Story°Teller

Ein Lyrisches Ich tischt auf

“Jud Süß – Film ohne Gewissen” (Rezension)

Februar2010

Bei der Berlinale 2010 war auch zu sehen: Ein Film über den Film “Jud Süß”. Für ein Referat hatte ich mich bereits mit dem Werk von 1940 beschäftigt und auch die Vorberichte zur neuen Verfilmung betrachtet. Nun also meine Rezension zu einem Film, der durchaus Brechreize bei mir ausgelöst hat.

“Jud Süß – Film ohne Gewissen”

Und zum Schluss der Berlinale basteln wir uns einen Propagandafilm: Oskar Roehler weiß, wie’s geht.

Mit „Jud Süß“ hat Regisseur Veit Harlan 1940 gezeigt, wie man Antisemitismus in einen Propagandafilm packt. Man braucht dazu erstens ein paar Stars und die gab es durchaus zu sehen –  Heinrich George, Vater von Götz George, war einer von ihnen. Zweitens muss ein Feindbild aufgebaut werden, also wurde schamlos gegen „die Juden“ gehetzt. Und schließlich kann ein Propagandafilm nur dann funktionieren, wenn abgestritten wird, dass es ein Propagandafilm ist und so ließ man die Uraufführung ganz unverdächtig auf den Filmfestspielen in Venedig stattfinden.

Zum 70. Jahrestag der Premiere lässt Oskar Roehler „Jud Süß“ wieder auferstehen und befolgt beflissentlich die goldenen Regeln für Propagandafilme: So lässt er mit Tobias Moretti (der einst an der Seite von „Komissar Rex“ spielte), Moritz Bleibtreu (eben noch Andreas Baader im „Baader Meinhof Komplex) und weiteren Gesichtern die Riege deutscher und österreichischer Filmschauspieler auftreten. Roehlers Film ist nämlich – Ironie der Geschichte – eine deutsch-österreichische Co-Produktion.

Und auch „Jud Süß 2010“ hat seinen Feind gefunden: „Jud Süß 1940“. Von Beginn an lauert der Film als dunkle Bedrohung, um in der heilen Welt des sauberen Schauspielers Ferdinand Marian zuzuschlagen. Die Katastrophe für den Künstler besteht darin, dass er schließlich nur noch mit der Titelrolle identifiziert wird, die er spielen musste und das treibt ihn schließlich in den Tod. Daneben fungierte „Jud Süß“ für antisemitische Mobilmachungen, aber das wird in „Jud Süß 2010“ nur soweit gestreift, wie es für die moralische Verzweiflung der Hauptfigur wichtig ist.

Schließlich kommt „Jud Süß“ als Remake nie in den Verdacht ein Propagandafilm zu sein. Da können noch so viele Zitate aus der Vorlage gebracht werden: Als Rezitationen, beim Besuch auf dem Set, bei nachgedrehten Szenen und schließlich bei Originalszenen, bei denen die Köpfe der Schauspieler des aktuellen Films einkopiert wurden. Oskar Roehler bedient sich derart schamlos beim Bild- und Textfundus des Originals, dass Veit Harlan gerechterweise als Co-Regisseur genannt werden müsste. Aber was bedeutet schon Gerechtigkeit in einem Film, der Witze von Nazis, Poesie von Nazis und Sex von Nazis aneinanderreiht, jüdische Menschen aber in drittklassige Statistenrollen zwängt? Wie wichtig ist das überhaupt in einem Film, der wie sein Vorläufer historische Wahrheit beansprucht, sie aber genauso wenig einlöst? Was ist überhaupt von einem Film zu halten, der sämtliche antisemitischen Stereotype aufgreift, die sein Vorbild 1940 entworfen hat und dabei die Verantwortung von den Beteiligten auf Joseph Goebbels verschiebt? Die aktuelle Produktion nennt die Version von 1940 einen „Film ohne Gewissen“. Dieser Film ist aber nicht besser, denn er weiß, was er tut.

Joseph Goebbels wäre stolz auf Sie, Oskar Roehler.

How I ended this Summer (Rezension)

Februar2010

Zur Berlinale 2010 hat es endlich geklappt mit den Pressekarten und so konnte ich diesen russischen Film sehen und für die Website der UnAufgefordert rezensieren. An den Film gingen dann übrigens auch einige silberne Bären.

Berlinale 2010: How I ended this Summer

Eigentlich ist „How I ended this summer“ ungeeignet für eine Vorführung im Kino. Denn während im Saal getuschelt und geknistert wird, geht es auf der Leinwand vor allem um Isolation und Einsamkeit in der russischen Arktis.

Der Zuschauer wird in Tschukotka, dem nordöstlichsten Zipfel Russlands ausgesetzt. In einer unwirtlichen Tundra-Gegend arbeiten zwei Männer in einer Wetterstation: der ältere Sergei und Pavel, der zum ersten Mal an diesem Ort ist. Die unterschiedlichen Charaktere führen dabei zu Situationen, wie es sie auch in Wohngemeinschaften geben kann: Während Sergei die Einsamkeit sucht und dabei regelmäßig die Messungen der antiquierten Instrumente per Funk durchgibt, sucht Pavel, stets mit mp3-Player unterwegs, das Abenteuer und vertraut den Computer-Messdaten. Als Sergei die Station zum Fischen verlässt, erhält Pavel eine wichtige Nachricht für ihn und verschläft die Messungen. Er zeigt sich nicht in der Lage, Sergei die beunruhigenden Neuigkeiten zu sagen und mit dessen Vorwürfen umzugehen und verstrickt sich Ausflüchte, Schuldgefühle und Angst.

Alexei Popogrebsky, Regisseur und Autor, vertraut seinen beiden einzigen Charakteren und sie tragen den Film auf eine sehr berührende Weise. Ihre Geschichten und Motivationen bleiben zum großen Teil im Dunkeln und so stehen sie mit ihrer Komplexität und ihren widersprüchlichen Gefühlen im Mittelpunkt. Unterstützt werden sie dabei von der dritten Hauptdarstellerin: ihrer Umgebung. Die Station selbst ist nicht mehr rustikal, aber noch nicht verfallen und nicht weit entfernt steht eine radioaktive Boje. Und über all der Einsamkeit und Stille liegt immer wieder ein Rauschen: das des Meeres und die Geräusche der Funkanlage, der einzigen Verbindung zur Außenwelt.

Im Verlauf des Handlung rückt die Landschaft selbst mehr und mehr in den Mittelpunkt – der kalte scharfe Stein und dichter Nebel ebenso wie die wechselnden Farben des Himmels und dahin gleitende Eisschollen – sie alle gehören zu dem, was in den Figuren passiert. Man muss dem Film dankbar sein, dass er nicht versucht, Erklärungen und Lösungen dafür anzubieten, sondern die Protagonisten in ihrem Stolz und ihrer Verletzbarkeit bei sich lässt.

Und wenn der Film vorbei geht, dann hat er auch eine Einsamkeit im Zuschauer ausgelöst, ganz losgelöst von den vielen Menschen, die wieder tuscheln und knistern.

Rezension: Doppler

Mai2009

Und noch eine Rezension für die UnAufgefordert. Diese hier musste ganz plötzlich geschrieben werden. Ein Glück, dass ich kurz vorher das kleine Büchlein von Madlen bekommen hatte…

Doppler

„Magermilch adelt den Menschen.“ Seit Andreas Doppler beschlossen hat, sein gut-bürgerliches Leben aufzugeben und im Wald zu leben, hat er viele philosophische Weisheiten dieser Art auf Lager. Meist sind seine Erklärungen dazu ähnlich absurd und das mag damit zusammenhängen, dass er seinen Ausstieg aus der Zivilisation nach einem Sturz von seinem Fahrrad beschlossen hat. Es sind aber auch diese kleinen Gedankenketten, mit denen der selbsternannte Menschenhasser seine Artgenossen durchaus plausibel erklären kann.

Der norwegische Schriftsteller Erlend Loe reiht in seinem Roman über den Aussteiger Doppler absurde und berührende Situationen aneinander. Sie sind absurd, wenn er seine Abende mit einem Elchen als neuen besten Freund verbringt, auf einer Elternversammlung für Tauschhandel plädiert und misstrauisch einen Nachahmer beobachtet. Und sie berühren, wenn er über seinen Vater sinniert, den er kaum kannte und sein bisheriges Leben in geradezu klassischer Midlife-Crisis überdenkt. Heraus kommt ein Buch, das einen vergnüglich stimmt, wenn man es liest und nachdenklich, wenn man es zur Seite legt. Eines, das zeigt, dass die kleinen Dinge im Leben wichtig sind: Eine Elchkuh erlegen. Im Memoryspiel gegen ihren Sohn gewinnen. Einen Totempfahl errichten. Aus der Zivilisation aussteigen. Doppler ist ein Meister der einfachen Erklärungen. Und erklärt wohl deswegen tiefsinniger als manch anderer.

Erlend Loe: Doppler. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, 160 Seiten, 7,95 EUR

Feigen, die fusseln (Rezension)

April2009

Eine kleine Rezension für die UnAufgefordert April 2009, in der eigentlich schon alles Wichtige steht. Wer regelmäßig auf dieser Website vorbei schaut, wird wissen, was es hier in Zukunft geben wird: Richtig – Kochrezepte!

Feigen, die fusseln

Stephen Fry, britischer Autor, Schauspieler und Regisseur, ist hierzulande bekannt geworden mit seinem Roman “Geschichte machen”. Darin geht es um einen Studenten, der per Zeitreise die Geburt Hitlers verhindert – eine bizarre Mischung aus Alternativer Geschichte und College-Roman. “Feigen, die fusseln” ist anders, denn es ist ein Lehrbuch.

Nicht umsonst heißt es im Untertitel: “Entfessle den Dichter in dir”, denn wo Jamie Oliver jedem das Kochen schmackhaft machen möchte, versucht Fry das gleiche für die Dichtkunst. “Es ist niemals zu spät”, schreibt er. Dann geht es los.

Und wie: 180 Seiten lang beschäftigt sich Fry mit dem Metrum, seinen Regeln, den Unterschiede zu anderen Sprachen, den Ausnahmen – er lässt nichts aus. So geht es weiter mit den Reimformen, den Gedichtformen und was es sonst so gibt. Das wäre klassisch-dröger Schulstoff, würden nicht Fry und sein Witz an jeder Ecke lauern. Ihm macht es nichts aus, betont schlechte Gedicht vorzustellen und zu schreiben, dass er gerade hungrig ist. Fry kann da locker die Begeisterung für Gedichte entfesseln, zum Selberdichten ist es da nicht mehr weit.

Bleibt trotzdem zu hoffen, dass das Buch nicht ähnlich erfolgreich wird wie Oliver und seine Kochshow. Auf Dichter an jeder Ecke kann man dann doch gerne verzichten.

Mashed

März2007

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Mash-Ups großartig finde? Für alle, die meinen Artikel in der Schülerzeitung fünf Jahre zuvor verpasst hatten, lieferte ich nun in der UnAufgefordert nach. Glücklicherweise gab es gerade mit “Mashed” eine aktuelle Veröffentlichung, sodass es sogar einen guten Grund für den Text gab.

Mashed

Dieses Album ist ein Paradoxon. Hier erfährt das Genre des Mash-Up eine offizielle Veröffentlichung, sämtliche Künstler haben der Verwendung ihrer Titel zugestimmt. Und das darf nicht sein. Mash-Ups – auch als Bastard Pop bekannt – mischen den Instrumental-Teil eines Songs mit dem Gesang eines anderen und werden dann im Internet verbreitet. Die oft bizarren Kombinationen leben davon, dass sie unabhängig von den eigentlichen Interpreten entstehen. Deutlich fixer als ein Album ist das sowieso.

Trotzdem macht „Mashed“ einfach Spaß. „Franz Buffalo“ ist ein wilder Mix aus dem ’83er UK-Hip-Hop „Buffalo Gals“ und „Take Me Out“ von Franz Ferdinand, der schon beim Zuhören für Schweiß auf der Stirn sorgt. Erst durch Bowie wird “Got To Have Your Love” von Liberty X richtig interessant, “David X” ist der Beweis. Dass einer gemeinsamen Karriere von Peggy Lee und Iggy Pop nichts im Wege gestanden hätte, lässt das holprig-wippende “Passenger Fever” hören. Die Shapeshifters lassen No Doubt in „Hella Lola“ deutlich hymnischer klingen und Moloko wird durch Elastica entschieden britpoppiger: „Sing Back Connection“.

Höhepunkt der Platte ist aber „Rapture Riders“, in dem Jim Morrison und Debbie Harry ein spätes Duett abliefern. Der britische DJ Go Home Productions steckt hinter diesem und dem Großteil der übrigen Tracks und beweist schon seit Jahren, dass Mash-Ups im besten Fall ein ganz neues, manchmal besseres Musikstück kreieren. Eine paradoxe Liebeserklärung an die Musik.

Das aktuelle 3. Reich

Mai2003

Das erste Halbjahr 2003 hat schwere Schäden bei mir hinterlassen: Abgesehen von den läppischen Abiprüfungen waren vor allem die Nazis schuld, denn die waren überall: Das 3. Reich war das Thema im Leistungskurs Geschichte, mit dem “Siebten Kreuz” behandelten wir im Deutsch-Unterricht einen entsprechenden Roman. Außerdem war ich im Januar in einer Lesung von Serdar Somuncu zur Sportpalast-Rede und zwischendurch las ich auch noch den Alternative-Geschichte-Roman “Vaterland”. Das vermaledeite Reich war tatsächlich überall!

Also schrieb ich dann eine Doppelkritik zu Somuncus und Harris’ Werken, die aber unveröffentlicht blieb, weil mich das Abi-Buch zu sehr in Anspruch nahm, um noch rechtzeitig die Schülerzeitung in diesem Schuljahr fertigzustellen.

Das aktuelle 3. Reich

Wer glaubt, dass Geschichte längst Geschichte ist, wird besonders in Deutschland praktisch täglich eines besseren belehrt: Vergleiche der heutigen Zeit mit der Diktatur Hitlers wurden aus den verschiedensten Gründen getroffen, um kurz darauf mit allen erdenklichen Entschuldigungen zurückgezogen zu werden. Doch nicht nur als Moralkeule dient dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte, sondern inzwischen zu einem bestimmten Grad auch zur Unterhaltung. Zwei solcher Werke seien hier kurz vorgestellt.

„Serdar Somuncu liest aus dem Tagebuch eines Massenmörders – Mein Kampf“

Ein Türke liest aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Er liest, geifert und brüllt nicht nur entsprechend, sondern er kommentiert das Buch auch. Dieses böse verbotene Buch. „Öffentlich daraus vorzutragen ist auch verboten, wenn man – und jetzt kommt wieder die Kurve von hinten – das Ganze an einem Stück vorträgt. […] All das ist natürlich unmöglich und darum ist auch der öffentliche Vortrag erlaubt.“ Somuncu liest aus diesem Buch vor, weil es durch den Verbot seines Erwerbs dämonisiert wurde. Jeder spricht darüber, aber nur etwa 0,002% der Bevölkerung haben das Werk von Anfang bis Ende gelesen. Der türkischstämmige Schauspieler und Regisseur Somuncu möchte dagegen vorgehen und zeigt nicht nur den irrsinnigen Inhalt dieser Schrift, die irrsinnige Grammatik („der einzige Grund, weshalb ich das Buch verbieten würde“) und die irrsinnigen Reaktionen der Gegenwart. Verboten ist der Verkauf von „Mein Kampf“, der Besitz allerdings ist erlaubt, „und zwar strengstens!“

Welche Institution eigentlich den Hitler-Text verbietet und sich somit als Nachlassverwalter des Diktators fühlen kann und welche unsinnigen Tiervergleiche ausgiebig vorgenommen wurden: Dies kann man in „Mein Kampf“ nachlesen (wenn man es denn besitzt, ohne es gekauft zu haben) oder auf dieser eindrucksvollen Vorlesung nachhören.

Robert Harris: „Vaterland“

Der SPIEGEL tobte: „[…]“ Auch die „Zeit“ war nicht gerade erfreut, als 1992 das Erstlingswerk des Journalisten Robert Harris erschien. Was hatte der Engländer in diesem Roman getan?
Er beschreibt ein Deutschland, das es so nie gegeben hat. Es ist 1964 und Hitler hat den Krieg gewonnen. Der 75. Geburtstag des Führers steht bevor und eine Annäherung an die USA zeichnet sich ab. Nicht, dass das Deutsche Reich dies nötig hätte: Es erstreckt sich Frankreich bis zum Ural, die Europäische Union ist ihm hörig. Gerüchte über den Verbleib der Juden im Osten können nie belegt werden und wollen eigentlich auch nicht bewiesen werden. In Berlin befinden sich an der Siegesallee riesenhafte Gebäude, am größten ist die Große Halle, in der der Petersdom 14-mal hinein passen würde.

Markant ist die allgegenwärtige Anwesenheit von Militär, SS und Geheimpolizei. Die Handlung ist eine recht konventionelle Kriminalgeschichte, die aber durch die irreale Realität und die Erkenntnisse des untersuchenden Kriminalpolizisten Xaver März eine ziemlich einmalige Spannung gewinnt. Harris macht schließlich nicht den Fehler, seinen Roman allein am detaillierten und glaubwürdig geschilderten Deutschland hochzuziehen, sondern erwähnt diese Dinge ganz am Rande, so wie sie den Romanfiguren eben alltäglich sind.

Die Kritik von SPIEGEL und Co. indes scheint einen einfachen Grund zu haben: Harris schildert ein Deutschland in den 60ern, in dem die Einwohner ohne Widerstand in einer Diktatur leben, bzw. mithelfen und wegschauen. Die gleichen Menschen, die in unserer Welt nach Kriegsende zu Verfechtern der Demokratie geworden sind. Egal, ob einfacher Bürger, oder hoher Kader, der in seinem Amt übernommen wurde.

Wer das Buch aber liest, wird merken, dass eine solche Version der Geschichte durchaus möglich gewesen wäre.

Das Jesus Video

Januar2003

Das war etwa die Zeit, in der ich alle möglichen Begebenheiten zu einem Artikel verwurstete. In diesem Fall mit dem grandiosen Roman “Das Jesus Video” aber durchaus gerechtfertigt. Und dass die Verfilmung zufälligerweise kurz vor Drucklegung ins Fernsehen kam, drückte dem Artikel noch den Stempel der Aktualität auf…

Das Jesus Video

„Haben Sie jemals ein Buch gelesen und dann den Film dazu gesehen, ohne enttäuscht gewesen zu sein? Genau diese Situation haben wir hier.“ Denn man ist dem „Jesus-Video“ auf der Spur, bei dem es sich nicht um einen italienischen Sandalenfilm aus den 50ern handelt, sondern um eine Videoaufnahme aus dem Palästina im Jahr 0035.

Aber der Reihe nach, sofern dies in einer Geschichte mit Zeitreise-Elementen überhaupt möglich ist: Bei einer archäologischen Ausgrabung in Israel findet der junge Amerikaner Stephen Foxx neben einem Skelett eine Bedienungsanleitung für eine Sony Videokamera, die erst drei Jahre später auf den Markt kommen wird. Doch nicht nur er, die Israelin Judith und ihr Bruder machen sich auf die Suche nach der dazugehörigen Kamera mit dem interessanten Video, sondern auch ein äußerst mächtiger Gegenspieler. John Kaun, Besitzer eines weltweiten Nachrichtenkanals und Geldgeber der Ausgrabung versucht, an die Aufnahmen heranzukommen, um die höchsten Einschaltquoten zu erreichen und nebenbei die katholische Kirche zu erpressen. Bis zum Ende, das im Prinzip der Anfang ist, geschehen dabei noch einige unerwartete Wendungen.

Andreas Eschbach schafft es durchweg, die Spannung auf einem hohen Niveau zu halten. Ein geradezu fieses Mittel dafür ist der häufige Szenenwechsel, der natürlich immer an den aufregendsten Stellen einsetzt. Und man sieht (wenn überhaupt) kurz auf die Uhr und liest dann doch mal schnell die nächsten 100 Seiten. „Das Jesus Video“ ist – wenn man so will – eine Art Popcornliteratur, denn wie bei dem oft verwendeten Begriff „Popcornkino“ fühlt man sich stets blendend unterhalten.

Die eigentliche Meisterleistung besteht jedoch darin, dass das Werk einerseits packend geschrieben ist, andererseits aber widerspruchslos recherchiert scheint. Eschbach hat sich selbst zeitweise gefragt: „haben die in der Landesbücherei jetzt überhaupt noch Bücher für die anderen Leute oder steht gerade alles bei mir hier herum?“ Tatsächlich stellt sich nach den vielen äußerst logischen Erklärungen und Theorien die Frage, warum diese Ereignisse nicht längst stattgefunden haben. Das Buch ist jedenfalls weitaus weniger Science Fiction, als das Zeitreise-Thema vermuten lässt. (Diese Zeitreise ist im übrigen auch schon fast logisch erklärt)

Deutlich bedeutsamer ist da schon die religiöse Seite des Thrillers. Ein Videobeweis für oder gegen Jesus muss Konsequenzen haben, und Andreas Eschbach beschäftigt sich mit diesen aus verschiedenen Blickwinkeln. Doch geschieht das nie aufgesetzt, sondern bettet sich zwangsläufig in die Handlung ein und lässt die Spannungskurve noch ein wenig schnittiger werden.

Kritikpunkte lassen sich kaum finden. Man könnte die Figurenkonstellation „gejagter Entdecker mit Fast-Freundin und einem Helfer“ gegen „einflussreiches Ekelpaket mit Helfern und einem Wackelkandidaten“ ankreiden, die ich fast genauso in einem Wolfgang-Hohlbein-Roman gelesen habe und deshalb ein wenig stereotyp fand. Und seltsamerweise hat mich auch der (fiktive) Schriftsteller nicht ganz überzeugt, obwohl er einige Parallelen zu Eschbach aufweist, der es schließlich wissen muss. Nun ja. Dafür ist ein Einfall einfach interessant: Die Beschreibungen der Umgebung und der Menschen sind aus dem Blickwinkel der handelnden Person geschrieben und somit stets etwas anders.

Ein wirklich spannendes, intelligentes und auch religiöses Buch also, das ich nur jedem empfehlen möchte. Insbesondere den Zuschauern des Films „Das Jesus Video“. Wie im Vorspann erwähnt, wurden nur Motive des Romans verwendet. Und so sieht sich diese „Verfilmung“ auch an: In mehr oder weniger sinnlosen Actionsequenzen hangeln sich die Akteure von einem Grundgedanken des Buchs zum nächsten und lassen sämtliche Raffinesse und auch den Realismus des Buchs außen vor. Wie bereits Eschbach sein Alter Ego im Buch sagen ließ: Von einer Buchverfilmung war man bisher immer enttäuscht.

Zwei Comedy-Science-Fiction-Romane

April2001

Wenn man parallel zwei Romane liest, die unmittelbar mit der Lieblingsserie – Star Trek – und mit den Lieblingskomikern – Monty Python – zu tun haben und die sich auch noch um die gleiche Thematik drehen – was tut man dann? Richtig: Man schreibt eine Doppel-Kritik! Viel mehr wüsste ich dazu auch nicht, außer, dass ich nicht unbedingt äußerst objektiv an die Sache rangegangen bin…

Zwei Comedy-Science-Fiction-Romane

Der Weltraum ist ein Platz für Helden. Hier kämpfen sie gegen böse Außerirdische und retten nebenbei noch ganze Planeten. Eine todernste Sache also. Wie inzwischen überall gibt es aber auch hier inzwischen Parodien. Zwei seien hier vorgestellt.

„Ich, Q“

Wieder einmal ein typischer Star-Trek-Roman möchte man meinen: Bekannte Elemente aus einer Serie werden aufgegriffen und neu miteinander kombiniert. Meistens läuft es darauf hinaus, dass die jeweiligen Captains einen uralten Krieg beenden. So sind die Bücher oft nur für Hardcore-Trekkies interessant.

Doch hier ist es etwas anders. Nicht nur, dass hier wirklich John De Lancie, der Schauspieler von eben diesem „Q“, mitschrieb. Auch geht es nicht um irgendeinen dummen Krieg, sondern um die Existenz des Universums. Zum Glück ist Q allmächtig, aber gleichzeitig auch ziemlich selbstherrlich – und so fängt auch das Buch an: „Ich, Q … Mein Instinkt veranlasst mich, mit mir selbst zu beginnen.“ Diese schon aus der Serie bekannte Überheblichkeit zieht sich durch die ganze Geschichte. („Vermutlich haben Sie von der literarischen Technik des allwissenden Erzählers gehört. Nun, ich eigne mich bestens dafür …, denn schließlich bin ich allwissend.“)

Ihm gegenüber steht Captain Picard, Captain der Enterprise, der schon einmal in einem von Q initiiertem Schauprozess die Menschheit verteidigen musste und immer wieder bemüht ist, Q die ständige Weiterentwicklung der Menschen zu beweisen. Da die Menschheit im Laufe der Zeit Q’s Lieblingsrasse und Q Picard’s nervendster Feind geworden ist, gibt es öfters wirklich witzige Gespräche. (Picard: „Hören Sie damit auf, meine Sätze für mich zu beenden.“ Q: „Reden Sie schneller, Picard.“)

Die eigentliche Handlung findet nur die nötigste Erwähnung. Nicht nur im Titel, überall heißt es „Ich, Q“, eine ständige Selbstbetrachtung, bei der man aber auch interessante Dinge erfährt, wie: Glaubt ein gottgleiches Wesen an einen Gott? Wie klingt der Todesschrei eines unsterblichen Wesens? Die Zerstörung der Galaxie gerät dabei als nervende Erscheinung in den Hintergrund. Nervend in der Hinsicht, dass alle, denen sie begegnen, sofort Q die Schuld in die Schuhe schieben. Und das, obwohl er doch seine Frau und sein Kind, Lady Q und q, retten möchte.

„Ich, Q“ von John De Lancie und Peter David; Heyne-Verlag; 13,90 DM

„Die Reise zum Mars“

Man kann Eric Idle keinen Vorwurf machen. Nur weil er ein Monty-Python-Mitglied ist, muss er nicht ein lustiges Buch schreiben. Auch die übrigen Pythons haben schon etwas anderes als Comedy getan: Terry Jones hat eine Dokumentation über Kreuzzüge gedreht, Terry Gilliam hat Regie bei „Twelve Monkeys“ geführt, John Cleese unterstützt James Bond und Graham Chapman ist gestorben. Also muss es auch Eric Idle gestattet sein, ein nicht komisches Buch zu schreiben. Dass der Verlag „ein urkomisch-kosmischer Roman“ raufgeschrieben hat, muss nichts heißen. Die müssen so etwas schreiben, weil sonst keiner das Buch kaufen würde.

Nur weil es nicht sehr witzig ist, ist es aber nicht unbedingt ein schlechtes Buch. Es ist eher eine leicht ironische Betrachtung der heutigen Comedy-Landschaft, die anscheinend aus selbstmord-gefährdeten Weißgesichtern und sexgeilen Rotnasen besteht. Diese Untersuchung über den Humor, seinen Sinn und seine Entstehung, die Doktorarbeit „De Rerum Comoedia“ eines David-Bowie-Androiden, bildet nur einen Handlungsfaden. Bei der Haupthandlung geht es um die Zerstörung einer Marskolonie, der die Hauptfiguren, natürlich zwei Komiker, nachgehen. Der dritte Handlungsfaden ist der des Erzählers, der nicht einfach die Haupthandlung erzählt, sondern auch von seinen privaten Problemen berichtet.

Das größte Problem besteht wohl in der Erzählweise. Der Roman besteht zu einem großen Teil aus Dialogen, wobei aber jegliche Bemerkung fehlt, wie etwas gesagt wurde. So gehen ursprünglich wohl witzig gemeinte Bemerkungen durch das durchgängig verwendete „sagte“ verloren. Nie findet sich ein Hinweis, ob eine Bemerkung ironisch oder sonst wie anders gemeint war.

Idle ist eben Schauspieler und somit Drehbuchleser.

Das Lesen lohnt sich aber schon allein wegen der „wissenschaftlichen“ Untersuchung des Humors von jemandem, der es schließlich wissen muss und wegen der Zitate bekannter Personen zum Thema Komik, die vor jedem Kapitel stehen.

„Die Reise zum Mars“ von Eric Idle; List-Verlag; 24 DM

Schlecht ist eigentlich keines dieser Bücher. Man muss sie nur mit der richtigen Erwartung lesen. So darf man nicht auf ein brüllend komisches Buch von Eric Idle hoffen, man bekommt dagegen eine wahrhaft interessante Untersuchung der gegenwärtigen Comedy-Entwicklung und Seitenhiebe auf deren Künstler.

Bei „Ich, Q“ ist es genau umgekehrt, eine nicht unbedingt spannende Geschichte, bei dem fast jedes Star-Trek-typisches Element fehlt, dafür aber mit zum Witzigsten im Star-Trek-Universum zählt.

Beide Bücher haben dennoch überraschende Gemeinsamkeiten, so beginnen „Ich, Q“ und „Die Reise zum Mars“ mit fast schon philosophischen Fragen, das erstere mit „Was ist Langeweile?“ und das andere Werk mit „Was ist Ruhm?“ Und in gewisser Hinsicht schreiben die Autoren über sich selbst: John De Lancie über seine Rolle und Eric Idle über seine Zunft.

Buchvorstellung: “Der Schlund“

April2001

Das Buch hatte mir meine Religionslehrerin Frau Güttler gegeben, und die tagesaktuelle Lage war sowieso recht brisant – der Bundeskanzler hatte den “Aufstand der Anständigen” nach Gewinnen der DVU gefordert und es war auch sonst einiges los.

Frau Güttler meinte zu meiner Kritik, dass es doch nur ein Buch für Jugendliche ist. Sie hatte Recht: Zu schade, dass solche Werke immer unterschätzt werden, sie sind oft prägnanter als manches “Erwachsenenbuch”.

Buchvorstellung: “Der Schlund“

Es gibt wieder Faschismus in Deutschland. Oder immer noch? Dass es wahrscheinlich noch nie ein Deutschland ohne Faschismus gab, dürfte wohl für niemanden mehr neu sein.

Neu ist auch nicht das hier vorgestellte Buch „Der Schlund“. Im Ersterscheinungsjahr 1993 gab es noch viele, die – stolz auf ihr Land – behauptet haben, dass hier niemand zu stolz auf sein Land ist. Dass dies lange davor nicht so war, 1993 nicht und heute erst recht nicht, ist vielmehr die bittere Wahrheit. Noch deutlicher wird dies beim Lesen dieses Buches. „Die Welle“ beschrieb, dass es prinzipiell immer und ständig möglich ist. Gudrun Pausewang zeigt, wie es ist, wenn, wieder einmal, aufgeblasener Nationalstolz, Hass und Angst auf und vor allem Fremden und leere Parolen die Macht ergreifen, bzw. wiedererlangen.

Das Buch erschien vor den DVU-Stimmen, vor „alltäglichen“ Ausländerhetzen und trotzdem sind sie hier beschrieben: eine rechte Partei, die Stimmen bekommt, bis die ihre Diktatur bekommt. Der Ausschluss von Andersaussehenden, Andersdenkenden, von allem Fremden, letztendlich gesteckt in „Umerziehungslager“.

Die Ereignisse in diesem Buch sind nicht eine Übertragung des Nazi-Regimes auf unsere Zeit – es ist das Nazi-Regime in unserer Zeit. Alles ist vorhanden: als Umerziehungslager getarnte KZs, strengst organisierte Jugend, Arbeit für alle (eine Mauer rings um Deutschland!), Bücherverbrennungen, die fast vollständige Unterwerfung aller, die Schaffung eines Führerkults, sogar ein Attentat auf diesen „Führer“ fehlt nicht.

Diese Geschehnisse, heute greifbarer als 1993, sind gleichzeitiger Plus- und Negativpunkt dieses Buches. Natürlich ist es erschreckend anzusehen, worauf wir uns zubewegen könnten. Aber für den, der nur ein wenig mit den Ereignissen ab 1933 vertraut ist, fehlt etwas wirklich Überraschendes. Etwas Neues, das aufzeigen könnte, das es eben jetzt und nicht vor 60 Jahren spielt. Dementsprechend einfach, geradezu arg stereotyp sind die Hauptfiguren dargestellt. Ein Großvater als Ehrenmitglied von immer extremer rechteren Parteien. Dagegen der andere Großvater, schon immer Gegner solcher Gesinnungen. Der Onkel als Kleiderhersteller, der bald sehr erfolgreich auf Uniformen umsteigt. Dagegen der Vater, ein Schriftsteller, der bald ins Exil nach Prag gehen muss („Ein Deutscher als politischer Flüchtling in den ehemaligen Ostblock, welch Ironie!“). Auf der einen Seite eine Familie, die ihr Leben für das neue alte System geben würde. Auf der anderen Seite eine Familie, die das ihre geben würde, um es wieder abzuschaffen. Doch diese und alle anderen Stereotypen haben immerhin eine Funktion – so werden die Geschehnisse allgemeingültiger reflektiert als es bei detailliert ausgeformten Rollen einerseits und bei bloßer Beschreibung der Politik andererseits möglich wäre.

Doch das allein reicht nicht. Der Leser vermisst Reaktionen aus anderen Bereichen des Lebens, aus der Wirtschaft, der Kultur und was um Himmels Willen treiben die Satiriker? Wahrscheinlich um die Taten der Hauptfiguren stärker in den Vordergrund zu spielen gibt es kaum eine Regung gegen die steigende Ausländerfeindlichkeit: kein „Rock gegen Rechts“, keine Lichterketten, keine Gegendemonstrationen. Die „paar Juden“, die es noch gibt, sind sofort weg. In unserer Wirklichkeit haben sie gerade erklärt, dass sie nicht gehen werden, sondern die, die nicht mit ihnen leben können. Doch dies sind die einzigen wichtigen Unterschiede zu unserer augenblicklichen Lage.

Denn der nachhaltige Eindruck besteht bei diesem acht Jahre Werk nicht in der Erzählung an sich, sondern in der Frage „Sind die Geschehnisse in unserem Land wirklich so leicht vorauszusehen?“

„Ich starr in den Schlund / bis hinab auf den Grund / und kann mich nicht rühren vor Grauen. / Und höb doch so gern / meinen Blick zu dem Stern, / zur Sonne, zum Himmel, dem blauen. / Ich starr in den Schlund, / in die Schwärze am Grund: / Gewürm, Gewalt, Verderben. / Ich hör mich schrei’n: / Stoßt mich nicht hinein! / Nein, so will ich nicht sterben! …“
-Das äthiopische Adoptivkind Jirgalem mit dem „Titellied“

The 1 and only 1?

Dezember2000

Eine meiner ersten Rezensionen. In der ich kurioserweise als beinharter Beatles-Fan sehr stark die “1”-Kompilation kritisierte, während sich ansonsten eine ungezügelte Beatles-Begeisterung breit machte. So kann’s manchmal gehen…

The 1 and only 1?

1 – Welch Bedeutungen verbinden sich allein mit dieser Zahl? Schon allein in der Schule gilt die Formel „Ne 1 – Geil!“ (Obwohl sich „Geins“ viel besser reimen würde) Oder sehen wir einmal den Bereich der natürlichen Zahlen: Die 1 steht ganz am Anfang (Es sei denn, wir beziehen die 0 mit ein, aber ich schweife ab) Oder nur die Ausdrücke erstklassig, einmalig, einzigartig und viele andere zeigen: die 1 ist eine Klasse für sich.

Wie die Beatles. Und das Verhältnis zwischen den Beatles und Platz 1 der Charts war schon immer ein besonderes. Nicht nur, dass 1964 drei Beatles-Titel gleichzeitig die oberste Chartposition New Yorks besetzten, hinderten sich 1967 „Penny Lane“ und „Strawberry Fields Forever“ gegenseitig daran, die 1 zu erreichen, weil sie als Single mit zwei A-Seiten veröffentlicht wurden..

So lag die Idee eigentlich ziemlich nahe, nach einem „Best of“ (das Blaue und das Rote Album) und der Veröffentlichung aller Singles auf zwei Doppelalben (Past Masters Vol. 1 und 2) alle Nummer-1-Titel auf eine Platte zu pressen.
Doch wusste man im Hause EMI anscheinend nicht, auf welches Land man sich beziehen sollte: Auf Großbritannien, der Heimat der Beatles, wo sie 18 mal Platz 1 erreichten. Oder auf die USA, in der sie 23 mal Platz 1 schafften. (Die Werte weichen je nach betrachtetem Chartsystem leicht ab) Wahrscheinlich gab es nur einen einzigen Grund, nicht ausschließlich die britischen 1s zu berücksichtigen: „Yesterday“. Der Titel, der in Großbritannien nie als Single erschienen ist, sollte natürlich auf ein Album, das 1 heißt.
Dies ist aber nicht das einzige Problem dieser Scheibe: die allererste 1, „Please Please Me“, ist nicht vertreten, dafür aber „Love Me Do“, die 1. Single. Zwar wurde der Titel nur in den USA 1, ebenso wie „Eight Days A Week“, „Come Together“, „Something“ „Let It Be“ und „The Long And Winding Road“, alle nur in den Vereinigten Staaten Nummer 1 und alle auf 1. Dagegen sind „From Me To You“, „Yellow Submarine“ und „The Ballad Of John And Yoko“: alle nur in England 1 geworden und ebenfalls auf dem Album 1.

Man sieht die Schwierigkeiten, die mit 1 verbunden sind. 27 Nummer-1-Titel sind eine beachtliche Zahl, stimmen aber nur bedingt. Eins ist 1 auf jeden Fall nicht: Die Zusammenstellung der besten Beatles-Titel, denn diese wurden selten als Single, höchstens als B-Seite, veröffentlicht. 1 ist vielmehr eine Sammlung von Songs, die irgendwo mal 1 waren, jetzt das Prädikat „digitally remastered“ bekamen und sich einigermaßen gut als weihnachtliche Beigabe zur „Anthology“ machen. Aber mehr auch nicht.

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