Ein offener Brief an die Menschheit

Ein ziemlich vergnügtes Stück über den Zustand der Schülerzeitung, das als Gag eigentlich redaktionsintern bleiben sollte. Letztlich wurde es aber zum Editorial der PeSt 4, da die zuständigen 13-Klässlerinnen eben wirklich total ausgelaugt waren.

Ein offener Brief an die Menschheit

Sehr verehrte Menschen und Lehrer!

Die 13-Klässler sind tot. Dies stimmte nicht nur zu DDR-Zeiten, auch jetzt hat diese Ansicht erschreckende Realität erlangt.

Rein äußerlich mögen diese Wesen ja noch einigermaßen gesund erscheinen, ihre Wangen sind noch nicht völlig blass und die Haut ist noch nicht sichtbar eingeschrumpelt. Dennoch zeigen sich ernstzunehmende Signale, so etwa der enorme Gewichtsverlust, der selbst mit einer extremen Brigitte-Diät nicht zu erreichen wäre.

Der eigentliche Verfall dieser ehemals quicklebendigen Menschen ist jedoch der innere. Nach monatelangem exzessiven Lernen scheinen sich erste Rückschritte in der Evolution bemerkbar zu machen. Man mag diesen U („Ich bin in einem Krea-Tief.“) und N („Ich schneid Dir alle Haare ab!!“) –Schülern, die entweder desinteressiert in einer Ecke sitzen oder panisch über das Schulgelände rennen, einfach nicht mehr abnehmen, dass sie rein theoretisch die intellektuelle Oberschicht der Schule darstellen sollten. Nein, sie sind auf dem absoluten Null-Level angelangt. Selbst Herr S. kann sich beherrschen.

Doch was kann für diese Ex-Menschen, nur noch ein schrecklicher Schatten ihrer selbst, getan werden? Ich denke, es gibt nur noch eine Lösung: Lassen wir sie doch verrecken und reißen die Macht in der Schülerzeitung an uns.
Spätestens nächstes Schuljahr.

Ein besorgter 11-Klässler

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