The 1 and only 1?

Eine meiner ersten Rezensionen. In der ich kurioserweise als beinharter Beatles-Fan sehr stark die “1”-Kompilation kritisierte, während sich ansonsten eine ungezügelte Beatles-Begeisterung breit machte. So kann’s manchmal gehen…

The 1 and only 1?

1 – Welch Bedeutungen verbinden sich allein mit dieser Zahl? Schon allein in der Schule gilt die Formel „Ne 1 – Geil!“ (Obwohl sich „Geins“ viel besser reimen würde) Oder sehen wir einmal den Bereich der natürlichen Zahlen: Die 1 steht ganz am Anfang (Es sei denn, wir beziehen die 0 mit ein, aber ich schweife ab) Oder nur die Ausdrücke erstklassig, einmalig, einzigartig und viele andere zeigen: die 1 ist eine Klasse für sich.

Wie die Beatles. Und das Verhältnis zwischen den Beatles und Platz 1 der Charts war schon immer ein besonderes. Nicht nur, dass 1964 drei Beatles-Titel gleichzeitig die oberste Chartposition New Yorks besetzten, hinderten sich 1967 „Penny Lane“ und „Strawberry Fields Forever“ gegenseitig daran, die 1 zu erreichen, weil sie als Single mit zwei A-Seiten veröffentlicht wurden..

So lag die Idee eigentlich ziemlich nahe, nach einem „Best of“ (das Blaue und das Rote Album) und der Veröffentlichung aller Singles auf zwei Doppelalben (Past Masters Vol. 1 und 2) alle Nummer-1-Titel auf eine Platte zu pressen.
Doch wusste man im Hause EMI anscheinend nicht, auf welches Land man sich beziehen sollte: Auf Großbritannien, der Heimat der Beatles, wo sie 18 mal Platz 1 erreichten. Oder auf die USA, in der sie 23 mal Platz 1 schafften. (Die Werte weichen je nach betrachtetem Chartsystem leicht ab) Wahrscheinlich gab es nur einen einzigen Grund, nicht ausschließlich die britischen 1s zu berücksichtigen: „Yesterday“. Der Titel, der in Großbritannien nie als Single erschienen ist, sollte natürlich auf ein Album, das 1 heißt.
Dies ist aber nicht das einzige Problem dieser Scheibe: die allererste 1, „Please Please Me“, ist nicht vertreten, dafür aber „Love Me Do“, die 1. Single. Zwar wurde der Titel nur in den USA 1, ebenso wie „Eight Days A Week“, „Come Together“, „Something“ „Let It Be“ und „The Long And Winding Road“, alle nur in den Vereinigten Staaten Nummer 1 und alle auf 1. Dagegen sind „From Me To You“, „Yellow Submarine“ und „The Ballad Of John And Yoko“: alle nur in England 1 geworden und ebenfalls auf dem Album 1.

Man sieht die Schwierigkeiten, die mit 1 verbunden sind. 27 Nummer-1-Titel sind eine beachtliche Zahl, stimmen aber nur bedingt. Eins ist 1 auf jeden Fall nicht: Die Zusammenstellung der besten Beatles-Titel, denn diese wurden selten als Single, höchstens als B-Seite, veröffentlicht. 1 ist vielmehr eine Sammlung von Songs, die irgendwo mal 1 waren, jetzt das Prädikat „digitally remastered“ bekamen und sich einigermaßen gut als weihnachtliche Beigabe zur „Anthology“ machen. Aber mehr auch nicht.

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