticket gutgeschrieben, das entspricht einem Sechstel des aktuellen Ticketpreises von 158,50 Euro. „Wir sind aber nicht nur am Geld interessiert, sondern wollen vor allem, dass bei der S-Bahn alles funktioniert“, betont Tobias Florek vom ReferentInnenrat der HU. Den Freimonat sieht er deshalb nur als ersten Schritt.</p>
<p>Derzeit erwartet Christfried Tschepe für das beginnende Wintersemester an mehreren Uni-Standorten Probleme: Am S-Bahnhof Griebnitzsee, wo sich Campus der Universität Potsdam und der Filmhochschule Babelsberg befinden, am Tiergarten, der von Studierenden der Technischen Universität genutzt wird und an den HU-Standorten Friedrichstraße, Hackescher Markt und Adlershof. Der naturwissenschaftliche Campus der HU ist besonders betroffen – die Linien S8 und S85 sind weiterhin gestrichen, die S9 und S46 fahren nur im 20-Minuten-Takt. Auch S-Bahn-Sprecher Priegnitz erwartet volle Züge bei über 6.000 Studierenden und 1.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und rät, auf die Angebote der BVG umzusteigen. „Wir können keine Züge backen“, sagt er und weist darauf hin, dass nur Züge eingesetzt werden, die sicher sind: „Wir müssen das gemeinsam durchstehen.“</p>
<p>Inzwischen hat Jana genug: Sie steht morgens eine Stunde früher auf, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Sie muss jetzt deutlich längere Strecken zu Fuß zurücklegen, denn Fahrräder dürfen nicht mehr mitgenommen werden: „Ich habe miterlebt, wie Leute deswegen aus den Zügen geworfen worden sind.“ Und sie erwartet, dass in diesem Semester viele zu spät kommen werden, weil nicht genug Platz in den Zügen ist. Das alles schränkt ihr Leben ein und deswegen fordert sie anteilig die Beiträge für die Monate zurück, in denen die S-Bahnen nicht so gefahren sind, wie sie es erwartet hat. Bis jetzt hat sie keine Antwort bekommen und lässt es auf eine Schadensersatzklage ankommen. Denn: „Warum soll ich mich mit 25 Euro zufrieden geben, wenn ich das Doppelte bekommen kann?“ </p>
<p>* Auf Wunsch der Betroffenen ist der Name anonymisiert. </p>
<p>&#160;</p>
<h4>Pfeif auf die S-Bahn – entdecke Berlin!</h4>
<p>Nach Adlershof kommt man auch ohne S-Bahnen: Man kann mit der U7 bis Rudow fahren und von dort den Bus 260 nehmen. Sehr schön ist auch die Fahrt mit den Straßenbahnlinien 60 und 61 durch die Altstadt Köpenick. Wie bei den Standorten im Stadtzentrum gibt es verschiedene Fahrmöglichkeiten ohne S-Bahn. Den eigenen besten Fahrweg kann man auf www.bvg.de finden, bei den erweiterten Einstellungen muss dafür das Häkchen bei der S-Bahn entfernt werden. Die verrücktesten Reiseberichte prämiert die UnAufgefordert mit einer Freifahrt im Dezember.</p>
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Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2009/im-zugzwang/">http://storyteller.adwebture.de/2009/im-zugzwang/</a><br />
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		<title>Die Stadt der tr&#228;umenden B&#252;cher</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 15:49:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[unauf]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[OK, die Überschrift ist geklaut (wenn auch bei einem großartigen Buch). Sonst ist es ein reiner Service-Text für die UnAufgefordert, der dann gekürzt werden musste. Ach ja, dieser Platzmangel auf gedrucktem Papier… Außerdem stelle ich erstaunliche Ähnlichkeit zu einem fest. Mh. Passiert. Die Stadt der träumenden Bücher Am 8. Juni hat die Zentralbibliothek (ZUB) der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>OK, die Überschrift ist geklaut (wenn auch bei einem großartigen Buch). Sonst ist es ein reiner Service-Text für die UnAufgefordert, der dann <a href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/3191/7/" target="_blank">gekürzt werden musste</a>. Ach ja, dieser Platzmangel auf gedrucktem Papier…</p>
<p>Außerdem stelle ich erstaunliche Ähnlichkeit zu einem <a href="http://storyteller.adwebture.de/2005/die_totale_ruhe/" title="Die totale Ruhe">unveröffentlichten UnAuf-Text von mir</a> fest. Mh. Passiert.</p>
<p> <div class="toggle"><br />
<h3>Die Stadt der träumenden Bücher</h3>
<p>Am 8. Juni hat die Zentralbibliothek (ZUB) der Humboldt-Universität (HU) ihre Pforten geschlossen. Am 12. Oktober wird sie im Jacob- und Wilhelm-Grimm-Zentrum an der Geschwister-Scholl-Straße ihren neuen Standort öffnen. Bis dahin werden die Buchbestände der ZUB und vieler Zweigbibliotheken nicht zugänglich sein. Doch bücherhungrige Studierende müssen nicht der Panik verfallen – hier gibt es einen Überblick der verschiedenen Alternativen. Denn Bücher gibt es genug in Berlin. Man muss nur wissen wo.</p>
<h5>Bibliotheken an der HU</h5>
<p>Während die Zentralbibliothek seit Anfang Juni geschlossen ist, werden die Zweig- und Teilbibliotheken schrittweise ab Mitte Juli geschlossen. Welche Bibliotheken das wann betreffen wird, ist unter www.ub.hu-berlin.de/aktuell/#Umzuege aufgeführt. Die Bibliotheken für Jura, Theologie, Naturwissenschaften und Germanistik-/Skandinavistik werden übrigens an ihren Standorten bleiben – Grund genug, das eigene Referats- oder Hausarbeitsthema entsprechend des Angebots zu ändern.    <br /><strong>Vorteile:</strong> Nichts liegt näher als die Bibliothek des eigenen Instituts! Die passenden Bücher stehen meist schon geordnet beieinander.     <br /><strong>Nachteile:</strong> Der chronische Platzmangel wird sich in den kommenden Wochen nicht unbedingt verbessern. Und ausleihen darf man höchstens übers Wochenende.</p>
<h5>Andere Unis</h5>
<p>&#8230;haben auch schöne Bücher. Während die Freie Universität (FU) auf Teilbibliotheken setzt, betreiben die Technische Universität (TU) und die Universität der Künste (UdK) eine gemeinsame Zentralbibliothek. Ganz egal, ob man nach Dahlem oder an den Zoo will: Einen Ausweis bekommt man an beiden Unis kostenlos und das Angebot lässt auch kaum Wünsche offen. Die Online-Kataloge gibt es unter www.ub.fu-berlin.de und www.ub.tu-berlin.de.    <br /><strong>Vorteile:</strong> Wissenschaftliche Literatur mit allen Vorteilen ohne zusätzliche Kosten, was will man mehr? Hinzu kommen luxuriöse Öffnungszeiten bis teilweise 22 Uhr.     <br /><strong>Nachteile:</strong> Die TU-Bibliothek ist in den Hauptzeiten nicht nur hoffnungslos überfüllt, sondern auch eine akustische Fehlleistung. Und während die FU gerne mit ihrer philologischen Bibliothek wirbt, muss man sich in ihrer Zentralbibliothek die Bücher in Kelleretagen zusammenklauben.</p>
<h5>Öffentliche Bibliotheken Berlins</h5>
<p>Zum Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins zählen die Stadtteilbibliotheken, die Amerika-Gedenkbibliothek, die Stadtbibliothek und die Senatsbibliothek. Das breite Angebot lässt sich online unter www.voebb.de recherchieren. Ein Ausweis für ein Jahr kostet 5 Euro. Damit kann man auf den gesamten Bestand zugreifen, zu dem neben Büchern und Zeitschriften auch Hörbücher, DVDs und einiges mehr gehört.    <br /><strong>Vorteile:</strong> Mit etwas Glück kann man hier alles finden und kann nebenbei Berlin entdecken, da die Bestände weit über die Stadt verteilt sind. Kleiner Tipp: Die Leseplätze in Marzahn sind immer frei und wissenschaftliche Literatur ist dort selten ausgeliehen.     <br /><strong>Nachteile:</strong> Teilweise kollidieren die Öffnungszeiten mit den eigenen Seminarzeiten und wahre Konzentration mag in Neuköllner Bibliotheken nach Schulschluss auch nicht aufkommen. </p>
<h5>Staatsbibliothek</h5>
<p>Die transparenten Tragetaschen sind inzwischen zu einem Statussymbol geworden: Wer in der Staatsbibliothek liest, zeigt es auch gerne.    <br />Vorteile: Ein umfassendes Angebot. Und zentraler als Potsdamer Platz geht nicht.     <br />Nachteile: 25 Euro im Jahr kostet der Spaß – ein Blick aufs Konto oder in die günstigeren Alternativen bietet sich an.     <br />Bei Dozierenden betteln     <br />Oft haben Dozentinnen und Dozenten sämtliche relevante Literatur zu ihrem Seminar im Regalen stehen. Da bietet es sich geradezu an, nach ihrer Unterstützung zu fragen.     <br /><strong>Vorteile:</strong> Seminarleiterinnen und -leiter finden es total toll, wenn sich die Studierenden um Bücher kümmern.     <br /><strong>Nachteile:</strong> Seminarleiterinnen und -leiter finden es nicht toll, wenn die Studierenden ihre Spuren auf den Büchern hinterlassen.</p>
<h5>Digitales Lesen</h5>
<p>Im Netz gibt es einige Möglichkeiten, an seriöse Literatur zu kommen. So gibt es in den Moodle-Kursen der HU teilweise komplette Reader im PDF-Format. Die HU hat Verträge mit Verlagen geschlossen, durch die sich Bücher von einem HU-Rechner aus herunterladen lassen. Das funktioniert auch von zuhause aus: Unter ssl.cms.hu-berlin.de anmelden und den Online-Katalog durchsuchen. Taucht unter den Ergebnissen „Volltext“ auf, führt der Link zur PDF-Datei. Unter books.google.de lassen sich tausende Bücher durchsuchen, von denen sich viele in Auszügen, einige sogar im Volltext lesen lassen. Unter scholar.google.de bietet der Anbieter zudem eine wissenschaftlich orientierte Suchmaschine. Auf ihren Homepages stellen einige Autorinnen und Autoren sogar Aufsätze oder Auszüge aus ihren Werken bereit.    <br /><strong>Vorteile:</strong> Suchen lohnt sich!     <br /><strong>Nachteile:</strong> Lesen am Bildschirm macht dumm und führt zu Copy&amp;Paste.</p>
<h5>Letzte Strohhalme</h5>
<p>Wenn alles nichts bringt, dann gibt es noch ein paar Möglichkeiten. So bietet www.kobv.de eine Suche an, die mehrere berlin- und deutschlandweite Bestände durchforstet. Weiterhin bietet sich Fernleihe an, bei der sich nach wochenlangem Warten herausstellen kann, dass das Buch doch nicht so wichtig ist. Außerdem haben verschiedene Studentenverbindungen eigene kleine Bibliotheken aufgebaut – Vorsicht sei aber geboten, wenn die Weltanschauungen nicht kompatibel sind! Und wer gar nicht weiter weiß, kann einfach das Buch kaufen. Oder ein Urlaubssemester einlegen.</p>
<hr /><small>
Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2009/die-stadt-der-trumenden-bcher/">http://storyteller.adwebture.de/2009/die-stadt-der-trumenden-bcher/</a><br />
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		<title>Kinokabaret: Wo kleine Filme ganz groß sind</title>
		<link>http://storyteller.adwebture.de/2009/kinokabaret-wo-kleine-filme-ganz-gros-sind/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 13:54:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[unauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine Rezension für die UnAufgefordert. Oder fürs Kinokabaret. Na, wieauchimmer&#8230; Kinokabaret: Wo kleine Filme ganz groß sind Wenn in jedem Haushalt eine Leinwand mit Beamer steht, wer will da noch ins Kino? Dorthin, wo alle großen Menschen vorne sitzen, ihr teures Popcorn an die Sitzbezüge kleben und ständig dazwischen quatschen und an unmöglichen Stellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine kleine Rezension für die UnAufgefordert. Oder fürs Kinokabaret. Na, wieauchimmer&#8230;</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Kinokabaret: Wo kleine Filme ganz groß sind</h3>
<p>Wenn in jedem Haushalt eine Leinwand mit Beamer steht, wer will da noch ins Kino? Dorthin, wo alle großen Menschen vorne sitzen, ihr teures Popcorn an die Sitzbezüge kleben und ständig dazwischen quatschen und an unmöglichen Stellen lachen? Dass Kino doch noch ein tolles Erlebnis ist, zeigen die Macherinnen und Macher von Kinokabaret.</p>
<p>Kinokabaret gibt es seit einigen Jahren in Berlin und wird von der Gruppe KinoBerlino organisiert. Internationale Amateure und Profis produzieren Kurzfilme innerhalb von 48 Stunden und präsentieren sie gemeinsam im Kino. Die Filme von 2008 gibt es nun in einer Box mit drei DVDs. Über 50 Kurzfilme sind es insgesamt, der kürzeste Beitrag ist 22 Sekunden lang, die längsten dauern 10 Minuten. Die „Kinos“, wie sie von ihren Machern genannt werden, schwanken dabei handwerklich zwischen stimmungsvoller Hollywood-Optik und wackelnden Bildern in dunklen Gassen. Doch überall zeigt sich eine Kreativität, die verschiedene kinematographische Möglichkeiten austestet: Stop Motion mit Playmobil-Figuren, Handys oder echten Menschen, Film Noir oder Computerspiel, Stummfilm oder Berlinfilm, Märchen und Horrorfilm. Und an eine krude Porno-Heimatfilm-Allegorie hat man sich auch gewagt. Die Pointen fallen bisweilen seltsam aus und der Sinn von manchem Kurzfilm kann noch diskutiert werden, wenn schon der nächste Beitrag läuft. Die DVD eignet sich also auch zum gemeinsamen Anschauen. Mit Beamer, Leinwand und Popcorn geht’s am besten.</p>
<hr /><small>
Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2009/kinokabaret-wo-kleine-filme-ganz-gros-sind/">http://storyteller.adwebture.de/2009/kinokabaret-wo-kleine-filme-ganz-gros-sind/</a><br />
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		<title>DDR-Erinnerungsorte</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 23:16:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Titelthema der UnAufgefordert April 2009 lautete &#8220;DDR&#8221; und Constanze und ich sammelten einige Erinnerungen an verschiedene Berliner Museen. Hier sind meine Beiträge, die veröffentlichte Fassung gibt es auf den UnAuf-Seiten. Dort fehlt leider der letzte Absatz zum Stasimuseum, der dann doch nicht so unwichtig ist, wie ich finde. Aber es ging ja um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Titelthema der UnAufgefordert April 2009 lautete &#8220;DDR&#8221; und Constanze und ich sammelten einige Erinnerungen an verschiedene Berliner Museen. Hier sind meine Beiträge, die <a title="unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/2929/9/" target="_blank">veröffentlichte Fassung gibt es auf den UnAuf-Seiten</a>. Dort fehlt leider der letzte Absatz zum Stasimuseum, der dann doch nicht so unwichtig ist, wie ich finde. Aber es ging ja um die DDR, ich weiß&#8230;</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>DDR-Erinnerungsorte</h3>
<h4>DDR-Museum</h4>
<p>Herzlich willkommen in der lustigen Welt des Arbeiter- und Bauernstaates! Wer Puppenstuben mag, der wird das DDR-Museum lieben, denn hier wurde alles getan, um das Alltagsleben im sozialistischen Deutschland detailliert zu dekorieren: So wurde ein angeblich typisches Wohnzimmer mitsamt Büchern und Fernsehprogramm nachgebaut, am Eingang steht ein Trabant und an der Wand hängt ein Honecker-Bild. In allerlei Schubkästen liegen verschiedene Fundstücke und staunend stehen die Menschen davor wie die Ost-Bevölkerung vor den West-Schaufenstern: So war das also, in der DDR.</p>
<p>Kann das funktionieren? Lassen sich Land und Leute mit Hilfe von Requisiten in einer filmreifen Inszenierung verstehen? Wohl kam &#8211; die Bundesrepublik würde auch niemand ernsthaft in einer IKEA-Wohnung mit Frauenzeitschriften auf dem Tisch und Peter Alexander im Fernsehen präsentieren: Das machte weder den Alltag der letzten 60 Jahre aus, noch steht es für Demokratie und freie Marktwirtschaft. Die DDR dagegen wird munter als Drollige Deutsche Republik gezeigt, in der die Menschen in albernen Wohnungen hausten und lange auf ihre Autos warten mussten. Für das zwiespältige Wechselspiel zwischen politischer Überwachung und Unterdrückung einerseits und sozialer Sicherung andererseits bleibt da wenig Platz. Wer tatsächlich mehr Wert auf Devotionalien legt, ist da besser in den hippen Läden aufgehoben, die Gegenstände aus Wohnungsauflösungen zu überhöhten Preisen anbieten. Dort wird zwar kein Eintritt verlangt, aber prinzipiell ist das gleiche zu sehen.</p>
<h4>Stasimuseum</h4>
<p>Die nette ältere Dame an der Kasse weist gleich darauf hin, wo der Höhepunkt der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße zu finden ist: In der zweiten Etage befindet sich das Büro von Erich Mielke, von 1957 bis 1989 Minister für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Das ist dann aber doch der eher langweilige Teil der Ausstellung &#8211; es sei denn, man kann holzvertäfelten Büros mit Holzschränken und Holzstühlen mit blauen Stoffbezügen etwas abgewinnen. Beeindruckender ist da, was sonst auf den drei Etagen zu finden ist: Beispiele dafür, mit welcher Beflissenheit an der Überwachung der eigenen Bevölkerung gearbeitet wurde. Infrarotkameras in Trabi-Türen und Knopfloch-Kameras mögen zunächst an James Bond erinnern, zeigen aber, dass die Staatssicherheit eher unterschätzt wurde und wird. Überschätzt hat sie sich dagegen selbst, wie ein anderer Teil der Ausstellung zeigt. Ob auf Medaillen, Wandteppichen oder Biergläsern: Das MfS inszenierte sich gerne als &#8220;Schild und Schwert der Partei&#8221;, verwurstete neben Marx und Lenin noch weitere Identifikationsfiguren und verbaute sich den Blick auf die Realität mit den immer gleichen Phrasen.</p>
<p>Im dritten Teil geht es schließlich um die Opferperspektive, wie der Wunsch nach Freiheit immer wieder bekämpft wurde. Und der muffige Geruch aus den Holzschränken erinnert daran, wie bürokratisch hier und in allen Lebensbereichen observiert, verfolgt und vollstreckt wurde.</p>
<p>Wahrscheinlich ist es nur ein seltsamer Zufall, dass sich nebenan eine Niederlassung der Deutschen Bahn befindet. Das Unternehmen ist seit Anfang des Jahres wegen Bespitzelung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kritik. Irgendwie wirkt da alles weniger museal, und die DDR weniger ehemalig als bisher angenommen.</p>
<hr /><small>
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		<title>E-Mail aus Rom</title>
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		<pubDate>Fri, 02 May 2008 20:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Rubrik &#8220;E-Mail aus&#8230;&#8221; mochte ich in der UnAufgefordert nie so wirklich. Zu oft wird das Exotische, das Andersartige der besuchten Orte herausgestellt, zu oft vor allem die Großartigkeit der eigenen Zivilisation. Warum ich dann trotzdem dafür geschrieben habe? Ich mag es einfach, mein Bild online zu sehen. E-Mail aus Rom Aber es ist eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rubrik &#8220;E-Mail aus&#8230;&#8221; mochte ich in der UnAufgefordert nie so wirklich. Zu oft wird das Exotische, das Andersartige der besuchten Orte herausgestellt, zu oft vor allem die Großartigkeit der eigenen Zivilisation. Warum ich dann trotzdem dafür geschrieben habe? Ich mag es einfach, <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/2679/8/" target="_blank">mein Bild online zu sehen</a>.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>E-Mail aus Rom</h3>
<p>Aber es ist eine Uni-Exkursion! Mit dieser Erklärung hatte ich vor meinem Abflug versucht, den Neid meiner Mitmenschen möglichst gering zu halten, was aber nicht gelang. Immerhin sollte es nach Rom gehen und in Berlin hatten tiefhängende Regenwolken die Stimmung auf einen Tiefpunkt gesenkt. Dagegen zeigte zeigte die „Ewige Stadt“ schon beim Anflug, dass sie  sich offenbar gerne von der Sonne verwöhnen lässt. Strahlender Sonnenschein begleitete uns bei der Fahrt in die Stadt und ein Früchte tragender Orangenbaum empfing uns an unserer Unterkunft. Zu unserem Stockwerk ging es mit einem rustikalen Fahrstuhl aus dem 19. Jahrhundert und nach einigen Versuchen gelang es uns sogar, nicht zwischen zwei Stockwerken stecken zu bleiben. In der obersten Etage entdeckten wir in dem Labyrinth aus Gängen und Räumen schließlich unser Zimmer und ich suchte mir das Doppelstockbett aus, bei dem die scharfkantigen Ösen direkt in mein Gesicht zeigten. Meine zwei Mitbewohner bekamen am Abend sogar getrennte Bettwäsche für ihr Doppelbett.</p>
<p>Mit unseren Dozentinnen im Nacken bleibt uns aber kaum Zeit, unseren Ausflug mit einem Ferienlager zu verwechseln. Ausreichend Zeitdruck sorgt dafür, dass wir den Durchschnitt von Sehenswürdigkeiten pro Stunde auf einem hohen Niveau halten und gleichzeitig unsere Schuhsohlen einem Dauertest unterziehen. Beim Blick auf die Touristengruppen, die per Knopf im Ohr ständig ihren Reiseleitern lauschen, bin ich dann doch glücklich, einer Exkursionsgruppe anzugehören, in der wir bereits vor der Fahrt einen Reader zu unseren Zielen zusammengestellt haben.</p>
<p>Am nächsten Tag ist dann eine Fahrradtour eingeplant und das heißt: Ich kann mit ein paar Freunden die Stadt erkunden und genügend Zeit für die Besichtigung einplanen, während die Fahrradfahrenden den römischen Verkehr provozieren und nur ein paar Minuten Zeit an unseren Treffpunkten halten können. Wir dagegen kommen abends um 19 Uhr ohne Warteschlange in den Petersdom und werden kurz später vom Sicherheitspersonal heraus gebeten, denn auch hier gibt es Öffnungszeiten. Herausgeworfen aus dem Machtzentrum der katholischen Kirche! Dafür hat sich die Exkursion doch tatsächlich gelohnt.</p>
<p>Viele Grüße nach Berlin!</p>
<p>Silvio</p>
<hr /><small>
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		<title>Nur die Harten kommen in den Garten: Marzahn</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Dec 2007 22:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[unauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass ich einmal einen durchaus wohlwollenden Artikel über Marzahn schreiben würde, könnte man wohlwollend als Zeichen meiner Lern- und Toleranzfähigkeit auslegen. Aber im Prinzip hatte ich mich nur der Prämisse des Titelthemas der UnAufgefordert gebeugt. Und so konnte ich mal mit Anna und Bruno reden und gleich einen Text daraus basteln. Wozu hat man denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass ich einmal einen durchaus wohlwollenden Artikel über Marzahn schreiben würde, könnte man wohlwollend als Zeichen meiner Lern- und Toleranzfähigkeit auslegen. Aber im Prinzip hatte ich mich nur der Prämisse des Titelthemas der UnAufgefordert gebeugt. Und so konnte ich mal mit Anna und Bruno reden und gleich einen Text daraus basteln. Wozu hat man denn Freunde? Blöd nur: &#8220;Bitte kein Foto von der Mühle nehmen, das ist überall drin&#8221;, hab ich gesagt. Und? <a class="wmp" title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/2285/5/" target="_blank">Is drin.</a></p>
<p><div class="toggle"></p>
<p><em>Ein grüner Bezirk mit Einfamilienhäusern und gut-bürgerlicher Küche: Marzahn, das Zehlendorf des Ostens</em></p>
<h3>Nur die Harten kommen in den Garten: Marzahn</h3>
<p>[oder poetischer:]</p>
<h3>Wo die Vergangenheit die Zukunft überholt hat</h3>
<p>„Da stehen doch die großen Plattenbauten“, das kommt bei dem Stichwort „Marzahn“ vielen in den Sinn, die den S-Bahn-Ring als Zivilisationsgrenze wahrnehmen und den Bezirk fast an der Grenze zu Polen verorten. Sie denken an anonymes und trostloses Wohnen und Ausblicke auf grauen Beton und Stahl. Wer die Berliner Stadtmagazine liest, weiß dann vielleicht noch, dass irgendwo im Bezirk eine Windmühle steht, eingepfercht von Hochhäusern. Kein Grund also in die zusammengeschlossenen Teilbezirke Marzahn oder Hellersdorf zu gehen, vor allem nicht für Studierende. Das ist das Bild des Bezirkes. Aber wie ist er wirklich?</p>
<p>„Marzahn ist toll!“ findet Anna. Sie kennt Marzahn von Kindheit an, hat hier gelebt und die Schule besucht. Danach begann sie Politikwissenschaft an der Freien Universität (FU) zu studieren und zog nach Friedrichshain. Marzahn besucht sie weiterhin, oft geht es in die linken Jugendclubs. „Die sind aber häufig dem Sparwahn des Senats zum Opfer gefallen“, beklagt sie. So gibt es nicht mehr den „Renner“, aber in der „Klinke“ kann man sie durchaus antreffen. Ihrem Freund Bruno – beide kennen sich schon seit Schulzeiten –, ist aufgefallen: „wenn hier Bands spielen, die man seit Jugendzeiten kennt, dann ist immer halb Marzahn anzutreffen, auch wenn sie inzwischen in Prenzlauer Berg oder Friedrichshain wohnen.“ Auf der Bühne stehen dann etwa Bands mit deutlich gelichtetem und ergrautem Haar, die dann „FDGB O(b)stbeat“ oder „Kolporteure“ heißen und ironisch Rockmusik alter Schule spielt. Es kann aber auch eine Schulband auftreten, die rockig-trotzig Musik spielt oder das Musikverständnis der Zuhörenden auf die Probe stellt.</p>
<p>Konzerte gibt es auch im Freizeitforum Marzahn, daneben hat es auch Lesungen, eine Schwimmhalle, Bowlingbahnen, Sportkurse und die Stadtteilbibliothek im Angebot. Dort hat Anna mehrfach Bücher gefunden, die es an der Uni-Bibliothek nicht gibt oder dort ausgeliehen waren: „Ich habe mindestens zwei Hausaufgaben damit gerettet.“ Das kulturelle Angebot in der „Erlebniswelt für Jung und Alt“ bezieht nicht unbedingt studentische Interessen mit ein: Fips Asmussen tritt regelmäßig auf und Frau Puppendoktor Pille aus dem DDR-Fernsehen ist im Dezember zu Gast.</p>
<p>Mit dem „Sojus“ hat zwar das günstigste Kino geschlossen, aber der Doppelbezirk hat mit „Kino Kiste“ noch ein kinematisches Kleinod zu bieten. Seit Jahren wird hier „Blutige Erdbeeren“, ein Streifen über die Studierendenrevolte 1968 gezeigt: jeden Samstag um 23:10 Uhr. Auch andere Kultfilme finden hier ihre Nische und für einen im Bezirk spielenden Film wie „Du bist nicht allein“ gibt es wahrscheinlich kaum ein passendes Ambiente. Daneben stehen hier Konzerte, Partys und Seniorenbrunchs auf dem Programm.</p>
<p><strong>Grün hinter den Ohren</strong></p>
<p>Für den Sommer empfiehlt Anna die Open-Air-Konzerte und Filmvorführungen im Schlosspark Biesdorf. Verschiedene Musikrichtungen und Zielgruppen tummeln sich dort: Punker sind genauso wie Gerhard Schöne anzutreffen und auch die Ost-Rocker von Renft traten auf. „Rock im Grünen“ ist der Name einer Jugendveranstaltung, die früher von einer katholischen Jugendgruppe veranstaltet worden ist und die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Inzwischen steht hinter den Aktivitäten ein Verein, womit laut Anna der religiöse Hintergrund verschleiert werden soll. Für sie gilt immer noch: „Wenn Christen rocken, dann brennt der Wald“. Aber egal, wer für abendliche Unterhaltung im Park gesorgt hat: Danach kann man zur Aufbesserung des eigenen Budgets die Plastikflaschen einsammeln, die von den Besucherinnen und Besuchern hinterlassen werden – ein durchaus einträgliches Geschäft, wie Anna und Bruno bestätigen.</p>
<p>Das Marzahner Platten-Image bringt es mit sich, dass man vor lauter Hochhäusern den Wald nicht sieht: Mit seinen 15 Prozent Grün- und Freiflächen steht der Bezirk Marzahn-Hellersdorf an dritter Stelle in Berlin. Anna betont: „Die Feinstaubbelastung ist deutlich geringer als in Mitte oder Friedrichshain“ und atmet zum Beweis tief ein. Auch Kommilitonen von Bruno fanden Gefallen an der Umgebung: „Die waren total begeistert“, denn ihr Referat konnten sie im Grünen vorbereiten. Besonders blütenreich wird es im Frühling im Erholungspark Marzahn, der mit den „Gärten der Welt“ bekannt geworden ist. In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ländern sind thematische Anlagen und sogar ein Gewächshaus entstanden. Für den Chinesischen Garten wurden etwa Steine und Gebäudeteile aus China angeliefert und von chinesischen Fachkräften aufgebaut. Neben den asiatischen Gärten gibt es seit diesem Jahr einen Irrgarten und ein Labyrinth, die nach englischen Vorbildern errichtet worden sind. Eine Kreuzberger Freundin von Anna hat sich für den nächsten Sommer vorgenommen, den Erholungspark mit ihrem Kleinkind zu besuchen, um „Natur ohne Spritzen zu erleben.“</p>
<p>Der Stadtteil lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden. Geradezu ideal ist dafür das Wuhletal, das von Köpenick bis Ahrensfelde reicht und 20 Kilometer umfasst. Gefährdete Tier- und Pflanzenarten kann man hier ebenso entdecken wie Hügel, die es vor 20 Jahren noch nicht gab: Aus Bauschutt entstanden die Ahrensfelder Berge, von denen man einen weiten Blick auf die Umgebung hat: Auf Marzahn und Berlin in die eine Richtung und auf das Brandenburger Land in die andere Richtung. Ganz in der Nähe befindet sich der „Wuhletalwächter“: Ein 17,50 Meter hoher Kletterturm, der aus den Betonplatten von Balkonbrüstungen zusammengesetzt worden ist. Recycling á la Marzahn.</p>
<p><strong>Von Bauern und Nazis</strong></p>
<p>Das Dorf Marzahn steht mit seinen Bauernhäusern unbeirrt inmitten der Hochhaussiedlung, noch in seiner ursprünglichen Struktur. Die bis zu 250 Jahre alten Gebäude wurden in den 1980er Jahren rekonstruiert und stehen unter Denkmalschutz. In der alten Dorfschule befindet sich das Heimatmuseum, das auf die 700-jährige Geschichte des Dorfes zurückschaut. Im Tierhof sagt eine Mitarbeiterin: „Hier waren noch nie Studierende“. Es würde sich aber lohnen: Hier werden bedrohte Haustierrassen erhalten, historische Geräte vorgestellt und eine Fachbibliothek ist ebenfalls vorhanden. Ein Dorfkrug bietet „gut-bürgerliche Küche Berlin-Wien“, verschiedene Tierköpfe hängen an der Wand. Das Café im Dorf ist inzwischen geschlossen, dafür wirbt ein Bestattungsunternehmen auf einer Hauswand. Neben dem Dorf steht auf einem Hügel die Bockwindmühle, die 1994 erbaut worden ist. Wer möchte, kann hier sogar heiraten.</p>
<p>Nicht weit entfernt wurden zu den Olympischen Spielen 1936 Sinti und Roma in ein Lager gesperrt, zu Zwangsarbeit geschickt und schließlich deportiert. „Das Marzahner Lager gilt als Testlauf für die Konzentration und Vernichtung der Juden“, hat Anna in einer Hausarbeit herausgefunden. Im Parkfriedhof am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße erinnert heute der Sinti-Stein daran. Das erste Haus, das im Zweiten Weltkrieg von der roten Armee befreit worden war, steht ebenfalls in Marzahn. Das Gebäude mit entsprechender Inschrift kann heute an der Landsberger Allee besichtigt werden, gegenüber werden Straßenbahnen auf dem Betriebshof Marzahn startklar gemacht.</p>
<p>Was ist nun Marzahn? Hochhäuser, Kleingartenkolonien, Einfamilienhäuser, Dörfer, Parks und Hügel bilden teilweise eine eigenwillige Mischung. „Das ist total spannend! Wenn ich Stadtplanung studiert hätte, würde ich nur noch durch Marzahn laufen und Straßenkarten erstellen“, findet Anna. Bruno ergänzt, dass man sich selbst einen guten Überblick verschaffen könne und verweist auf die Hochhäuser am S-Bahnhof Springpfuhl. Dort kann man vom Treppenhaus direkt auf einen Balkon gehen und einen Blick auf den jungen alten Bezirk werfen. Vom Alexanderplatz braucht man nach Marzahn und Hellersdorf allen Unkenrufen zum Trotz nur 20 Minuten.  Anna hat inzwischen einige Kommilitonen überzeugen können: „Es wollen relativ viele eine geführte Radtour durch Marzahn machen.“ Im Frühjahr geht es los. Im Moment ist es schließlich nur kalt und grau hier.</p>
<hr /><small>
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		<title>Das gekaufte Leben</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2007 21:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[unauf]]></category>

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		<description><![CDATA[So kommt man in den Genuss eines Studiengangs, der normalerweise mehrere tausend Euro pro Semester kostet: Man schreibt einen Artikel darüber. In dem Masterstudiengang &#8220;Leadership in Digitaler Kommunikation&#8221;  ging es um die Bedeutung von Second Life für Werbung und Kommunikation in und für unsere Welt. Second Life? Gibts das noch? Auch nicht schlecht: Die UnAufgefordert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So kommt man in den Genuss eines Studiengangs, der normalerweise mehrere tausend Euro pro Semester kostet: Man schreibt einen Artikel darüber. In dem Masterstudiengang &#8220;Leadership in Digitaler Kommunikation&#8221;  ging es um die Bedeutung von Second Life für Werbung und Kommunikation in und für unsere Welt. <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Second_Life" target="_blank">Second Life?</a> Gibts das noch? Auch nicht schlecht: Die UnAufgefordert hat aus meinem Text gleich <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/1074/5/" target="_blank">zwei</a> <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/1075/5/" target="_blank">Texte</a> gemacht! Warum mein eigener Text als Zitat zur Überschrift wurde, werde ich aber nie verstehen&#8230;</p>
<p><div class="toggle"></p>
<p><em>Doppelleben: Während sich unser Autor in der Universität der Künste über Second Life informiert, erkundet sein Alter Ego die digitale Welt auf eigene Faust. Das Ergebnis ist ernüchternd.</em></p>
<h3>Das gekaufte Leben</h3>
<p>&#8220;Second Life&#8221; ist in aller Munde: Deutsche Medien haben vor kurzer Zeit den dreidimensionalen Online-Treffpunkt für sich entdeckt, neu ist der trotzdem nicht: 2003 startete das US-Unternehmen Linden Lab das Projekt, das den Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, eine eigene virtuelle Identität aufzubauen und das Aussehen der digitalen Welt mitzugetalten. Am Anfang gab es 1000 Anmeldungen, mittlerweile sind es sechs Millionen weltweit, Tendenz steigend.</p>
<p><em>Am Anfang meines Selbstversuchs in Second Life muss ich eine künstliche Figur erschaffen, den sogenannten Avatar. Dabei werden mir vielfältige Möglichkeiten angeboten zu Körper, Gesicht und Kleidung. Ein Regler dorthin geschoben und ich werde schlank, einen Knopf dort gedrückt und mein Gesicht erstrahlt vor Schönheit. Natürlich nur das Aussehen meiner Anziehpuppe. Unbegrenzte Möglichkeiten, die über das Aussehen eines neuen Lebewesens entscheiden. Schließlich erschaffe ich Rieke, eine leichtbekleidete Frau. Wenn schon ein zweites Leben, dann richtig.</em></p>
<p>Die reale Welt hält Einzug in Second Life. Die Botschaft Norwegens einen Platz gefunden, ebenso wie &#8230; Auch einige amerikanische Universitäten sind zu finden: Die juristische Fakultät der Havard University bietet Veranstaltungen in der digitalen Welt an, beispielsweise zum Thema &#8220;Politics and Technology of Control&#8221;. Die Diskussion erinnert mehr an einen Chat als an eine wissenschaftliche Diskussion: Personen mit fantasievollen Namen tauschen kurze Sätze aus, Tippfehler inklusive. So fragt Chinadoll Lulu: &#8220;Is this life?&#8221; Und berichtigt sich kurz später: &#8220;Live?&#8221;</p>
<p><em>Meine ersten Gehversuche in Second Life verbringe ich recht einsam &#8211; die Kulisse bildet ein kahles Ghetto mit brennenden Mülltonnen, auf Straßenschildern wird die Bedienung erklärt. Da entdecke ich ein Gefährt. Einen Roller, aber immerhin kann ich Rieke nun schneller bewegen. Doch mir kommen Zweifel &#8211; was, wenn mich der Besitzer entdeckt? Schnell steige ich ab und klicke ratlos auf die Straße, Rieke setzt sich auf den Asphalt. Schließlich finde ich heraus, wie ich mein anderes Ich fliegen lassen kann. Über die Suchfunktion kann ich die Welt von Second Life erkunden, was mich ohne Reiseführer recht ratlos vor dem Suchfeld sitzen lässt.</em></p>
<p>In Deutschland zählt das Institute of Electronic Business zu den Vorreitern bei der Integration von Second Life in die Lehre. Das Institut ist der Berliner Universität der Künste (UdK) angegliedert und wird durch Wirtschaftsmittel finanziert. Im Masterstudiengang &#8220;Leadership in Digitaler Kommunikation&#8221; wird die virtuelle Welt miteinbezogen. So bietet ein Professor eine virtuelle Studienberatung an und ein Projekt mit dem Titel &#8220;Mein digitales Fest&#8221; kann für Second Life erstellt werden. &#8220;Auf eine virtuelle Vorlesung haben wir bewusst verzichtet&#8221;, so Daniel Michelis, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts. Vom großen Medieninteresse sei man überrascht gewesen: Als virtuelle Infoformationsstunden zum Studiengang angeboten wurden, kamen neben neugierigen Second-Life-Usern nur Journalistinnen und Journalisten. Die Bewerber blieben aus.</p>
<p><em>Schließlich lasse ich Rieke zum Alexanderplatz teleportieren. Der ist im wirklichen Leben nur ein paar Haltestellen entfernt, aber selten in solcher Stille zu erleben. Ein Klick und der Fernsehturm ragt vor einem perfekten Sonnenuntergang auf. Erstellt wurde das digitale Abbild von zwei Berliner Studenten, erfahre ich an einem Schild. Wäre das nicht eine geeignete Zukunftsaussicht für Rieke: Programmiererin, Künstlerin und Erschafferin einer neuen Welt? Während ich über die Möglichkeiten meines zweiten Lebens sinniere, fallen mir riesige Werbeplakate und Händler auf, die für &#8220;LindenDollars&#8221; ihre digitalen Produkte feilbieten. Andere Orte zeigen ein ähnliches Bild: Meterhohe Reklamewände werben in der Regel für Produkte aus dem &#8220;First Life&#8221;, wie hier das reale Leben genannt wird. Wo keine Werbung ist, machen rote Schilder darauf aufmerksam, dass Werbefläche zu vermieten ist.</em></p>
<p>&#8220;Unternehmen sind an Second Life interessiert und kommen auf uns zu&#8221;, sagt Daniel Michelis. Sie wollen den Marketingeffekt nutzen, als erste ihrer Branche in Second Life zu agieren. Es wird genutzt, um Produkte auszutesten, bevor sie in der realen Welt angeboten werden &#8211; bei Handys und Turnschuhen wurde dies bereits getan. Tatsächlich wird wirtschaftlicher Einsatz von Linden Lab gefördert, die Website führt die Umsätze der hauseigenen &#8220;LindenDollars&#8221; ebenso an wie die von echten Dollars. Doch virtueller Handel hat seine Tücken, wie Michelis zu berichten weiß: Ein deutscher Stromanbieter bot seinen virtuellen Besuchern Rucksäcke an, die Geld bringen, wenn sie von anderen Personen angeklickt werden. Genervte Avatare demonstrierten daraufhin in der Second-Life-Repräsentanz des Unternehmens. Das daraufhin in Second Life darüber sprechen wollte, doch Michelis stellt fest: &#8220;Die Diskussion am Runden Tisch war nicht brauchbar.&#8221; Einerseits konnte er, der als Experte geladen war, dem Chat nicht folgen, andererseits fühlte er sich mit seinem Outfit unwohl zwischen den Anzugträgern. Dennoch sieht er die an Second Life Beteiligten als Pioniere und zitiert eine Prognose: &#8220;80% der aktiven Internet-Nutzer werden 2011 ein virtuelles zweites Leben führen.&#8221; Zur Zeit sind laut Angaben von Linden Lab etwa 20.000 der 6 Millionen Avatare gleichzeitig online.</p>
<p><em>Wohin ich auch gehe: Werbung, Spielhallen und Konsum. Beim Aktivieren des &#8220;mature content&#8221; offerieren die beliebtesten Ort noch ganz anderen Konsum, der selbstverständlich seinen Preis hat. Was fehlt, sind Kontakte mit anderen Menschen: Ein Avatar wollte Rieke mit einem Bulldozer überrolle, ansonsten geschah nicht viel. Ob das Pioniergeist ist, weiß ich nicht. Ich frage mich nur, ob wir uns auch ein selbstgewähltes zweites Leben nicht ohne Geldausgeben und allgegenwärtiger Reklame vorstellen können. So gesehen ein großes Spielfeld für Soziologie-Studierende, denn hier ist jeder schön oder extravagant. Oder beides. Auch Wirtschaftswissenschaftler werden an der umfassenden Wirtschaftswelt ihre Freude haben. Einen UdK-Campus in Second Life gibt es übrigens nicht, die Veranstaltungen fanden nur temporär statt.<br />
Mein zweites Ich, eigentlich zu ewigwährender Schönheit erwählt, hat jedenfalls den digitalen Tod gefunden.</em></p>
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		<title>Konservative Wende</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2007 22:20:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[unauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Das war mal Teamarbeit extrem: Der CDU-nahe Studierendenverbund RCDS gewinnt im AStA der TU seit langem die Oberhand und Albert und ich versuchen einen guten Artikel darüber zu schreiben. Mehrere Interviews und Recherchen später sind wir schlauer, können uns aber nicht auf einen Text einigen, der die Aspekte der Geschehnisse angemessen widerspiegelt. Also haben wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war mal Teamarbeit extrem: Der CDU-nahe Studierendenverbund RCDS gewinnt im AStA der TU seit langem die Oberhand und Albert und ich versuchen einen guten Artikel darüber zu schreiben. Mehrere Interviews und Recherchen später sind wir schlauer, können uns aber nicht auf einen Text einigen, der die Aspekte der Geschehnisse angemessen widerspiegelt. Also haben wir zwei unterschiedliche Texte geschrieben und die blöde Entscheidung der Schlussredaktion überlassen. Die hatte sich dann offenbar für <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/347/6/" target="_blank">Alberts Text und meine Überschrift</a> entschieden. Auch nicht schlecht.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Konservative Wende</h3>
<p>23.02.2007: In der Technischen Universität der Berlin (TU) rückt Polizei an: Auf der Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) ist es zu einer Schlägerei gekommen. Ein vorläufiger Höhepunkt in der Amtszeit des derzeitigen Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), dessen Handlungen seit rund 40 Jahren erstmals nicht vom linken Spektrum, sondern vom CDU-nahen Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) gelenkt werden. Nun treffen regelmäßig linke und konservative Weltanschauungen aufeinander. &#8220;Der AStA betreibt Selbstmord&#8221;, heißt es im linken EB104. &#8220;Wir vertreten das Studierendeninteresse&#8221;, sagt Gottfried Ludewig vom neuen AStA.</p>
<p>Juli 2006: Bei den jährlichen Wahlen zum StuPa der TU ist die Wahlbeteilung mit knapp sieben Prozent niedrig wie immer. Der RCDS erreicht zusammen mit den Unabhängigen Listen (UL) im StuPa erstmals seit 1968 eine knappe Mehrheit von 31 zu 29 Plätzen. Bis auf das Finanzreferat können sie alle zehn Referate des AStA besetzen, Vorsitzender wird Gottfried Ludewig, 24 Jahre, VWL-Student. Er sieht sich als liberal-konservativ &#8211; die Verantwortung des Einzelnen und die Bewahrung gesellschaftlicher Grundwerte stehen für ihn im Mittelpunkt. Die Arbeit seines AStAs soll sich auf die Hochschule konzentrieren: &#8220;Das Projekt des allgemeinpolitischen Mandats ist nach Jahren konstant niedriger Wahlbeteiligung aus meiner Sicht gescheitert.&#8221; Andreas Brehm, Mitglied im EB104, der größten linken Opposition im StuPa sieht Gesellschaft und Hochschule miteinander verwoben: &#8220;Wenn man sich mit Hochschule und sozialem Ausschluß von Bildung beschäftigt, dann ist es komisch, wenn man an den Mauern der Hochschule aufhört.&#8217;&#8221; Es ist die Frage nach dem allgemeinpolitischen Mandat, dass Auffassungen von Linken und RCDS voneinander scheidet, sie ist der Hauptgrund für die Auseinandersetzungen der folgenden Monate.</p>
<p>Der AStA beginnt nach seiner Wahl im November mit seiner Politik: Die AStA-eigene Druckerei wird geschlossen. &#8220;Die Druckerei ist notwendig weil sie günstiges und flexibles Drucken von Materialien ermöglicht, ohne dass man die Zensur des Präsidenten fürchten muss wie dies in der TU-Druckerei der Fall ist&#8221;, meint Andreas Brehm. Aufträge seien vom AStA gekommen, aber auch von Fachschaftsinitiativen und von außerhalb der Universität. Mit dem RefRat der Humboldt-Universität (HU) bestand eine Zusammenarbeit. Daher die Meinung des EB104: &#8220;Die Druckerei trägt sich.&#8221; Gottfried Ludewig: &#8220;Ist es Aufgabe eines AStA, eine Druckerei rentabel zu halten? Das beantworten wir ganz klar mit Nein.&#8221; Für die Aufgaben des AStA reiche die Druckerei der TU, auch Copyshops seien günstig und unabhängig. Nun ist der Raum mit den Druckmaschinen geschlossen, sämtliche Ausgaben dafür sind aus dem vom AStA verabschiedeten Haushaltsplan gestrichen. Als die Angestellten einen Betriebsrat gründen wollten zieht der AStA vor Gericht. &#8220;Ich wollte arbeitsfähig bleiben&#8221;, erklärt Ludewig, die verschiedenen rechtlichen Einsprüche gegen den AStA versteht er  als Blockade. Den Sparmaßnahmen zum Trotz ließ er sich Rechtsberatung von 20.000 Euro kosten &#8211; für ihn Ausdruck des WählerInnenwillens: &#8220;Es ist ja auch ein Interesse von diesen, dass du weiter handlungsfähig bleibst.&#8221;</p>
<p>Den Studentinnen und Studenten der TU geht unterdessen ein Schreiben zu: Der AStA kritisiert darin die Ausgaben der früheren Asten. Sie seien den Studierenden der TU nicht zugute gekommen. Rico*, ein Mitglied früherer Asten findet: &#8220;Das ist Propaganda.&#8221;  Einige der aufgeführten Posten seien für Studierendenproteste ausgegeben worden, die Unterstützung der im Schreiben kritisierten studentischen Initiativen gehöre zu den Aufgaben eines AStAs. Rico meint daher: &#8220;Außenstehende sollen getäuscht werden, um der Politik des RCDS zuzustimmen.&#8221; Der EB104 merkt an, dass der Haushalt in den letzten Jahren vom Landesrechnungshof geprüft worden sei und es keine Rügen gegeben habe.</p>
<p>Ein Versprechen im Brief lautet: &#8220;Mehr Service &#8211; kürzere Wege&#8221;. Doch: Die angekündigte Website www.asta07.de ist bis heute nicht erreichbar &#8211; der AStA hat ihre Entwicklung ausgeschrieben, die vorhandene AstA-Seite wird nicht verwendet. Weiter heißt es, der AStA suche einen zentraleren Ort als die AstA-Villa für seine Arbeit. Rico entgegnet: &#8220;Zentral ist das hier&#8221; und zeigt in verschiedene Richtungen zu umliegenden Universitätsgebäuden. Er sieht dies eher als Maßnahme, zukünftige linke Asten arbeitsunfähig zu machen, denn die Villa bot in ihren vielen Räumen Platz für politische Diskussionen und Treffpunkte bis tief in die Nacht. Ein Punkt, der ihm, der sich in einer Liste für die Integration ausländischer Studierender engagiert, am Herzen liegt. &#8220;Eine solche multikulturelle Arbeit ist nur bei ganz wenigen Stellen in Berlin möglich.&#8221; Seit es den neuen AStA gibt, seien es noch weniger: &#8220;Arbeit, die seit 20 bis 30 Jahren besteht, wird verhindert.&#8221; Den Mitgliedern des RCDS traut er nicht, seinen Namen möchte er daher nicht in der Zeitung sehen.</p>
<p>Der Brief stellt zudem eine Reduzierung des Semesterbeitrags zur Studierendenschaft von 7,10 auf 3,96 Euro in Aussicht. Dies scheiterte für das Sommersemester am Präsidenten der TU, Kurt Kutzler. Andreas Brehm vom EB104 meint: &#8220;Der Präsident hat den Betrag auf 5,81 festgelegt, um den AStA handlungsfähig zu halten.&#8221; Gottfried Ludewig dagegen sagt: &#8220;Ich finde nicht gut, wie die Univerwaltung auf diese Weise in studentische Selbstverwaltung eingreift. Eigentlich müsste man da gemeinsam gegen vorgehen.&#8221; Die für Finanzen zuständige Kanzlerin der TU möchte sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern. Die Studierenden bekamen aufgrund der Neufestsetzung des Beitrags ihre Rückmeldeaufforderung und Überweisungsträger einige Wochen später als gewöhnlich, der Rückmeldezeitraum musste für die TU verlängert werden.</p>
<p>Im Januar 2007 suchen vermehrt TU-Studierende die Sozialberatung der HU auf. Es heißt, der TU-AStA hätte die Beratung abgeschafft. &#8220;Das ist schlichtweg eine Lüge&#8221;, entgegnet Gottfried Ludewig. Das Beratungsangebot sei zur Zeit unverändert, aber: &#8220;So wie die Beratung im Moment durchgeführt wird, ist sie schwer verbesserungswürdig.&#8221; Der AStA denke über Veränderungen nach &#8211; dazu gehört neben einer von allmaxx gesponserten Rechtsberatung auch ein Umgang mit dem Mehrfachangebot von TU, Studentenwerk, und AStA, z.B. bei der Bafög- und Sozialberatung. Das kann auch bedeuten, dass Beratung reduziert wird. Aber: &#8220;Im Moment wird es dazu nicht kommen&#8221;, so Ludewig. Es sieht ein Bedürfnis nach Student-zu-Student-Beratung. Eine auslaufende Stelle der Sozialberatung wird im Haushaltsplan jedoch nicht neu besetzt. Man wolle sich die Möglichkeit offen zu halten, überhaupt etwas zu ändern. Ein Beschluss des AStA vom 17. Januar, nach dem die Bafög- und Sozialberatung &#8220;zum schnellstmöglichen Termin geschlossen&#8221; werden solle, ist bis heute nicht aufgehoben.</p>
<p>Juli 2007, erneut wählen die Studierenden der TU ihr StuPa. Wer wird nun siegen? Der RCDS, dessen Plan es laut Ludewig sei &#8220;den Haushalt so sparsam wie nötig zu führen&#8221;? Oder linke Listen, die für eine gesamtgesellschaftliche politische Betätigung des AStAs und seiner Gelder eintreten? Und vor allem: Wird die Wahlbeteilung nun höher ausfallen, haben die Ereignisse der letzten Monate für ein erhöhtes Interesse unter den Studentinnen und Studenten gesorgt? Davon gehen sowohl Linke als auch Gottfried Ludewig aus: &#8220;Man soll mich Lügen strafen, wenn die Wahlbeteiligung nachher geringer ist, als sie davor war.&#8221; Bleibt zu hoffen, dass die Auseinandersetzungen in jedem Fall friedlicher ablaufen. Das Verständnis zeigen beide Seiten: &#8220;Kritik ist was Positives&#8221;, sagt Ludwig und Rico findet ebenfalls: &#8220;Gegenmeinungen bringen produktives Arbeiten.&#8221;</p>
<p>* Name geändert</p>
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		<title>HU will benotet werden</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Nov 2006 23:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schade, wirklich schade. Aber der Reihe nach: Ursprünglich wollte ich für die UnAufgefordert Artikel zu studiVZ und meinProf schreiben, zwei neue und bekannte Internetplattformen, die von Berliner Studierenden gegründet worden waren. Das war abgenickt worden, aber leider hatte ich nicht mitbekommen, dass dann jemand anderes mit studiVZ in Kontakt war. OK, dann halt meinProf. Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schade, wirklich schade. Aber der Reihe nach: Ursprünglich wollte ich für die UnAufgefordert Artikel zu studiVZ und meinProf schreiben, zwei neue und bekannte Internetplattformen, die von Berliner Studierenden gegründet worden waren. Das war abgenickt worden, aber leider hatte ich nicht mitbekommen, dass dann jemand anderes mit studiVZ in Kontakt war. OK, dann halt meinProf. Da hatte ich eine erste Fassung fertig, aber die Redaktion war nun der Meinung, dass zwei Internet-Artikel in einer Ausgabe blöd seien. OK, dann blieb mir ja noch etwas Zeit, um in die Tiefe zu gehen. Das ging dann aber auch nicht, weil dann das Thema plötzlich nicht mehr aktuell genug war. Schade, um die ganze Arbeit, die darin steckt.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>HU will benotet werden</h3>
<p>„Bei einem normalen Stundenlohn hätten wir dafür zehntausende Euro bekommen“, sind sich Thomas Kaschwig und Alexander Pannhorst sicher. Sie gehören dem 5-köpfigen IT-Team an, das seit November 2005 die Website meinprof.de betreibt, Vorbild war ratemyprofessor.com aus den USA Nach eigenen Angaben wurden deutschlandweit bislang rund 50.000 Kurse von 27.000 Dozierenden bewertet. Insgesamt finden sich auf der Seite 180.000 Bewertungen.</p>
<p>Ursprünglich starteten die Mitglieder der studentischen Unternehmensberatung Juniter das Projekt an der Technischen Universität Berlin (TU) für die Berliner Universitäten. Nach kurzer Zeit dehnten sie es auf 390 deutsche Hochschulen aus. Bekannt wurde die Seite über Mund-zu-Mund-Propaganda, vor allem das Internet trug zur Verbreitung bei. Als im April Spiegel Online berichtete, gab es 65.000 Besucher an einem Tag: eine Last, die der Server, auf dem die Seite gespeichert war, nicht bewältigen konnte. Ein Sponsor stellte einen zweiten Rechner zur Verfügung.</p>
<p>Bei der Berichterstattung stand vor allem der datenschutzrechtliche Aspekt im Vordergrund: Zwar müssten sich Professoren öffentliche Kritik gefallen lassen, so der Berliner Landesbeauftragte für Datenschutz, Alexander Dix. Bei meinprof.de sei aber nicht nachprüfbar, ob die Bewertungen tatsächlich von Teilnehmenden der Lehrveranstaltung stammen – die Dozierenden seien an den Pranger gestellt. Thomas Kaschwig sagt dagegen: „Wir wollen nicht allgemein Forscher schlecht machen, wir wollen nur wissen: Wie war die Veranstaltung?“ In 70 bis 80% der Fälle würden gute Noten vergeben, ganz schlechte Benotungen und Beleidigungen seien die Ausnahmen. Um eine Abschaltung der Seite zu verhindern, nahmen die Studenten einen Anwalt zu Hilfe.</p>
<p>„Die Auffassung des Landesdatenschutzbeauftragten finde ich überzogen und wenig differenziert“, sagt André Kuhring, Datenschutzbeauftragter der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Auch er sieht Dozierende gefährdet, vor allem durch Beschimpfungen in den Kommentarfeldern. Er sehe da jedoch ein Kommunikationsproblem, das sich durch Zeugnissprache regeln lasse: „Das muss immer wohlwollend aber wahrhaftig sein.“ Kuhring plädiert für Dialog – im Gespräch habe er schon die Kritik von vier HU-Lehrenden an meinprof.de aus dem Weg geräumt. „Soll ich die umbringen, die mir die schlechte Botschaft überbringen? Oder soll ich daraus lernen?“ Den Machern von meinprof.de habe er den Vorschlag gemacht, den Dozierenden zu ermöglichen, auf Kommentare zu antworten.</p>
<p>Sabine Naumann, zuständig für Lehrevaluation an der HU, findet ebenfalls: „Die Beteiligten sollen bei einer Evaluation ins Gespräch kommen.“ An der HU findet aber selten eine gemeinsame Auswertung der Lehrveranstaltung statt. „Das wird oft beklagt“, sagt Naumann. Zur Zeit wird das elektronische Evaluationssystem „UniZensus“ eingeführt, das diesen Kritikpunkt ausschalten soll. Personenbezogene Daten werden aber weiterhin nur intern besprochen. Naumann findet daher die Vorgehensweise von meinprof.de problematisch, steht der Plattform aber positiv gegenüber: „Wir unterstützen alles, was die Lehre verbessert.“</p>
<p>Seiner Abschaltung ist meinprof.de entgangen. Während zusammen mit Dix eine Möglichkeit erarbeitet wird, die Balance zwischen Meinungsfreiheit und Datenschutz zu halten, wird noch an den  Bewertungskriterien geschraubt: Thomas Kaschwig: „Wir sind immer noch nicht ganz glücklich damit.“ Außerdem wird nach Einnahmequellen gesucht. „Werbung wollen wir nicht, die Seite soll sympathisch wirken“, so Alexander Pannhorst. Derzeit werde ein  Verein gegründet, damit sie Spendengelder annehmen könnten – Angebote von Studierenden hätten sie bereits bekommen. Inzwischen gibt es die Seite auch für Österreich, Expansionen nach England, Polen und in die Schweiz seien anvisiert. Thomas Kaschwig: „Wenn die Politik alle Evaluationen veröffentlichen würde, wäre meinprof.de obsolet.“</p>
<hr /><small>
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		<title>Uni-Neulinge</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Oct 2006 17:29:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[unauf]]></category>
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		<description><![CDATA[99% Recherche. Das steckt vor allem in diesen Texten. Für ein Titelthema in der UnAufgefordert wurden neue Leute an der Humboldt-Uni gesucht, die nicht studieren. Also Dozierende, Forschende oder Mitarbeitende, die dann doch nicht ganz so einfach in den Semesterferien zu finden waren. Nachdem die ganzen Schwierigkeiten umschifft waren, musste ich in der fertig gedruckten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>99% Recherche. Das steckt vor allem in diesen Texten. Für ein Titelthema in der UnAufgefordert wurden neue Leute an der Humboldt-Uni gesucht, die nicht studieren. Also Dozierende, Forschende oder Mitarbeitende, die dann doch nicht ganz so einfach in den Semesterferien zu finden waren. Nachdem die ganzen Schwierigkeiten umschifft waren, musste ich in der fertig gedruckten Ausgabe feststellen: Da fehlen ja welche! Tatsächlich wurden die letzten beiden wegen einer aktuellen Meldung herausgenommen und nur <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/125/5/" target="_blank">Frau Hans</a> blieb im Heft. <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/161/5/" target="_blank">Herr Kowalski</a> und <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/162/5/" target="_blank">Herr Baron</a> wurden aber immerhin auf die Online-Seiten gestellt.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Neu in der Uni</h3>
<h4>Die Globale</h4>
<p>&#8220;Das ging alles holterdipolter.&#8221; Ende August war Ursula Hans noch in Göttingen, seit dem ersten September leitet sie die Abteilung Internationales der Humboldt-Universität (HU).  Diese arbeitet mit Professoren und Professorinnen, berät das Präsidium und &#8211; das stehe für sie im Vordergrund &#8211; unterstützt Studierende, die ins Ausland wollen und jene, die von dort hierher kommen. &#8220;Ich befinde mich also in einer wichtigen Schnittstellenabteilung&#8221;, sagt sie und trinkt aus der Kaffeetasse auf ihrem Tisch. Seit ihrer Ankunft sind viele Informationen auf sie eingeströmt, die sortiert werden müssen &#8211; so verlaufe sie sich bisweilen noch im Hauptgebäude. Seitdem sie aber weiß, dass der Grundriss wie ein H aussieht, sei es deutlich leichter geworden. &#8220;Das ist die reinste Einschüchterungsarchitektur!&#8221;, sagt sie zu ihrem Büro. Um es gemütlicher zu gestalten, hat sie einen selbsterstellten Quilt an die Wand gehängt. Ein Zeichen ihrer Weltverbundenheit: Studiert hat sie Amerikanistik und Sinologie in Bonn, Taiwan und Wisconsin, danach war sie unter anderem an den Universitäten Witten/Herdecke und Göttingen.</p>
<p>Nun ist sie da, wo sie gerne hinwollte:  In der Humboldt-Universität &#8211; &#8220;das ist schon ein großer Laden.&#8221; Sie lobt den enormen Reichtum intellektueller Art, aber: &#8220;Der Ruf allein kann&#8217;s nicht sein.&#8221; Darum will sie die Internationalisierung der Universität vorantreiben und wünscht sich, dass trotz knapper Kassen jeder Studierender ins Ausland kann. Sie selbst sehne sich im Moment nicht nach anderen Ländern &#8211; hier in Berlin sei die Welt so nah, dass man nicht weit hinaus muss. Bisher konnte sie die Stadt  nicht richtig kennen lernen, aber &#8220;ich sehe es an allen Ecken und Enden mir zuwinken: ‚Sieh dir das an!&#8217;&#8221;</p>
<h4>Der Forscher</h4>
<p>&#8220;Unerklärlich.&#8221; Dieses Wort fällt öfters bei Marek Kowalski. Es ist seine innere Antriebskraft, denn er möchte das Universum besser verstehen. Seit Mitte Juli leitet er eine Forschungsgruppe an der Humboldt-Universität (HU), die Neutrinos am Südpol aufspüren will. Aber zuvor standen irdische Probleme an: Kowalski hatte keine eigenen Räume und musste das Gästezimmer eines Kollegen nutzen. Zwei Monate später ist sein kleines Büro noch recht spartanisch mit Regalen und Schrank aus Metall eingerichtet. &#8220;Ich habe den Grundverdacht, dass das in den nächsten fünf Jahren so bleibt&#8221;, sagt der 32-jährige. Dafür gefalle ihm die moderne Einrichtung im Lise-Meitner-Haus, in dem das physikalische Institut sitzt. &#8220;Die Bedingungen sind vergleichbar wie in den USA&#8221;, sagt Kowalski, der zuvor im Berkely-Laboratory gearbeitet hat. Doch es gebe Mängel im Detail: Durch die großen Fenster heizt das Gebäude schnell auf und eine Klimaanlage gibt es auf seiner Gebäudeseite nicht &#8211; Kowalski arbeitet bei geöffneter Bürotür.</p>
<p>Fünf Jahre hat seine Forschungsgruppe Zeit für das &#8220;IceCube&#8221;-Experiment, das durch Lichtsensoren in 2000 Meter Tiefe einen Kubikkilometer antarktischen Eises als Detektionsmedium für Neutrinos benutzt. &#8220;Damit kann eine neue Art von Astronomie entwickelt werden&#8221;, sagt Kowalski begeistert. Bislang werden verschiedene Wellenlängen beobachtet. Doch Neutrinos, kleinste Teilchen, fliegen immer geradeaus und können alles durchqueren &#8211; so könnten sie Aufschluss über die Herkunft der bislang mysteriösen kosmischen Strahlung geben.</p>
<p>Für Studierende wird der gebürtige Hamburger zwei Stunden Lehre pro Woche anbieten &#8211; in diesem Semester hält er eine Einführungsvorlesung in die Kosmologie, &#8220;das ist mein zweites Steckenpferd.&#8221; Die Nähe zu Studierenden und Doktoranden habe den Ausschlag für eine Universität als Arbeitsort gegeben. &#8220;Hier können wir Erfahrung sammeln, viele Schnittstellen finden und Spaß am gemeinsamen Interesse haben.&#8221; Die Entscheidung für die HU fiel nicht schwer: &#8220;Andere Unis sind ähnlich gut, aber sie haben nicht das Flair.&#8221;</p>
<h3>Der Berliner</h3>
<p>&#8220;Ich sehe mich als Humboldtianer&#8221;, sagt Steffan Baron, er fühlt sich mit der Humboldt-Universität (HU) verbunden. Auf den ersten Blick mag das überraschen, schließlich ist er erst seit April Leiter des Referats Prüfungsservice. Doch seine Beziehung zur HU reicht weiter zurück: Vor zehn Jahren hat er hier Betriebswirtschaft studiert, schließlich in Wirtschaftsinformatik promoviert. Zwei Jahre war er an der Magdeburger Universität, wohnte aber weiterhin in Berlin, bei seiner Frau und den Kindern. Nun findet er es schön, in Mitte als zu arbeiten: &#8220;Ich empfinde einfach eine Vertrautheit mir der Universität!&#8221; Die machte ihm den Arbeitsbeginn nicht leicht: Ein Rechner stand zwar bereit, aber erst zwei Tagen später bekam er ein Büro, hatte dann wiederum keine Möbel. Baron arbeitet die ersten sechs Wochen provisorisch an behelfsmäßigen Möbeln &#8211; &#8220;das war doch eher ein lustiger Einstieg&#8221;, sagt er mit einem Lächeln.</p>
<p>Durch seine Arbeit kommt Steffan Baron nun in Konflikt mit seiner Universität: Einerseits ist er Verfechter der dezentralen Struktur der HU, andererseits erschwert sie sein Vorhaben, ein zentrales elektronisches Vorlesungsverzeichnis einzuführen. &#8220;Man hat das Gefühl, etwas Gutes zu tun, stößt aber immer wieder auf Widerstände&#8221;, so auch bei den studentischen Mitgliedern in der Kommission für Studium und Lehre. Bei der Abstimmung zur neuen Satzung fühlte Baron sich von ihnen ausgebremst, weil sie parallel analoge Möglichkeiten wollten. &#8220;Die Studierendenschaft könnte progressiver sein&#8221;, meint er. Bei seiner Arbeit muss er also vielfach Bedenken zerstreuen: &#8220;Durch meine Bekanntheit an der Universität habe ich da durchaus Startvorteile.&#8221;</p>
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		<title>Ideeller Sieg</title>
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		<pubDate>Tue, 02 May 2006 20:54:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es stimmt: Eine gute Glosse zu schreiben, ist keine leichte Arbeit. Als auf dem Bebelplatz vor der Humboldt-Uni ein riesiger Bücherstapel aufgestellt wurde, übernahm ich das Thema für die UnAufgefordert und hangelte mich über verschiedene Ansätze. Benjamin von der Chefredaktion half mir, was aber nichts daran änderte, dass auch hier der Text in der Schlussredaktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es stimmt: Eine gute Glosse zu schreiben, ist keine leichte Arbeit. Als auf dem Bebelplatz vor der Humboldt-Uni ein riesiger Bücherstapel aufgestellt wurde, übernahm ich das Thema für die UnAufgefordert und hangelte mich über verschiedene Ansätze. Benjamin von der Chefredaktion half mir, was aber nichts daran änderte, dass auch hier der Text in der Schlussredaktion geändert wurde. Nun, wie auch immer: Jedenfalls gab es tatsächlich einen Leserbrief zur Glosse, der darauf hinwies, dass kein Hinweis auf die Bücherverbrennung 1933 in der Glosse zu finden war. Zu Recht, wie ich finde &#8211; und fand: Meine eigene Version enthielt einen entsprechenden Abschnitt, die <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/295/11/" target="_blank">veröffentlichte Fassung</a> nicht.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Ideeller Sieg</h3>
<p>&#8220;Die Welt zu Gast bei Freunden&#8221; &#8211; wie ernst eine solche Marketingphrase in Zeiten einer Fußball-WM  genommen wird, kann durchaus überraschen: Wer sieht sich bei Freunden denn nicht gerne den Inhalt des Buchregals an? Für übergroße Wohnzimmer-Atmosphäre wäre kaum ein Ort in Berlin prädestinierter als der Bebelplatz, schließlich steht dort bereits die Kommode &#8211; ein Spitzname für die Königliche Bibliothek, in der die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität (HU) sitzt. Im passenden Maßstab liegt vor dem Gebäude seit 23. April ein Bücherstapel. Insgesamt 17 meterdicke Wälzer sind es: Oben ein Grass, ganz unten ein Goethe-Buch. Dazwischen tummelt sich die deutsche Mainstream-Weltliteratur der letzten 500 Jahre: Luther und Kant, Marx und die Gebrüder Grimm, Fontane und Mann liegen friedlich in der Gegend herum. Was soll das?</p>
<p>Die Skulptur &#8220;Der moderne Buchdruck&#8221; bildet einen Teil des &#8220;Walk of Ideas&#8221;, der wiederum Bestandteil der Kampagne &#8220;Deutschland &#8211; Land der Ideen&#8221; ist. Eine klare Position: Dies ist kein Land der Bodenschätze, der Wirtschaft oder der Wissenschaft &#8211; was das gegenüberliegende Hauptgebäude der HU durchaus nahe legen würde. Nein, wenn wir hier in Deutschland etwas haben, dann sind es Ideen. Konsequent und durchdacht.</p>
<p>Die Bücher, geformt aus dem &#8220;innovativen Kunststoff Neopor®&#8221; &#8211; natürlich auch eine Idee Deutschlands -, sind ganz auf studentische Büchererfahrungen zugeschnitten: Wenn Haus 1 der Staatsbibliothek Unter den Linden die Leihstelle schließt, wenn Haus 2 am Potsdamer Platz voller Asbest steckt und die Universitätsbibliothek fern aller Wege liegt &#8211; dann müssen die Bücher an die frische Luft, greifbar für alle literaturbewanderten Riesen. Zwar sind es nur inhaltsleere Plastikbehälter, aber es ist ja der Gedanke, der zählt im Land der Ideen.</p>
<p>Leider gibt es kaum noch Riesen; auch die Literaturkenner sind selten: „Wer ist denn der Seghers?“ fragt eine ältere Frau beim Blick auf die Namen auf den Buchrücken. Anna Seghers ist gemeint, eine der Autorinnen und Autoren, deren Bücher am 10. Mai 1933 von Studierenden verbrannt worden sind. Dass dies geschah, steht in deutscher und englischer Sprache auf der großen Tafel neben dem Kunstwerk. Wo dies geschah, dagegen nicht. Aber wen verwundert es im Land der Ideen: Tatort war eben dieser Bebelplatz. Mit einer gläsernen Bodenfliese mit Blick auf leere Regale erinnert seit 1995 das Mahnmal „Bibliothek“ still und leise an das Ereignis. Wenige Personen sehen es sich zur Zeit an – weitaus mehr recken ihre Köpfe nach oben und freuen sich, wenn sie einen der großen deutschen Schriftsteller und Schriftstellerinnen kennen.</p>
<p>Somit zeigt die Plastik ungewollt, welche Ideen Freunde haben, wenn die Welt zu Gast bei ihnen ist: Was sie zeigen wollen, kommt ins Regal. Ungeliebte Erinnerungen und anderer Unrat wird gerne unter den Teppich gekehrt.</p>
<p>Wenn dann die Welt zu Gast ist, zeigen wir ihr, welch tolle Ideen wir haben, welche großen Bücher. Und hoffen, dass sie nicht sehen, was gewissermaßen unter den Teppich des großen Wohnzimmers vor dem Hauptgebäude gekehrt wurde: Das Mahnmal „Bibliothek“, das an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Bebelplatz erinnert.</p>
<p>So liegt er nun an der Baustelle unter den Linden, der Bücherberg. Wir drängeln uns über Umwege durch Menschenmassen, sehen nach oben und spüren: Die massigen Wälzer lassen die eigene Last auf dem Rücken gleich leichter erscheinen und auch der schwere Weg zum Wissen ist nicht mehr so anstrengend, wenn man nur Ideen braucht. Und die Ideen, das ist nun unmissverständlich, haben ein zu Hause. Gleich vor dem Hauptgebäude, neben der Kommode. Die Welt kann kommen.</p>
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		<title>Das Leben nach der Uni von A bis Z</title>
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		<pubDate>Mon, 01 May 2006 18:51:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war ein Text, den ich für ein Titelthema der UnAufgefordert schrieb. Darin drehte es sich um verschiedene Aspekte des Studienendes und Berufsperspektiven. Ich schrieb diesen augenzwinkernden Überblick ohne zu wissen, dass er in der Schlussredaktion nochmal kräftig verändert werden würde. Schon seltsam, dass da immer noch mein Name darunter stand. Dort jedenfalls die veröffentlichte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war ein Text, den ich für ein Titelthema der UnAufgefordert schrieb. Darin drehte es sich um verschiedene Aspekte des Studienendes und Berufsperspektiven. Ich schrieb diesen augenzwinkernden Überblick ohne zu wissen, dass er in der Schlussredaktion nochmal kräftig verändert werden würde. Schon seltsam, dass da immer noch mein Name darunter stand. <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/309/5/" target="_blank">Dort jedenfalls die veröffentlichte Fassung</a> und hier meine Version.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Das Leben nach der Uni von A bis Z</h3>
<p><strong>Absolvent, der / Absolventin, die:</strong></p>
<p>Ehemalige Studierende, die erfolgreich das Biotop Universität verlassen haben und in Kontakt mit der äußeren Welt treten. [Arbeitslosenzahlen] von ihnen finden in Deutschland einen Einstieg ins Berufsleben.</p>
<p><strong>Beruf, der:</strong></p>
<p>a) Nach Abschluss des Studiums aufgenommene Tätigkeit, die zeitiges Aufstehen, pünktliches Erscheinen am Arbeitsort, engagierte Mitarbeit und unbezahlte Überstunden voraussetzt. Dafür gibt es anstatt eher ideeller Belohnung durch Noten handfestes → Geld vom → Chef.</p>
<p>b) → Berufung</p>
<p><strong>Berufung, die:</strong></p>
<p>Von Professoren oft als fehlend eingeschätzte Einstellung zum angestrebten Berufsziel. Im Idealfall fallen Berufung und Beruf zusammen. Dies ist jedoch angesichts der befürchteten Arbeitsmarktsituation eher die Ausnahme. Andere sehen ihre Berufung im Studieren selbst. Dies führt zu Phänomenen wie „Gemeinen Langzeitstudierenden“ und „Professoren“ / „Professorinnen“.</p>
<p><strong>Chef, der / Chefin, die:</strong></p>
<p>a) Person im Erwerbsleben, die über Angestellte vor dem  → Feierabend bestimmen kann.<br />
b) Eigene Position im Berufsleben.</p>
<p><strong>Feierabend, der:</strong></p>
<p>Während Studierende die Zeit nach Vorlesungen und Seminaren vor allem für Überlegungen über Aufgaben, Formeln, Gemische, Interpretationen oder Welterklärungstheorien nutzen und bis zum nächsten Uni-Termin in Nebenjobs schuften, können sich Berufstätige über den Feierabend freuen. Dieser trennt in der Regel jeden Wochentag in zwei Teile: In Beruf und Leben. Letzteres wird vor allem damit ausgefüllt, → Geld bei After-Work-Parties zu lassen oder auf den erneuten Beginn des Berufs zu warten.</p>
<p><strong>Geld, das:</strong></p>
<p>Elementares Zahlungsmittel in kapitalistisch geprägten Staaten. Zur Studienzeit ist es durch Schnorren bei diversen Institutionen (Staat, Familie) recht einfach zu beschaffen, schafft aber ein Abhängigkeitsverhältnis. Dagegen schafft ein Beruf neben finanzieller Unabhängigkeit mehr Einkommen: Nach Angaben der Personalberatung Alma Mater können akademische Berufseinsteiger am meisten in der EDV-Branche verdienen –  42.300 Euro beträgt dort am Anfang das durchschnittliche Jahresgehalt. Dahinter folgt der Bereich Chemie, Pharma, Medizin mit 39.500 Euro. Die Schlusslichter bilden die Medienbranche (knapp 33.900 Euro) und der Handelssektor, in dem ein Jahresgehalt von etwa 32.200 Euro verdient werden kann. Überdurchschnittlich verdient man zudem in Bayern und Hessen sowie in Großkonzernen.</p>
<p><strong>Kantine, die:</strong></p>
<p>Sag mir, wo du isst und ich sage dir, wer du bist: Wer die vom Studentenwerk subventionierten Mensen satt hat und mehr Lohn für sein Brot springen lassen kann, hat einen sozialen Aufstieg hinter sich. Erlebbar wird diese Metapher in der Charlottenstraße 55. Dort befindet sich im ersten Stock die Cafeteria der Musikhochschule „Hanns Eisler“ zu den bekannten Tarifen. Im Stockwerk darüber befindet sich eine Werkskantine mit gehobenen Preisen. Entsprechend edel das Ambiente: Wer hier isst, der trägt feine Anzüge, Blazer oder ähnliches. Wer hier isst, hat es geschafft.</p>
<p><strong>Selbstverwirklichung, die:</strong> → Berufung</p>
<p><strong>Verantwortung, die:</strong></p>
<p>Studierende sind prinzipiell nur sich selbst verpflichtet – die Entscheidung zu Fehlzeiten, Hausarbeiten und eigener Arbeitsaufwand treffen sie allein für sich, der Erfolg des Unternehmens Universität hängt davon nicht ab. Je nach Tätigkeit nach der Uni kann die Größe der Verantwortung unterschiedlich ausfallen – solange man sich ihr bewusst ist, muss und darf sie nichts Schlechtes bedeuten: „Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb sich die meisten Menschen vor ihr fürchten.“ (George Bernard Shaw)</p>
<p><strong>Zukunft, die:</strong></p>
<p>Was dort liegt, ist unbekannt und kann bestenfalls gut geplant sein. Angst davor ist meist unnötig, schließlich sind  → Absolventen / Absolventinnen von Hochschulen sehr gut qualifiziert und Arbeitslosigkeit tritt nur als Randerscheinung in Erscheinung. Zudem können oft schon zu Studienzeiten Kontakte geknüpft und Elemente des Berufsleben ausprobiert werden. Das Ende der Uni ist erst der Beginn der Möglichkeiten – akademische Laufbahn oder Selbstständigkeit, angestellt oder abbrechen – du hast die Wahl!</p>
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		<title>Der Traum vom Radio</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2006 21:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[unauf]]></category>
		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal verstehe ich die Schlussredaktionen der UnAufgefordert nicht. Mag es der Liebe zum eigenen Werk geschuldet sein, aber die Überarbeitung des Textes zum Uniradio der TU ging ja wohl völlig daneben. Und schizophren wie ich bin, stehe ich mit dieser Meinung auch nicht allein *g* Wer sich jedenfalls die veröffentlichte Fassung vorstellen will, braucht einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal verstehe ich die Schlussredaktionen der UnAufgefordert nicht. Mag es der Liebe zum eigenen Werk geschuldet sein, aber die Überarbeitung des Textes zum Uniradio der TU ging ja wohl völlig daneben. Und schizophren wie ich bin, stehe ich mit dieser Meinung auch nicht allein *g*</p>
<p>Wer sich jedenfalls die <a title="www.unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/423/7/" target="_blank">veröffentlichte Fassung</a> vorstellen will, braucht einfach nur die verträumt-hochgreifenden Stellen rausstreichen. Und wieso wurden eigentlich die Sätze vereinfacht?</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Der Traum vom Radio</h3>
<p>„Ein bisschen steigern wir uns da rein.“ Die Tutoren und die Tutorin vom Campusradio der TU beschreiben mit leuchtenden Augen ihr Projekt. Tatsächlich verbringen Andreas Rotter, Hanna Hofmann und Robert Damrau jede freie Minute im Sendestudio, sind wöchentlich 70 Stunden in der Uni. In Raum H108/109, einem kleinen Kabuff zwischen zwei Hörsälen im Hauptgebäude arbeiten sie an Beiträgen und warten auf die Redaktionen, die im letzten Jahr eingestiegen sind.</p>
<p>Ein kleines Licht an der Decke leuchtet, unten klingelt jemand an der Tür. Es ist Ralf Baumbach, Initiator des Projekts. „Wir stehen auf den Schultern von Giganten!“ sagt er über das Campusradio und meint nicht das Streikradio, das 2003 einmal gesendet worden ist; er geht weiter zurück: „Beim Streik 1987 wurde ein Piratensender auf dem Dach vom Telefunkenhochhaus installiert.“ Da war noch Kalter Krieg und die West-Berliner Polizei durfte das Haus am Ende der Straße des 17. Juni nicht betreten.</p>
<p>Das Campusradio braucht sich über den Einsatz amerikanischer Soldaten keine Gedanken machen: Für das Internetradio reicht ein Server zur Übertragung des Streams und von der TU wird es als Projektwerkstatt unterstützt. Ihr Konzept und das Empfehlungsschreiben von Kommunikationswissenschaftler Stefan Weinzierl hatte die Komission für Lehre und Studium überzeugt, die Tutoriumstellen wurden im Sommersemester 2005 eingerichtet. D.A.V.I.D., die Firma eines TU-Alumnus verkaufte günstig das professionelle „DigaSystem“ – nun steht inmitten der 1968 eingerichteten Räume eine Software- und Hardware-Infrastruktur wie bei öffentlich-rechtlichen Sendern zur Verfügung. Interessierte finden sich ein, bilden verschiedene Redaktionen und machen sich mit der Technik vertraut, entwerfen Konzepte.</p>
<p>Am 25.11. wird die erste Sendung live produziert. Diese halbe Stunde erhielt gute Kritik, obwohl es „eigentlich nur Eigenwerbung“ war, wie Robert meint. Seitdem entstanden zwei weitere Beiträge: das Nachrichtenmagazin „Blätterrauschen“ und „Oszillator“, ein Magazin über elektronische Tanzmusik. Andreas und Robert sind dafür zuständig und stören sich an der anspruchslosen Musik im Berliner Radioangebot. Die anderen Studi-Redaktionen planen mit Literaturmagazin, Fußballsendung, Demotapes, Kultur, Kochsendung und Beiträgen über das Studieren im Ausland ein recht vielfältiges Angebot.</p>
<p>Wenig wurde bislang gesendet, mediales Interesse für das Campusradio aber ist vorhanden: Die Pressestelle der TU brachte im Dezember einen großen Bericht; die taz schrieb schon im August und auch das Stadtmagazin tip hat angefragt. Das frühe Interesse ist den Beteiligten aber unangenehm – zuerst wollen sie ein gutes Programm auf die Beine stellen. Doch dafür ist die Unterstützung der Redaktionen nicht konsequent genug. „Wir wehren uns aber noch gegen einen Redaktionsschluss – das soll schließlich so frei wie möglich ablaufen“, fasst Andreas das Dilemma zusammen. Sechs Leute bilden derzeit den festen Kern, der Rest ließ sich im neuen Jahr noch nicht blicken. Ohne engagierte Studis kann Hanna aber nicht ihre Kultursendung weiter führen.</p>
<p>Die Planungen gehen trotzdem weiter: Hanna bietet Dienstags ein Tutorium zum „Schreiben und Sprechen im Radio“ an, was wiederum Andreas und Robert zu einer Technikeinführung anregt. Ralf plant spontan eine Arbeitsecke für die Redaktionssitzungen am Mittwoch, bis schließlich entschieden wird, dass eine große Sitzung nur noch einmal im Monat sinnvoll ist. Ein Vertrag mit der GEMA soll die Beschränkung auf frei spielbare Musik aufheben. Und als Andreas erneut die Anspruchslosigkeit der Radio-Eins-Musikauswahl bemängelt, hat Ralf eine Idee: „Wir werden dich als Nachfolger von John Peel aufbauen.“</p>
<p>„Ein bisschen reinsteigern“, das verlangen sie letztlich von allen, die das Projekt mitgestalten wollen. Vielleicht geht dann auch ihr Traum in Erfüllung: Ein offenes Radio, das von Studierenden vieler Fachbereiche gestaltet wird.</p>
<p>Campusradio in der TU, H108/109 im Hauptgebäude an der Straße des 17. Juni 135<br />
www.campusradio-online.de</p>
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Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2006/der_traum_vom_radio/">http://storyteller.adwebture.de/2006/der_traum_vom_radio/</a><br />
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		<title>Literatur fürs Volk</title>
		<link>http://storyteller.adwebture.de/2005/literatur_f_rs_volk/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2005 15:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wieder ein Text für die UnAufgefordert, diesmal eine recht spontane Notlösung, da der Kulturteil noch ohne Artikel war. Also begaben wir uns in den Untergrund der Lesebühnen &#8211; wir, heißt: Zusammen mit Lena und Bernhard entstand diese&#8230; nunja&#8230; Widerspiegelung unserer Position, die leicht zuungunsten der Lesebühnen ausfiel. Literatur fürs Volk Lesebühnen sind eng und stickig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder ein Text für die UnAufgefordert, diesmal eine recht spontane Notlösung, da der Kulturteil noch ohne Artikel war. Also begaben wir uns in den Untergrund der Lesebühnen &#8211; wir, heißt: Zusammen mit Lena und Bernhard entstand diese&#8230; nunja&#8230; Widerspiegelung unserer Position, die leicht zuungunsten der Lesebühnen ausfiel.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Literatur fürs Volk</h3>
<p>Lesebühnen sind eng und stickig, die Autoren sind weitgehend unbekannt und erzählen Banalitäten aus ihrem Alltag. &#8211; Trotzdem sind sie extrem beliebt, gerade im Winter. Ist es die Vergänglichkeit der Augenblickskunst, der großstädtische Prollcharme der Darbietung, oder doch nur die Tatsache, dass gerade nichs im Kino läuft? Viele Fans lassen sich weder von der aggressiven Eigenwerbung in Sachen Bücher und CDs abhalten, noch davon, dass alle Sitzplätze eine halbe Stunde vor Beginn schon vergeben sind. Sie lieben die Spannung: Ist heute mal wieder ein humoristischer Geniestreich dabei, der zehn Folgen Harald Schmidt in den Schatten stellt? Welches hoffnungsvolle Talent wird sich dieses mal am offenen Mikro lächerlich machen? Werde ich danach bei der Disko die Liebe meines Lebens kennenlernen? Der harte Kern der Fans hat ein Herz für die alternative Vorlesekultur, die abseits des übersatten Buchmarktes das zum Vortrag bringt, was bei renommierten Verlagen nicht mal die Praktikanten lesen würden.</p>
<p>Um in die Berliner Lese-Szene einzusteigen, eignet sich das &#8220;Kantinenlesen&#8221; in der Kulturbrauerei. Hier lesen jede Woche andere Autoren, die sonst auf verschiedenen eigenen Lesebühnen zuhause sind. Die Garderobe am Eingang, das größtenteils Bafög-unabhängige Publikum und das gediegene Ambiente wecken höchste Erwartungen an das selbst erklärte &#8220;Gipfeltreffen der Berliner Lesebühnen&#8221;. Mit Themen wie Kindersorgen und Tod trifft die Veranstaltung jedenfalls den Nerv vieler ihrer Zuhörer.</p>
<p>In der deutlich abenteuerlicheren Umgebung des RAW-Tempels findet die &#8220;Chaussee der Enthusiasten&#8221; statt. Die guten Plätze in der zugigen Scheune sind dabei die Sofas vom Sperrmüll. Wer allzu spät kommt, darf sich aber auch vorne auf die Bühne setzen, um die &#8220;schönsten Schriftsteller Berlins&#8221; zu bewundern. Für Schreibwütige, die eine öffentliche Plattform suchen, bieten die Enthusiasten ein offenes Mikro unter dem Motto &#8220;Mach mit, mach&#8217;s nach, mach&#8217;s besser&#8221; an.</p>
<p>Dicht um die wenigen Café-Tischchen gedrängt sitzt man in der kleinen Tanzwirtschaft Kaffee Burger, wenn die &#8220;Reformbühne Heim &amp; Welt&#8221; zusammentritt. &#8220;Jeden Sonntag nach der Tagesschau&#8221;  lesen seit inzwischen zehn Jahren unter anderem solche Berühmtheiten wie Ahne (&#8220;Zwiegespräche mit Gott&#8221;) und Jakob Hein (&#8220;Mein erstes T-Shirt&#8221;). Mit Daniela Böhle gehört ausnahmsweise auch mal eine Frau zur Stammbesetzung. Nach dem literarischen Teil werden die Bierbänke beiseite geschafft, um dem Tanzvergnügen Platz zu schaffen.</p>
<p>Die größte  Publikumsdichte auf kleinstem Raum bietet allerdings &#8220;Liebe statt Drogen&#8221; im Keller des Zosch. Gleich hinter den Toiletten und dem Kickertisch befindet sich der schmaler Tunnel, der LSD beherbergt. Seit bereits neun Jahren fühlt sich das Programm vor allem dazu verpflichtet, doppelt so viele Pausen wie die Konkurrenz anzubieten; Denn Pausen seien ja bekanntlich immer das Schönste, ob bei der Arbeit, in der Schule oder beim Sex. Das Liedermacher-Duo  Ivo und Sascha unterstützt die Autoren musikalisch.</p>
<p>Ebenfalls abwechselnd mit Musik (Surf-Musik von Ltd. Surf) tragen die Surf-Poeten ihre Surfliteratur vor. Gelegentlich spielen sie ihre Texte auch als Live-Hörspiele vor. Wer den verrauchten Smog im unterirdischen Mudd-Club nicht scheut, darf sich zurecht auf einen &#8220;Abend der Liga für Kampf und Freizeit&#8221; freuen. Die Poeten raten übrigens dazu, die Getränke selbst mitzubringen. Die seien im Mudd-Club einfach zu teuer.</p>
<p>Eine Gruppe, die selbst für eine Lesebühne ziemlich unbekannt und fast ein Geheimtip ist, bilden die &#8220;Erfolgsschriftsteller&#8221;, die lange Zeit im Keller des Bergwerks (Bergstraße) auftraten. Dort waren sie zusammen mit der Bewirtschaftung ihrem Publikum nicht selten zahlenmäßig überlegen. Inzwischen sind sie in den Schokoladen umgezogen, wo Mitmachspiele, Tombola und Live-Musik mit Karaokekönig Thilo Bock zum festen Programm gehören.</p>
<p>Der tatsächliche Erfolg der &#8220;Erfolgsschriftsteller&#8221; und ihrer Kollegen liegt zweifellos im Bereich des Humors, reich wird damit niemand. Das heißt aber nicht, dass man sie nur aus Mitleid besuchen sollte. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass doch mal ein &#8220;Surfpoet&#8221; oder eine &#8220;Erfolgsschriftstellerin&#8221; den Durchbruch schaffen sollte, kann man behaupten: Ich hab&#8217;s schon immer gewußt!</p>
<hr /><small>
Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2005/literatur_f_rs_volk/">http://storyteller.adwebture.de/2005/literatur_f_rs_volk/</a><br />
Copyright &copy; 1993 - 2010 <a href="http://storyteller.adwebture.de/"> http://storyteller.adwebture.de</a><br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> 2e1b6df8b1ac884a095158ddfdcc8ed3)</small></div>]]></content:encoded>
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		<title>Sind doch alles Spießer</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2005 21:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun aber: Mein erster Artikel für die UnAufgefordert. Natürlich einige hundert Zeichen zu lang und wurde dementsprechend in der veröffentlichten Fassung gekürzt. Hier die eingereichte Fassung, die ich aber schon beim Schreiben knapper hielt, als es das Thema verdient hätte… Sind doch alles Spießer 1990, die DDR bewegt sich ihrem Ende zu, als es in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun aber: Mein erster Artikel für die UnAufgefordert. Natürlich einige hundert Zeichen zu lang und wurde dementsprechend <a title="unaufgefordert.de" href="http://www2.hu-berlin.de/unauf/content/view/523/10/" target="_blank">in der veröffentlichten Fassung</a> gekürzt. Hier die eingereichte Fassung, die ich aber schon beim Schreiben knapper hielt, als es das Thema verdient hätte…</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Sind doch alles Spießer</h3>
<p>1990, die DDR bewegt sich ihrem Ende zu, als es in Ost-Berlin zu mehreren Hausbesetzungen kommt. So auch in der Kinzigstraße 9 in Friedrichshain &#8211; in dem Gebäude, das gesprengt werden sollte, lassen sich im Vorderhaus Punks nieder, Seitenflügel und Hinterhaus werden von Studi-WGs belegt.</p>
<p>Auch jetzt verbreitet die Straßenfassade einen schmutzigen Charme; der Stuck um die Fenster zerbröckelt. Das Café mit dem geschriebenen Schriftzug “Liberación” und die Klingelschilder, auf denen nur Buchstaben und Zahlen stehen, zeugen von den rebellischen Anfängen. All das ist vor allem eines: Fassade. Im Hinterhof erstrahlt das Gebäude in frischem Gelb und Klinkerfassade, eine Küche ist mit glänzendem Holzparkett ausgelegt und bietet bequeme Sofas. Dort erzählt Ane Betten, die seit neun Jahren in dem Hausprojekt wohnt, von der Geschichte und vom Leben in der “K9”.</p>
<p>Im Oktober 1996 wird das Vorderhaus polizeilich geräumt und die übrigen BewohnerInnen, hauptsächlich Studierende, entschließen sich, ihr Wohnen auf legalen Boden zu stellen. Schon 1992 hatten sie Mietverträge erhalten, nun wurde das Gebäude gekauft. Die Mietergenossenschaft “Selbstbau e.G.” erwarb es 1998 von der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain und verpachtete es ihrerseits für 30 Jahre an die BewohnerInnen. Für die Pacht und die Abbezahlung von Krediten zahlen sie monatlich Miete, derzeit 232 Euro. Von 1998 bis 2001 sanierten sie das denkmalgeschützte Haus. 6,2 Mio DM hat die Instandsetzung gekostet, 40% wurden über Fördergelder des Senats bezuschusst.</p>
<p>Mit der malerischen Kulisse von St. Turini als Fototapete im Hintergrund erläutert Ane die Hausgemeinschaft: Hier besitzen alle ein eigenes Zimmer und jeweils fünf bis sieben Personen ordnen sich den Küchen zu. In einem Gemeinschaftsraum trifft man sich sonntags, um den aktuellen “Tatort” zu sehen. “Seitdem ich in der Kneipe arbeite, schaffe ich das leider nicht mehr”, sagt Ane etwas enttäuscht. Doch das Leben in der K9 ist auch ein Wohnen in Selbstverwaltung und das muss organisiert werden. So treffen sich die 36 Bewohner und Bewohnerinnen einmal in der Woche zu einem Plenum; im Konsensprinzip wird dabei so lange diskutiert, bis für alle akzeptable Entscheidungen stehen. Daneben werden über Mailingliste und teils meterlange Aushänge Zuständigkeiten und Termine verteilt. In Arbeitsgruppen kümmern sie sich um Teilbereiche wie Buchhaltung, Verwaltung und die Organisation der Veranstaltungsetagen und der Remise im Hof. Die Etage mit der Bezeichnung “Größenwahn” ist mit Tresen, Beamer, Musikanlage, DVD-Spieler und Leinwand für Workshops, Seminare und Diskussionen ausgestattet. “Leichtsinn” ist ein schwarz gestrichener Partykeller mit Schallisolierung. Die Nutzung der Räumlichkeiten ist vielfältig und reicht von politischen Veranstaltungen zu kulturellen und wieder zurück. So fand hier die Tagung eines deutsch-israelischen Austauschs statt und am 16. November wird der Küchensänger Siggi Stern auftreten. Im August war die K9 Homebase für das Ladyfest, einer Präsentation feministischer und queerer Kunst.</p>
<p>Ein Hausprojekt mit politischem Anspruch &#8211; so verstehen sich die Leute von der K9. Jedoch gab es in letzter Zeit weniger eigene Veranstaltungen als früher, was an der stärkeren beruflichen Auslastung der Bewohner und Bewohnerinnen liegt: Der Großteil der Studierenden ist inzwischen zu Doktoranden geworden, das Durchschnittsalter liegt ungefähr bei 33. Dazu kommen sechs Kinder, das älteste ist sechs Jahre alt. “Halbe Kinder” werden sie scherzhaft genannt, denn nur ein Elternteil wohnt in dem Hausprojekt. Auch Ane ist Mutter &#8211; und sie studiert Gender Studies und Europäische Ethnologische an der HU, woran das das Haus nicht unschuldig: Bei ihrer Vorstellung wurde sie mit der Frage “Was hältst du von Politik?” überrumpelt, doch durch das Zusammenleben mit Studierenden entschied sie sich für Abi und Studium einerseits und für politische Arbeit andererseits. Das Leben hier hat nicht nur das Haus, sondern auch seine Menschen verändert. Ob sie sich vorstellen können, in diesem Haus alt zu werden? Da lächelt sie: “Darüber haben wir tatsächlich neulich im Plenum gesprochen.” Noch gibt es keine konkreten Planungen, aber ein gemeinsames Projekt auf dem Land scheint sie anzusprechen, die ehemaligen Hausbesetzer und Studierenden von der K9.</p>
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		<title>Onlineadventures &#8211; Ein Schritt nach vorn?</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2004 20:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir war langweilig. Ich hatte irgendwie meine Weisheitszahnoperation überstanden und ich merkte wieder einmal, dass das Ende der Schulzeit auch ein Ende der verpflichteten Schreibereien war. So schrieb ich den Text einerseits für mich, um schreibtechnisch nicht völlig einzurosten. Andererseits schickte ich ihn auch an eine Adventureseite, die gerade neue Redakteure suchte. Das heißt, ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir war langweilig. Ich hatte irgendwie meine Weisheitszahnoperation überstanden und ich merkte wieder einmal, dass das Ende der Schulzeit auch ein Ende der verpflichteten Schreibereien war.</p>
<p>So schrieb ich den Text einerseits für mich, um schreibtechnisch nicht völlig einzurosten. Andererseits schickte ich ihn auch an eine Adventureseite, die gerade neue Redakteure suchte. Das heißt, ich wollte es verschicken, aber eine Adresse hatte ich im Aufruf nicht gefunden. Also habe ich so ein blödes Kontaktformular genutzt. Keine Ahnung, ob die das je gelesen haben…</p>
<p>Achso: Die angekündigte Serie ist natürlich nie zustandegekommen. Wär mir eh nix eingefallen… ;)</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Onlineadventures &#8211; Ein Schritt nach vorn?</h3>
<p>„Ich leb online.“ Das ist nicht nur der aktuelle Werbeslogan eines großen Internetproviders – es ist auch immer stärker die Philosophie bei der Entwicklung von Computer- und mittlerweile auch Konsolenspielen. Man kann sich von Counterstrikern aus dem anderen Ende der Welt hinterrücks abschießen lassen, im Zivilisationsaufbau gegen Amerikaner verlieren, bittere Fußballniederlagen gegen Inder einstecken und so weiter und so fort. Die weltweite Vernetzung hat den einstmals einsamen Spielen eine weitere Dimension hinzugefügt und damit etwas getan, was man durchaus als Evolution bezeichnen kann.</p>
<p>Doch was ist bei den Adventures geschehen? Die Grafik wurde im Laufe der Jahre feiner und detaillierter, auch wenn sich einige Spieler immer noch vor dem Schritt in die 3. Dimension fürchten. Aus den dutzenden Befehlsmöglichkeiten der Textadventures entstand auch schon mal eine optionslose Ein-Klick-Steuerung, die man dann als „intelligenten Mauscursor“ verkaufte. Veränderungen in diesem Maßstab wurden und werden auch in den übrigen Genres vollzogen – meist in größerem Maße, wenn man an künstliche Intelligenz und eben auch Online-Möglichkeiten denkt.</p>
<p>Hier unternahmen die kommerziellen Anbieter erst in letzter Zeit zaghafte Schritte: „In Memoriam“ erforderte einen Internetanschluss, damit der Spieler durch den Besuch realer Webseiten eine möglichst realistische Inszenierung erleben konnte. Und bei „URU Live“ war die Inszenierung recht schnell vorbei: Es wurde aus Mangel an Teilnehmern eingestellt.</p>
<p>Ist es das, was einen weiteren Schritt des Adventure-Genres verhindert – der Fan selbst? Ist er tatsächlich der einsame Rätselfuchs, der lieber alleine an einer Aufgabe verzweifelt, weil er ja sonst gleich zur etablierten Online-Rollenspiel-Gemeinde überwechseln könnte? Der Literat unter den Computerspielern, dem es nicht gefällt, wenn ihm zig Typen die Seiten seines Spiels mit Schokolade voll schmieren?</p>
<p>Diese Serie wird zeigen, dass es durchaus Freeware-Projekte im Online-Adventure-Bereich gibt, auch wenn sie bislang meist in Auflistungen von Fanadventures gefehlt haben.<br />
Und wir werden zeigen, dass es trotzdem nicht zu einer echten Ausnutzung der Möglichkeiten des Internets gekommen ist.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Was es so gibt</span></p>
<p>http://www.todesursachemord.de/</p>
<p>http://www.das-tier.com/</p>
<p>http://www.clowntheater-pipolino.net/</p>
<p>http://www.berlin-info.de/deutsch/netvent/index.html</p>
<p>http://www.dnilegacy.com/</p>
<p>http://www.primitivelyrics.ch/intro/movie/thetitle.htm</p>
<p>http://www.onlinespiele.de/SchatzImSchloss/SCHLOSS.HTM</p>
<p>http://www.rolf-tiemann.de/rolfs_geheimnis/index.htm</p>
<p>http://www.wuerzburg.de/gym-fkg/schule/fachber/info/automat/chatrobots9900/koetsch/html-seiten/start.htm</p>
<p>http://www.addventure.com/</p>
<p>http://www.adwebture.de</p>
<hr /><small>
Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2004/onlineadventures_ein_schritt_nach_vorn/">http://storyteller.adwebture.de/2004/onlineadventures_ein_schritt_nach_vorn/</a><br />
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		<title>Multimediale Film-Wunder</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2004 00:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia-AG]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Rückblick auf die Multimedia-AG meines Gymnasiums. Den Text hatte ich für das gedruckte Abi-Buch nicht mehr geschafft und so erschien er schließlich auf der CD-Version, die aber kaum jemand haben wollte. Sei’s drum &#8211; der Text hat einfach nicht dieses gewisse Extra, das den Rückblick auf die Schülerzeitung so schön macht. Multimediale Film-Wunder Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Rückblick auf die Multimedia-AG meines Gymnasiums. Den Text hatte ich für das gedruckte Abi-Buch nicht mehr geschafft und so erschien er schließlich auf der CD-Version, die aber kaum jemand haben wollte. Sei’s drum &#8211; der Text hat einfach nicht dieses gewisse Extra, das den <a href="/?p=119">Rückblick auf die Schülerzeitung</a> so schön macht.</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Multimediale Film-Wunder</h3>
<p>Es klang neu. Es klang aufregend. Es klang nach Film. Und es klang vor allem nicht nach Schule: Im Herbst 2000 begann die sogenannte Multimedia-AG ihre Arbeit und war doch eigentlich eine Film-AG, denn dies war ihr Ziel: Ein kompletter Film für die Zeugnisverleihung am Schuljahresende.</p>
<p>Nachdem die AG-Leiter Kathleen und Dennis (Abi-Jahrgang 98 ) kurz zuvor durch ausgiebiges Abfilmen des Schulalltags aufgefallen waren, präsentierten sie nun einen Zusammenschnitt den neugierigen Schülern. Anwesend bei den ersten Treffen waren André P, Anne W, Axana (damals noch eine Klassenstufe höher) und ich. Anne flüchtete schon bald, Axana entwickelt das Aussehen des Außerirdischen „Anders“ – und André und ich schreiben eine Szene. Eine ziemlich obskure Szene, denn es ist eine der wenigen Szenen ohne Lehrer. Und sie spielt in den wunderbaren Schulklos. Toll.</p>
<p>Der ursprüngliche Gedanke der AG sah vor, dass Anders den Raum betritt, bei den Pinkelbecken immer mehr „Censored“-Schilder erscheinen und der kleine Kerl völlig verstört in den Gang eilt. Das war dann doch etwas viel Holzhammer. Die neue Fassung ging die Toiletten-Problematik etwas subtiler an: Meine Wenigkeit – gekleidet in Abendgarderobe – öffnet dem Wesen die Tür zu den Örtlichkeiten, er tritt über einen roten Teppich und sobald er an den Pinkelbecken ankommt, ist ein künstlerisch wertvoller Schwenk über diese zu sehen und zu hören ist Michael Jacksons „Earth Song“: „Look what we’ve done to the world – look what we’ve done.“ Das Stück wurde allerdings beim Schnitt durch „Help!“ ersetzt, da die Sequenz zu lang gewesen wäre. Ist ja auch ganz nett.</p>
<p>Eine andere Neuerung ist die Damentoilette: Wo schon nicht genug Statisten für eine lange Schlange am Herren-Klo da waren, konnte ich wenigstens noch eine weitere Tür aufhalten. Natürlich für Anne, denn mir war keine andere Person eingefallen, die für einen knapp einsekündigen Auftritt ein Kleid in die Schule schleppen würde.</p>
<p>Im nächsten Schuljahr ging die AG weiter und André und ich waren noch die einzigen Teilnehmer aus unserem Jahrgang. Die Beliebtheit von „Anders im Weidenland“ war der AG ein wenig zu Kopf gestiegen und wir wollten „wichtige“ und „hochwertige“ Kurzfilme produzieren. Was immer das sein sollte.</p>
<p>So kam es jedenfalls, dass wir mein Image des Drogen-Junkies ausbauten und ich durfte ein wenig verwirrt durch einen Gang zu huschen. Es gab kein Drehbuch – nur dieses Konzept. Bei einem Kurzfilm-Wettbewerb war dieses Machwerk übrigens ohne Erfolg. Trotz der netten Melodie von „Mullholland Drive“. Im Gesamt-Film kündigte ich diesen Kurzfilm – also mich selbst – schließlich mit „Und nun zu etwas völlig anderem“ an. Endlich erfüllte sich mein Traum eines Monty-Python-Zitats!</p>
<p>Einen großen Zuwachs an Jahrgangs-Genossen gab es über den Kunst-Unterricht und den Themenkomplex „Visuelle Medien“. Nun unterstützten uns Silvia, Sandra, Martina, Katja A, Judith W, Julia D, Eugen und Erik vor und hinter der Kamera. Nicht nur bei den zwei übrigen Kurzfilmen (dort hinter der Kamera), sondern auch bei den Schulnachrichten „w-tv“ und dem Schuljahresrückblick, die eigentlich völlig missraten sind (muss man ja mal sagen!). Die Texte zu den Nachrichten hatten sich Dennis und ich in der Nacht davor aus den Fingern gesaugt und der Rückblick war lediglich eine Notlösung, die kurz vor der Vorführung gedreht wurde, da die Kunstlehrer bei „Hoeftis Report“, der vollständig fertiggeschrieben war, plötzlich nicht mitspielen wollten. Also stellten wir zwei Kameras in Kathleens Wohnzimmer und versammelten die AG- und Kursteilnehmer zu Kaffee und Kuchen. Spontaneität kann ja so weh tun…</p>
<p>Im nächsten Jahr war wieder vieles anders: Der Großteil der AG-Teilnehmer kam aus der neunten Klasse und ich war als einziger 13-Klässler deutlich in der Minderheit. Zudem konnte ich wegen der Abi-Prüfungen erst im 2. Halbjahr teilnehmen, schrieb dann aber zusammen mit einer Achtklässlerin das Drehbuch von „Man lernt nur einmal“ und spielte die Rolle des selbstverliebten Chefredakteurs.</p>
<p>So konnte ich auch eine Szene einbauen, die ich bereits einige Monate zuvor geschrieben hatte: Im Jahr 1979 berichtet eine FDJ-Gruppe vom Bau einer neuen Schule – unserer Schule. Als tief im Sozialismus verwurzeltes FDJ-Mädchen castete ich sogleich Julia S, die sich einen sächsichen Akzent bis zum Dreh am Herrentag aneignete. Dies war als Drehtag übrigens völlig ungeeignet, da die Gaststätte gegenüber lautstark Party-Musik spielte und uns lediglich eine Drehzeit von 15 Minuten gönnte. Aber wir haben es geschafft!</p>
<p>Ach ja: „Man lernt nur einmal“ übertraf nach Meinung der Zuschauer „Anders im Weidenland“, mit dem fast drei Jahre zuvor alles angefangen hatte…</p>
<hr /><small>
Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2004/multimediale_film_wunder/">http://storyteller.adwebture.de/2004/multimediale_film_wunder/</a><br />
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		<title>Der besondere Song (2)</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Sep 2003 16:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silvio Schwartz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Schülerzeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das sollte die Song-Reihe fortsetzen, was aber wegen der nicht herausgebrachten Schülerzeitung in meinem letzten Schuljahr nicht geschah. Was vielleicht auch nicht das schlechteste war: “Belanglos” ist wohl das Beste, was man über diesen Text verlieren kann. Nichtsdestotrotz ist Bubblegum-Pop eine herrliche Musikrichtung! Der besondere Song (2) diesmal: “Yummy Yummy Yummy” Musikalische Revolutionen klingen manchmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das sollte die <a href="/?p=111">Song-Reihe</a> fortsetzen, was aber wegen der nicht herausgebrachten Schülerzeitung in meinem letzten Schuljahr nicht geschah.</p>
<p>Was vielleicht auch nicht das schlechteste war: “Belanglos” ist wohl das Beste, was man über diesen Text verlieren kann. Nichtsdestotrotz ist Bubblegum-Pop eine herrliche Musikrichtung!</p>
<p><div class="toggle"></p>
<h3>Der besondere Song (2)</h3>
<p><span style="font-weight: bold;">diesmal: “Yummy Yummy Yummy”</span></p>
<p>Musikalische Revolutionen klingen manchmal zu simpel, um als solche erkannt zu werden. Während Bands gegen Ende der 60er immer ausschweifendere psychedelische Werke erschufen (und sich darin mitunter verloren) oder auch die Solo-Gitarre für stundenlange Bearbeitungen entdeckten, kamen die <span style="font-style: italic;">Produzenten!</span> Und im Gegensatz zu den altbekannten Musikern, die abwechselnd durch Drogen und neuartige Klänge high wurden, wollten die <span style="font-style: italic;">Produzenten </span>nur eines: Möglichst viele Platten verkaufen.</p>
<p>Ein guter Produzent weiß – woher auch immer – welchen Musik-Geschmack die potenziellen Käufer besitzen. Jerry Kasenetz und Jeff Katz waren solche <span style="font-style: italic;">Produzenten</span>. Sie nahmen sich ein paar Studio-Musiker, die mit Sänger und Song-Writer Joey Levine “Yummy Yummy Yummy” einspielten und schafften prompt einen Top5-Hit auf beiden Seiten des Atlantiks unter dem Bandnamen Ohio Express. Und wenn dies tatsächlich bedeutet, dass damit der Nerv des Publikums getroffen wurde, dann hatte die zivilisierte Welt 1968 wohl echt ein Ding zu laufen.</p>
<p>Wem schon der Titel – gelinde gesagt – etwas seltsam vorkommt, der wird am Text seine wahre Freude haben: “Love, you’re such a sweet thing/Good enough to eat thing/And it’s just a-what I’m gonna do.” Gerüchten zufolge handelt der Song übrigens von Schwangerschaft bei Teenagern.</p>
<p>Dieser Titel blieb jedoch nicht allein: 1910 Fruitgum Co., eine weitere Band des Produzenten-Duos waren mit dem weitaus simpleren Titel “Simon Says” und mit “Goody Goody Gumdrops” erfolgreich. Damit begründeten die Bands ein Musik-Genre, die “Bubblegum Music”. Titel von leichtem Inhalt mit einem catchy, einem einfangendem Refrain sollten die Hörer zum Kauf anregen. Eine Besonderheit dabei war der mehrstimmige Hintergrund-Gesang und die extrem nasale Stimme des Sängers, die von Gruppe zu Gruppe fast identisch waren.</p>
<p>Bubblegum Pop war so süß und klebrig wie ein Kaugummi und letztendlich auch genauso kurzlebig: Schon bald zerplatzte die Blase und “Simon Says” wurde hauptsächlich auf Kindergeburtstagen gespielt. Ein kleines Revival gab es Ende der 70er mit dem bizarren Elvis Costello und der Punk-Band Ramones, die sich anfangs als Bubblegum-Band ansahen. Überhaupt waren sich Punk und Bubblegum grundlegend ähnlicher, als man vermuten könnte. Wobei beim Punk natürlich das verspielte, unschuldige Element fehlte.</p>
<p>Zum Schluss einer Folge der Kult-Comedy-Serie “Monty Python’s Flying Circus” aus dem Jahr 1972 wird “Yummy Yummy Yummy” gespielt; die Musiker allerdings stecken zu den blinkenden Disko-Lichtern in großen Holzkisten und sind somit nicht zu sehen. Das ist es wohl, was Bubblegum Music ausgemacht hat: Anonyme Musiker und Comedy – simpel und erfolgreich.</p>
<hr /><small>
Originalbeitrag: <a href="http://storyteller.adwebture.de/2003/der_besondere_song_2/">http://storyteller.adwebture.de/2003/der_besondere_song_2/</a><br />
Copyright &copy; 1993 - 2010 <a href="http://storyteller.adwebture.de/"> http://storyteller.adwebture.de</a><br /> This feed is for personal, non-commercial use only. <br /> The use of this feed on other websites breaches copyright. If this content is not in your news reader, it makes the page you are viewing an infringement of the copyright. (Digital Fingerprint:<br /> 2e1b6df8b1ac884a095158ddfdcc8ed3)</small></div>]]></content:encoded>
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