Story°Teller

Ein Lyrisches Ich tischt auf

Vorlage

April2010

Ach, was leben wir doch in einer durchorganisierten und effektiv strukturierten Welt! Hier wird sogar das Finden einer Partnerschaft zielgerichtet optimiert – aber: Warum muss das am Ende immer so zerfasern? Deswegen mein ganz spezieller Service mit dieser schönen Vorlage: Einfach benutzen und die Sache schnell und effizient klären.

Vorlage

Hiermit wird von meiner Seite aus die Beendigung der gemeinsamen Lebensabschnittsexistenz als gegeben beantragt. Diese Regelung betrifft mich als juristische Person sowie Sie in Funktion Ihrer Person bzw. Ihres Körpers bzw. einer Kombination beider Bestandteile, die eine Entsprechung in der bisher gültigen Regelung findet. Für die Entscheidungsfindung sind folgende Punkte einer nicht abschließenden Liste als relevant eingestuft worden:

  1. Die gemeinsame Zeit ist nicht unter ausreichender Maßgabe des Kriteriums der Effizienz geplant und durchgeführt worden. Insgesamt wurde insbesondere das Ergebnis des Kosten-Nutzen-Aspektes als nicht ausreichend evaluiert.
  2. Das Verhältnis wurde von Ihrer Seite aus in wiederholten Fällen durch das Schenken von rosenartigen Gewächsen, das Werfen von Blicken sowie den versuchten Vollzug körperlicher Handlungen beeinträchtigt. Dies führte insbesondere zu unter Punkt 1 aufgeführter Problematik.
  3. Unter Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist außerdem ein Ausschluss der als potenziell vollzugfähig einzustufenden Vorgänge als nicht hinnehmbar einzuschätzen. Um einer Zuwiderhandlung zu entgehen, erscheint es zweckdienlich, diese Beziehung auszusetzen und in diesem Zuge die Gleichbehandlung auf eben jene Personengruppen auszudehnen.

Weitere Angaben und Erläuterungen zu den oben genannten Punkten sind zu finden in Anhang 2 Abschnitt A.

Einer Fortführung der Planung der Durchführung der gemeinsamen Zukunftsentwicklung kann daher nicht entsprochen werden. Eine Verlängerung des Kontaktes unter besonderer Beachtung des freundschaftlichen Weges ist allerdings u.U. und in angemessenem Umfang möglich.

Mit freundlichen Grüßen,
xxx

(Dieser Brief wurde maschinell erstellt und ist daher auch ohne Unterschrift gültig.)

Die totale Ruhe

Januar2005

Nach ein paar Monaten hatte ich es tatsächlich geschafft, einen Text für die “UnAufgefordert”, die StudentInnenzeitung der HU, zu schreiben. Und einzureichen. Um dann festzustellen, dass man mich gar nicht ernst genommen hatte mit meinem tollen Text und überhaupt nicht veröffentlichte. War ja mal echt doof gelaufen.

Die totale Ruhe

Schlafen – da ist sich die Medizin recht einig – ist eigentlich recht gut. Doch gerade für Studierende stellt sich zwischen dem Besuch der Uni-Veranstaltungen, der gewissenhaften Nachbereitung des Stoffes, dem Schreiben von Hausarbeiten, der Föderung sozialer Kontakte und des Portmonnaie-Inhalts die Frage: Wann eigentlich? Im günstigen Fall bietet ein löcherig angelegter Stundenplan einige Zeitpunkte, doch wer die Universität (noch) nicht seine Heimat nennt, hat immer nach geeigneten Orten gesucht. Bis jetzt, denn hier stellen wir einige Schlafplatzstellen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen dem interessierten Publikum vor.

Lesesäle der Universitätsbibliothek

Pro
Direkt neben dem Hauptgebäude der HU findet sich eine Insel der Ruhe. Dort stehen mehrere Räume zur Verfügung, die sich allerdings im eingenickten Zustand nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Vereinzelt sind sogar gepolsterte Stühle zu finden! Fortgeschrittene Nutzer suchen sich übrigens zuvor repräsentative Bücher heraus, die vom umsitzenden Fachpersonal Respekt und und unbedingte Zustimmung entlocken.

Contra
Unbedingt daran denken: Es sind keine Kopfkissen vorrätig und eigene Pullover und/oder Körperteile können zu hässlichen Striemen auf dem Gesicht führen. Eine Rekonstruktion der getätigten Nichttätigkeit ist damit für findige KommilitonInnen möglich. Und es gilt meistens: Nicht auf fremde Bücher sabbern! Und wer weiß eigentlich, ob die Säle vor dem Schließen überprüft werden?

Cafés

Pro
Es gibt sehr viele davon und sehen sich doch fast alle ähnlich – kein Problem also, falls man bei einem Etablissement negativ aufgefallen sein sollte. Zudem überzeugen bequeme Sitzmöglichkeiten.

Contra
Dummerweise wird meist erwartet, in einem Café etwas zu erwerben, ein längerer Aufenthalt könnte somit deutlich zu Buche schlagen. Auch liegt der Geräuschpegel oft über der gewohnten Einschlafsituation, gleiches gilt für den Zigarettenqualm für Nichtraucher. Auch doof: Die schönen Sitzmöglichkeiten können nicht an anderen Orte genutzt werden.

Vorlesung

Pro
Irgendwo findet immer eine statt und irgendwo findet sich immer ein Platz und zum Schlafen liegt man sowieso lieber in einer Ecke. Hier herrscht meist entspannende Ruhe und falls vorne eine Person redet, lernt man im Schlaf gleich noch etwas. Die Veranstaltung kann also beruhigt angerechnet werden.

Contra
Irgendwann fällt der Lernkassette vorne auf, woher die Geräusche während der Vorlesung kommen. Und zumindest ein schlechtes Gewissen ist für ein stressfreies Ruhen doch sehr hinderlich. Zudem kann man nur hoffen, nach Veranstaltungsende nicht vergessen zu werden.

S-Bahnhof Friedrichstraße

Pro
Von diesem Verkehrsknotenpunkt sind die wichtigen Veranstaltungsorte erreichbar und mit etwas Glück kann man sogar eine Bank ergattern. Hierbei findet sich sogar ein sinnvoller Nutzen für abgetragene Kleidung, denn mitunter findet man beim Aufwachen einige Geldstücke neben der Schlafstatt. Eine enorme Kosten-Nutzen-Entspannungs-Rechnung!

Contra
Es gibt an diesem Ort Menschen, die aus verschiedenen Interessenlagen (S-Bahn-Mitarbeiter, Obdachlose) das eigene Wohlergehen zu hindern suchen. Zudem zählt so ein Bahnhof nicht gerade zu den Prestigeobjekten bei Mitstudierenden und Dozierenden.

Warteecken in Invalidenstraße 110

Pro
Es ist meist ruhig. Es ist meist dunkel. Es ist meistens leer.

Contra
Wenn man aufwacht, fühlt man sich wie in einer geschlossenen Anstalt.

Und falls man gefragt wird, wo man denn den ganzen Tag war: Natürlich in der Uni!

Rückblick: Das Sportfest 2003

September2003

Ich liebe ja Sportfeste. Und so kam es, dass ich einen Bericht über ein Sportfest schrieb, das es nie gegeben hatte. Und den Bericht sogar “postum” in der PeSt 11, der post-Abi-Ausgabe, anonym veröffentlichen ließ. Damit ist dies der letzte Text für die Schülerzeitung von mir. (Was im Übrigen völlig legitim war, hatte ich den Artikel schließlich noch zu Schulzeiten geschrieben)

Rückblick: Das Sportfest 2003

Das wohl traditionsreichste Ereignis unserer Schule hat nach Jahren des lustlosen Springens, Laufens und Werfens endlich wieder zu einem Höhepunkt gefunden. Das Sportfest ist nun endlich eine gewichtige Veranstaltung, die man nicht verstecken muss, wenn mal ein Fremder vorbei kommt. Vielmehr kann sich jeder, der beim diesjährigen Sportfest dabei, zu einer Elite zählen, die auch noch in 20 Jahren für aufwendig gestaltete Guido-Knopp-Dokumentationen zu diesem einmaligen Ereignis befragt werden wird.

Mit Recht: Schon allein die Eröffnungsrede von Frau Varga hat wohl in jedem Teilnehmer etwas bewegt: Bei vielen das Herz, bei anderen der Magen. Verständlich nach 3 Stunden extrem(istisch)er Redekunst. Ungefähr so müssen sich die Zuschauer von Bushs Rede „Zur Lage der Nation“ Anfang des Jahres gefühlt haben. Und tatsächlich: Hätte unsere Schule eine eigene Flagge – man hätte sie gehisst. Wenn es einen Fahnenmast gegeben hätte.

Nachdem die Spiele mit Anzünden des Olympischen Feuers (Weiden brennen ja soo schön) eröffnet worden waren, zeichneten sich in den einzelnen Disziplinen bereits erste Rekorde ab. Eine vollständige Auflistung würde – verständlicherweise – den Rahmen dieser Ausgabe sprengen. Und um an dieser Stelle Gerüchte der letzten Zeit zu klären: Es ist leider nicht möglich, die neuen Weltrekorde offiziell anzuerkennen, da die Messgeräte der Schule viel zu ungenau messen. Doch sind schon für das nächste Sportfest in zwei Monaten amtlich zugelassene Geräte erworben worden, die dann auch von amtlich anerkannten Prüfern bedient werden. Finanziert werden die Kosten von rund 10.000 EUR durch die Sponsorengelder des kommenden Festes, das bekanntermaßen in der Max-Schmeling-Halle stattfinden wird. Sollte der Raum nicht für den erwarteten Zuschauerandrang ausreichen, ist angedacht, einen Teil der Veranstaltung in das Olympiastadion auszulagern.

Damit erhofft sich die Schulleitung (seit letzter Woche das dynamische Duo Fr. Riedel/Hr. Paschmann) eine angemessene internationale Aufmerksamkeit, die beim vergangenen Sportfest eindeutig zu kurz kam. Die Anwohner der am Sportplatz angrenzenden Wohnblöcke wurden zwar durch die furios grandiose Musikuntermalung der 13-Klässler angelockt (und suchten oft nach einem Kassenhäuschen für das vermutete Musik-Festival), doch die Medien hielten sich zunächst zurück. Das DSF kam als erste Fernsehanstalt, jedoch nicht „mittendrin“, sondern erst zur Abenddämmerung, als die Schüler, die vom Weitspringen, Weitwerfen und Marathonlaufen nicht mehr abzubringen waren, durch Polizeieinheiten mit Betäubungsmitteln zur Ruhe gebracht werden mussten.

Wie gesagt: Ein unvergessliches Ereignis, das den grauen Schulalltag für einige Zeit vergessen ließ. Und diese Zeit könnte unter den derzeitigen Umständen wohl noch einige Jahre andauern.

Deutsche Bundeswehr – powered by emotions

März2003

In der Zeit, als mich die Bundeswehr ständig um irgendwelche Musterungen bettelte und ich mir langsam Gedanken um eine Verweigerung machen musste, war dies ein Weg, die ganze Idiotie dieser Institution aufzuzeigen. Tatsächlich waren ja das Anschreiben und die diversen Infomaterialen schon so unfreiwillig komisch, dass da schon Absicht dahinter stecken musste. Jedenfalls ist das meine persönliche Theorie…

Relativ früh plante ich einen Zweiteiler: Der erste Teil sollte die Situation vor der Musterung beschreiben, dies ist dieser Artikel. Der zweite Text war dann der Rückblick auf die Musterung: “das KWEA”. Beides übrigens nach der Musterung geschrieben.

Deutsche Bundeswehr – powered by emotions

Alte Taktiken einer veralteten Institution

Wahrscheinlich freut sich jeder Mensch, wenn er Post bekommt. Ja, wie hatte ich mich gefreut, als sogar ein relativ dickes Brieflein in meinem Briefkästchen lag! Jippie! Und es war sogar von Vater. Vater Staat hat mir geschrieben, weil er mich braucht. Darum diese Post von dem Reichswehrersatzamt.

Nun überrascht es aber doch ein wenig, dass er mich auf ein kleines Schwätzchen gleich nach Frankfurt (Oder) einlädt. Berlin wäre doch auch ganz nett. So ist es eben, wenn genau an der Staats-, äh, Stadtgrenze die Grenze gezogen wird. Dabei fühle ich mich doch ideologisch verbunden mit den Berliner Kreisamts-Herren – Rasen könnte ich wegen dem langen Weg! Dann geht’s also schön an die Ostgrenze zur Musterung. Musterung, Musterung… Klingt reichlich förmlich (Hoho, super Wortspiel: Form = Muster), oder? Natürlich wird man nicht nur einer ausgiebigen Musterung unterzogen (wobei mir der Begriff „Brautschau“ weitaus mehr zusagen würde), sondern auch der EUF, kurz Eignungsuntersuchung und Eignungsfeststellung. Echt der Hit! Werrrte Leserrr, ich zitierrre wörrrtlich: „Diese Untersuchung hat den Zweck, mit Hilfe psychologischer Tests herauszufinden, für welche militärischen Verwendungen Sie sich am besten eignen.“

Bitte!? Ich fühle mich, auch wenn dies recht subjektiv ist, nicht als ein Objekt. Ich möchte nicht militärisch verwendet werden. Ja, manchmal fühle ich mich wie eine Bombe und möchte einfach explodieren. Interessante und wohl auch überraschende Taktik, aber dann wäre ich in Israel wohl besser aufgehoben. Oder welche Verwendungen gibt es noch? Ersatz sein für einen Rammbock? Diese Tierschutzbewegungen erleichtern einem nicht unbedingt das Leben. Aber vielleicht komme ich gar nicht in den offensiven Bereich, sondern nur in den Transportbereich. Flugzeugträger? Wahrscheinlich, unsere Volksarmee muss schließlich auch sparen.

Außerdem werde ich gebeten, kurze Sport-/Badehose und Badesandalen mitzubringen. Also, es beunruhigt mich schon, dass das Wort “kurze” extra betont wird.

Weiterhin werde ich auf die beigefügten Informationsschriften verwiesen, „die Sie wegen der Bedeutung der dort getroffenen Aussagen lesen und aufbewahren sollten.“ Bedeutende Aussagen? Formulieren wir es einmal so: Der Herr Propagandaminister hat wieder ganze Arbeit geleistet. Nehmen wir nur einmal die hochwertig farbig bedruckte 64-seitige Broschüre „Ja ich bin dabei.“ (Anmerkung 1: Bei Überschriften steht normalerweise kein Punkt am Ende. Es sei denn, man möchte ganz bewusst einen Schlusspunkt setzen… ) (Anmerkung 2: Statt dieser 60 Jahre alten Parole, wäre ein moderner Spruch doch mal ganz nett. Vorschlag: „Ich bin on“ Da hat wohl jemand eher zugeschlagen, wie? Aber über solch primitive Kampftechniken seid Ihr ja längst hinweg… )

Schon im Vorwort lernt man eine Menge: „Doch was geschieht morgen? Niemand kann es vorhersagen.“ Endlich begreife auch ich das Wunder der linearen Zeit. „[Die Bundeswehr] ist wirksames Instrument deutscher Außen- und Sicherheitspolitik.“ Wahrscheinlich will man das Gegenüber mit den veralteten Panzern zum Lachen bringen. Und schließlich der Hammer: „Gelebte Demokratie heißt eben nicht nur nehmen, sondern auch geben.“ Ein geradezu philosophischer Satz, den man doch einmal in irgendeinem Unterrichtsfach interpretieren sollte. Doch was soll man außer seiner Stimme, seinen Steuern und seinem Vertrauen noch abgeben? Sein Leben? Dieses Prinzip der „gelebten Demokratie“ (Was ist eigentlich mit Frauen, die sich nicht einziehen lassen?) gibt es auch woanders: „Denken Sie an die gesetzlichen Krankenkassen oder die Arbeitslosenversorgung“ Ich muss sagen: Die Leute haben echt Humor!

Im folgenden Kapitel wird die Frage behandelt: „Warum brauchen wir Soldaten?“ (Untertitel: „Freiheit kann nur in Frieden gedeihen“ Gilt das auch für Büshe?) Wichtige Punkte werden aufgezählt: Schutz Deutschlands vor innerer und äußerer Gefahr, Sicherung des Friedens (Guckt mal, wir haben eine Armee: wir sind ein friedliches Volk), Sicherung des Weltfriedens und Hilfe bei Katastrophen. Allesamt wichtige Aufgaben, doch: Grunddienstleistende nehmen in der Regel nicht daran teil. Das wird nicht erwähnt, ebenso wenig, wozu man diese dann eigentlich braucht.

Viele weitere Themen werden noch angescho… äh… angeschnitten: „Warum Wehrpflicht?“ und es gibt Artikel über die Musterung und den Einstieg und dann noch etwas über die „Berufliche Weiterbildung“ (Untertitel: „Viel Preis für Fleiß“).

Für die verschwindend geringe Gruppe der Kriegsdienstverweigerer ist übrigens ein Eintrag im Glossar vorgesehen. Den Antrag sollte man vor der Einberufung stellen und er sollte einen ausführlichen Lebenslauf und eine äußerst ausführliche Begründung enthalten. Ist auch besser so rum. Wem würde schon viel einfallen, wenn er seinen Kriegsdienst begründen müsste?

Doch das ist nicht alles in der Wunderkiste unserer Bundesabwehr: Verschiedene Zettel liegen bei, die mehr oder weniger dezent auf eine freiwillige Verlängerung des Wehrdienstes hinweisen. Mit möglicher Auslandsverwendung. (Ja, sie verwenden mich im Ausland! Nicht-deutsche Ziele! Jippie!) Und dann ist auch noch eine Wegeskizze enthalten. Glaube ich zumindest, ist ja kaum etwas zu erkennen. Aber warum haben die extra ein paar Kreuze auf den Friedhof gezeichnet? Hätte das Wort „Friedhof“ nicht gereicht? Schließlich liegt das Wehramt woanders…

Der Brief ist unterschrieben mit „der Leiter“. Ziemlich unpersönlich. Führer Dich nicht so auf! Und dann ist noch ein Stempel auf dem Blatt: Bitte bringen Sie ein 2-Euro-Stück für die Nutzung des Umkleideschrankes mit. Kann man die Dinger nicht einfach mit einem Schlüssel sichern? Sie befinden sich schließlich nicht in irgendeiner Schwimmhalle, sondern im hochgesicherten Kreiswehrabsatzamt, Home of the Bundeswehr. Mann, wer denkt sich so was aus?

Wer von dieser Post nicht genug bekommen kann oder bis jetzt nicht zu den glücklichen Gewinnern zählte, kann sich auf www.bundeswehr.de ein Info-Paket zuschicken lassen: Darin erfährt man dann endlich, was „Innere Führung“ bedeutet. In einem 36-Seiten Heftchen wird erklärt, dass Führung in jeder Lebenslage wichtig ist, aber keiner weiß, warum. Das hat irgendwann irgendjemand gesagt und seitdem ist es so. Und es gibt ein Wehr-Fan-Heft, Titelthema: „Unteroffizier aktuell“. Zu sehen sind zwei Grinsebacken, die die Tarnfarben der Saison präsentieren. Auch wer etwas zu „Sachstand und Perspektiven“ wissen möchte, erhält eine Broschüre zu diesem Thema.

Also, werter Leser: Sollten Sie sich irgendwann einmal einsam fühlen, dann denken Sie daran: Irgendwo ist Ihre Personenkennzahl gespeichert und irgendwann Kriegen Sie auch Dich!

Das Horoskop

Oktober2002

Das Horoskop war für mich immer der Grund, jede neue Schülerzeitung an meinem Gymnasium zu kaufen. Völlig großartig wurden hier die typischen Horoskope parodiert, auch wenn die Autoren und Autorinnen immer wieder wechselten. Als ich selber in der Redaktion war, habe ich mich erst gegen Ende meiner Schulzeit da rangetraut und auch nicht alle Einträge selber verfasst. Soweit ich das jetzt noch ausmachen kann, dürften Wassermann, Fische, Widder, Zwillinge, Breks, Löwe, Jungfrau und Schütze von mir stammen. Die übrigen sind von Anne, die auch vorher ein paar unserer Horoskope geschrieben hatte.

Das Horoskop

Steinbock (22.12. – 20.01.)

Love: Wenn du noch breiter grinst, treffen sich deine Mundwinkel auf dem Hinterkopf, und du kannst dich vom oberen Teil deine Gesichts verabschieden.

Life: Ich hab’ dich ja gewarnt!! Ganz schon schwer, mit einem halben Kopf noch ernst genommen zu werden.

Lösung: Versuche so schnell wie möglich eine Kopfprothese aufzutreiben… und lerne Zeichensprache, die auch Blinde verstehen.

Wassermann (21.01. – 19.02.)

Love: Ja! Er/Sie ist es! Leider tötet er/sie dich.

Life: Davon kann ja kaum noch die Rede sein.

Lösung: Tja, schwierige Sache, wie wär’s mit Reinkarnation?

Fische (20.02. – 20.03.)

Life: Du wirst morgen früh um 9 Uhr 27 aufwachen. Zum Frühstück wirst du Nutella auf einem Mehrkornbrot von Kaiser’s und frische Milch von Mark Brandenburg haben. Danach wirst du mit einem Blick auf deine Swatch feststellen, dass du schon vor zwei Stunden hättest aufstehen sollen. Somit verpasst du die wichtigste Prüfung in deinem Leben, wirst nach zwei Jahren Putzarbeit in der Gosse landen und deinen Lebensfrühling in Wodka Gorbatschow ertränken.

Lösung: Hättest du nur das Horoskop in der PeSt gelesen…

Love: Wie kannst du in so einem Moment nur an Liebe denken?

Widder (21.03. – 20.04.)

Love: Deine Gedanken kreisen nur um den einen Gedanken: Kann ich den/die wieder umtauschen?

Life: Dein Tausch war perfekt. Jetzt hast du zwei Kamele, einen Sack Reis und eine schwangere Elefantenkuh.

Lösung: Das ist doch noch ausbaufähig, oder?

Stier (21.04. – 20.05.)

Love: Nicht alles in der Liebe kann immer funktionieren… Kopf hoch!

Life: Nicht alles im Leben kann immer funktionieren… Kopf hoch!

Lösung: Man beginnt, dich für arrogant zu halten. Trag die Nase vielleicht doch einen Tick tiefer.

Zwillinge (21.05. – 21.06.)

Love: Du hast dich verliebt, in das anmutigste und wundervollste Geschöpf dieses Planeten: in dich selbst.

Life: Nicht nur, dass deine Knutschereien mit Spiegeln, Wasserflächen, Schaufenstern und allen anderen Dingen, die dir das Wesen deiner Träume zeigen, nicht verstanden werden; auch Staat und Kirche sind nicht bereit, die selbstgeschlechtliche Liebe zu tolerieren.

Lösung: Versuche klar zu machen, dass du nur den Wohnzimmerspiegel heiraten willst. Für dich und deinen Liebling macht das sowieso keinen Unterschied.

Breks (22.06. – 22.07.)

Live: Limp Bizkit!

Lofe: Kekse für 1,99 bei ALDI!

Sölung: Pass auf, was du tagst und sust!

Löwe (23.07. – 23.08.)

Love: Du hast bisher die Liebe deines Lebens gesucht.

Life: Du suchst noch immer die Liebe deines Lebens.

Lösung: Mach was aus deinem Leben: Fang an, Horoskope zu schreiben.

Jungfrau (24.08. – 23.09.)

Love: Du schläfst.

Life: Du schläfst.

Lösung: Dreh dich auf die andere Seite, sonst gibt’s hässliche Striemen.

Waage (24.09. – 23.10.)

Love: Oh, naja, sehr optimistisch von dir, dass du hier wenigstens noch reinguckst. Aber auch diesmal: Fehlanzeige.

Life: Nicht aufgeben und so, nach Regen kommt auch mal Sonnenschein, du schaffst das schon, passiert allen mal, grün ist die Hoffnung…

Lösung: Schreib ein Motivationsbuch. Du dürftest mittlerweile schon jeden der wichtigen Sprüche gehört haben.

Skorpion (24.10. – 22.11.)

Love: Jetzt mal ehrlich: Das ist nicht dein Ernst oder?? Ich würde nie mit SO jemandem… nicht mal angucken!!! Aber okay, ist ja deine Beziehung, schmeiß dich doch weg.

Life: Langsam gehen dir die Hänseleien über deinen schlechten Geschmack auf die Nerven. Der grüne Schuh und der rosa geben doch einen tollen Kontrast!!

Lösung: Styleberater. BITTE! Meine Augen schmerzen…

Schütze (23.11. – 21.12.)

Love: Du hast dich verliebt. Kurz bevor du ihn/sie getötet hast.

Life: Was sein muss, muss sein: Du bringst auch dich um. Vielleicht gibt es ja ein Leben nach dem Tod! Oder ihr seid beide scheintot und könnt wiederbelebt werden! Oder ihr seid nur noch ein paar müffelnde Verwesende.

Lösung: Täusche deinen Tod nur vor, das erhöht wenigstens etwas die Chancen. Es sei denn, er/sie mag keine Heuchler.

Editorial der PeSt 6

Juni2002

Immer wieder ein altes Problem: Wie füllt man den Platz für ein Editorial aus, wo doch alles Wichtige sowieso schon in den Artikeln steht? (Logische Konsequenz dieser Frage wäre übrigens, wozu man denn ein Editorial braucht.) Jedenfalls zeigt sich, dass ich bei der Schülerzeitung durchaus in der Lage war, so eine Seite aus dem Stegreif mit Nichts zu füllen. Ob das nun gut oder schlecht ist, mag jeder für sich selbst entscheiden…

Editorial der PeSt 6

Hallo Groupies!

Wer sich nicht von bösen Gerüchten und unheimlichen Vorahnungen hat abschrecken lassen, der betritt nun eine wundersame Welt voll poetischer, aufrüttelnder und leicht kitschiger Literatur. Und vielleicht hat er auch diese PeSt dabei, während er in jener Welt unterwegs ist.

Dann kann er (bzw. sie bzw. es bzw. du) die (Ab-)Gründe eines der letzten Rätsel der Menschheit erforschen. Ein Rätsel, das so wichtig ist, dass es jede Unterrichtsstunde mindestens einmal herankommt, aber immer noch ein gewisses Mysterium darstellt: Die Lehrer.

Denn wer kennt sie wirklich? (Das war eine rhetorische Frage, also bitte nicht antworten!) Denn statt Erklärungen gibt es nur Theorien: Versuchen sie eine neue Gesellschaftsform zu testen und zu verbreiten? Die würde dann etwa so aussehen: 45 Minuten Diktatur (40 in einer reformierten Version und 90 in der feudalistischen), auf die eine 10minütige Revolution folgt, die letztendlich nur eine andere Diktatur zur Folge hat. Oder sind sie wie Geister, die solange am Ort ihrer Bildung verweilen müssen, bis sie ihre wahre Bestimmung entdeckt haben? Wer weiß schon, warum „Lehrer“ ein Komparativ ist? Und müssen wir Angst vor dem Superlativ haben?

All diese Spekulationen werden wir in dieser äußerst handlichen und geschmacklich neutralen Ausgabe nicht untersuchen, sondern ausschließlich Fakten nachgehen. Fakten und Fast-Fakten. Und Dingen, die in einem anderen Universum Fakten sein könnten.

Daneben kann der geneigte Leser Unmengen von Rück-, Vor- und Seitenblicken entdecken. Und wenn ein Text einem völlig blöd (vor)kommen sollte, einfach einen Euro-Schein als Opfergabe in den PeSt-Schrein neben dem schwarzen Brett werfen. Oder einen Psalm unter www.pest-online.de.vu hinterlassen.

Vielleicht wirst gerade du dadurch eine Eintrittskarte in die anfangs erwähnte Welt bekommen. Und falls du eintreten solltest, vergiss die PeSt nicht! Denn du weißt nicht, ob es in dieser Welt Stullenpapier geben wird…

Der Mann, den sie den Versprecher mannten

Ge- und verbrochen, ge- und versprochen

Mai2002

Die letzte meiner Glossen für die Homepage der Schule. Diese bleibt am dichtesten an einem Thema: der Homepage selber. Und sie wirkt dabei etwas zusammenhangloser als die anderen Glossen. Schon komisch.

Ge- und verbrochen, ge- und versprochen

Ja, wir geben es zu. Es führt kein Weg daran vorbei und wir würden unsere Seelen nur belasten, wenn wir die ganze Angelegenheit totschweigen würden, also schreibe ich es hier höchst offiziell und ohne unnötige Umschweife: Wir sind doof.

Dabei hatte alles so schön angefangen: Homepage für unsere Lieblingsschule aufbauen und Forum betreiben und so. Es sind sogar einige E-Mails angekommen, aber niemand, wirklich NIEMAND hat uns auf diesen verbrecherischsten, frevelhaftesten und einfach primitivsten aller möglichen Fehler hingewiesen. Ich kann mir richtig schön die Besucher von www.oadw.de vorstellen, wie sie kichernd oder sogar schon nach Luft japsend neben ihrem Computer hocken und immer wieder, manchmal im Lachen erstickt flüstern: “Hihi, die haben den Fehler immer noch nicht gefunden!” Ja, wirklich komisch. Jetzt sind wir wohl so etwas wie die Deppen der Nation: Wollen eine nette Homepage für ihre Schule betreiben und können nicht einmal mit Pluralformen umgehen. Wenn man so etwas bemerkt, zieht das ganze Leben vor dem geistigen Auge vorbei. Und das nur, weil dort “AG’s” steht. (Das war ein Zitat, klar? Den Fehler mache ich nicht wieder!)

Doch damit nicht genug: Nicht einmal das “s” allein wäre als Pluralform richtig. Grausam! Doch wie sollte dann die Abkürzung von “Arbeitsgemeinschaften” lauten? “AGen”? “AG”? “mehr als eine AG”? “nAG, wobei n eine natürliche positive Zahl darstellt, die identisch mit den auf dieser Seite genannten Arbeitsgemeinschaften ist”? Vielleicht sollten wir ein Meeting in der Redaktion abhalten. Bis dahin sollten wir die Seite auf schwäbisch machen. Entfernt zwar nicht den Fehler, aber dann denken die Leute wenigstens, dass das so sein muss. Falls wir zu keinem Ergebnis bei den Meetings kommen, dann könnten wir das Klorakel befragen. OK, das Klorakel ist sch***eiße, aber das liegt in der Natur der Sache. Gut, kommen wir zu einem anderem Thema.

Englischsprecher haben ein entspannteres Verhältnis zu unserer Schule. Wenn man hier die englische Beschreibung unserer Schule eingibt, nämlich “school next to the weide” (mir ist einfach nicht das englische Wort für Weide eingefallen), dann spuckt der Übersetzer aus: “School next to festivity” – “Schule neben der Festlichkeit”. Wusst ich’s doch: Wir wären besser in (oder bei?) Pisa, wenn wir mehr feiern würden.

Ist doch wieder einmal eine echt tolle Idee von mir, oder? Der Lobgenerator sagt “Damit hast Du es mal wieder allen gezeigt!” und er hat bestimmt recht damit.

Die perfekte Interpretation

Mai2002

Eine Art literarisches Sandsack-Boxen, wenn man so will: Äußerst seltsame Regeln und Anforderungen an Interpretationen ließen doch eine gewisse Wut gegen meine Deutschlehrerin in mir aufsteigen. Und da ich Interpretationen sowieso schon recht abgeneigt bin (und mich auch durch einen hervorragenden Text von Hans Magnus Enzensberger unterstützt fühle, bei dem ich allerdings vergessen habe, worum es darin eigentlich ging), ist dann dieser Text entstanden, der eigentlich auch schon als völlig normale Interpretation durchgehen würde. Und genau das ist das Kranke an Interpretationen…

Übrigens geht bei dieser Web-Darstellung leider verloren, dass sich die Zeilenangaben tatsächlich auf die entsprechenden Zeilen des Textes beziehen. Und bei der “feigen Sau” am Schluss handelt es sich um eine Anspielung auf “Zurück in die Zukunft”, weiß aber nicht mehr warum. Vielleicht hatte ich den Film kurz vorher gesehen…

Die perfekte Interpretation

Bei „Der perfekten Interpretation“ handelt es sich um eine Interpretation über „Die perfekte Interpretation“, die Anfang des 21. Jahrhunderts geschrieben wurde und somit zur Gegenwartsliteratur zählt. Diese literarische Epoche zeichnet sich vor allem durch Bezug zu aktuellen Ereignissen und einen für den gegenwärtigen Leser verständlicheren Stil aus. Der Text wurde vom Autor selbst verfasst, welcher einen eleganten Übergang von der Einleitung zum Hauptteil versucht.

Dieser gelingt allerdings nicht sehr geschickt, da der Hauptteil dieses interpretatorischen Textes mit dem Relativpronomen „dieser“ (Z. 6) eingeleitet wird. Da dies als zu starke Rückbeziehung dieses Hauptteils zur Einleitung nicht zulässig ist, kann der Leser nicht erkennen, wo sich dieser vorgeschriebene Schnitt zwischen Einleitung und Hauptteil befindet. Andererseits kann die ungewöhnlich häufige Wiederholung von diesem Pronomen „dieser“ in seinen verschiedenen Deklinationen (Z. 6–12) als ironische Kommentierung dieses Sachverhalts gewertet werden.

Den nächsten Textabschnitt möchte der Autor mit einer Alliteration anscheinend als aufregenden Absatz aufwerten (vgl. Z. 13–14), sodass dessen äußerst interessante Form als Kontrast zum völlig uninteressanten und aussagelosen Inhalt aufgefasst werden kann.

Wie ein Glashaus in Flammen erscheint der folgende Absatz, den der Verfasser mit einem „Glashaus in Flammen“ (Z.16) vergleicht. Dieser auf den ersten Blick völlig unverständliche Vergleich kann auch nach nochmaligem Lesen nicht entschlüsselt werden.

Doch beim dritten Lesen wird der sozialkritische und auch satirisch-chauvinistische Charakter der Metapher erkennbar. Das Glashaus steht hierbei für die durchsichtige und doch zugesperrte Welt, in der wir alle leben. Eine Welt, in der jeder Schritt beobachtet wird, jedes Steinewerfen Konsequenzen nach sich zieht. Eine Welt, die vorgibt, offen zu sein, aber in Wirklichkeit fest verschlossen ist, da im vorliegenden Text nie ein Schlüssel erwähnt wird. Und – das fragt der Autor nur indirekt – kann der Mensch in einer solchen Welt existieren, in einer künstlichen Welt, die mehr einem Versuchslabor gleicht? Und er gibt auch selbst die Antwort: „brennen“ soll dieses „Glashaus“. Dabei gibt der Autor die Schwierigkeiten zu, die sich aus der Befreiung aus der Unterdrückung ergeben, schließlich zeigt Feuer erst ab einigen tausend Grad Celsius eine Wirkung auf Glas. Doch diesen Widrigkeiten will sich der Verfasser stellen, er ist bereit für die Vernichtung seiner Welt, für die Zerstörung und den Blutfluss und natürlich für die bestialische Tötung all der Personen, die sich ihm in den Weg stellen. Im Zuge einer textimmanenten Interpretation sollten diese Gedanken im Bezug zur Tat von Erfurt gesehen werden. Da der Text einige Wochen davor entstanden ist, sollte mehr der vorhersagende Charakter der Metapher unterstrichen werden.

Den im Internet kursierenden Interpretationen, laut denen das „Glashaus in Flammen“ nur ein Beispiel für die gezielte Verwirrung des Lesers darstellt, muss entgegengehalten werden, dass sie nicht die perfekte Interpretation sind.

Nachdem sich der Autor fast abwertend über andere Vertreter der Gattung, welcher sein Text zuzuordnen ist, geäußert hat, fragt sich der Leser: Was kommt nun? Was erwartet mich? Welche Dinge werden mich jetzt überraschen? Welchen Sinn hat überhaupt dieses Stück Literatur? All diese Fragen hat der Verfasser geschickt in den Text eingearbeitet, und dieser Klimax lässt die Ungeduld des Lesers ins Unendliche wachsen. Einer solchen Übertreibung setzt der Autor bewusst ein einzelnes, völlig unerwartet stehendes Wort entgegen: „Nichts“ (Z. 41)

Abschließend kann ich feststellen, dass „Die perfekte Interpretation“ für mich zu den großartigsten und wohl einflussreichsten Werken der letzten 2000 und der kommenden 34 Jahren zählt. Vor allem die zurückhaltende, federleichte. differenzierte und doch so pointierte und mit ausschließlich notwendigen obszönen Ausdrücken (vgl. Z.1: „Interpretation“) versehene Sprache hat mich in meinem Glauben tief beeinflusst. Kritisch anmerken möchte ich allerdings, dass sich der Autor hinter einem Kürzel versteckt und somit eine feige Sau ist.

The Internet is watching you!

April2002

Die zweite (hier die erste) Internet-Glosse beschäftigte sich mit kleinen Spielereien im Netz, schlug aber auch einen Bogen zu eigenen Texten auf der Schulhomepage. Wenn ich das wieder einmal lese, frage ich mich, warum ich solche Texte eigentlich nicht öfters geschrieben habe…

The Internet is watching you!

Überwachung lauert heutzutage in jeder Ecke, niemand kann unbeobachtet einen Schritt tun.

Einen Staat wie Deutschland zu überwachen, ist jedenfalls kein Problem, jede Kleinigkeit hat das CIA gesammelt und aufgelistet. Hier stehen Dinge, die für die nationale Sicherheit eigentlich an erster Stelle stehen sollten: Unsere Ölpipelines haben eine Gesamtlänge von 2500 km, etwa 45,2 Mio. Festnetztelefone sind im Gebrauch, 1999 haben wir 39,5 Mill. kWh exportiert, der deutsche Botschafter in Washington heißt Jürgen Chrobog, im Juli 2001 hatten wir 6.289.994 weibliche Einwohner unter 14, und und und… Wer hier nicht an Kontrolle durch die CIA glaubt, der glaubt auch nicht an den Weihnachtsmann.

Wo bekommen Spionageoranisationen denn nun eigentlich solche Informationen her? So richtig weiß das niemand, aber dass schon mehr Informationen verbreitet sind, als uns lieb sein dürfte – das zeigt schon eine kleine Auswahl einiger Internet-Seiten.

Unter der unscheinbaren Adresse www.queschamp.de verbirgt sich offensichtlich ein Informationsnetzwerk für Agenten. Sie brauchen nur den Namen der zu überwachenden Person und einige gefährliche Eigenschaften eingeben, und schon zeigt die Seite, wovor sie sich am meisten hüten müssen. Im Fall vom stellvertretenden Schulleiter Herrn Triebe ist der Fall klar: Mit “41% reden” hat diese Organisation ganze Arbeit geleistet, auch die anderen Eigenschaften sind überraschend gut beobachtet. Es fragt sich nur: Von wem?

Denn nun müsste ich mir selbst Gedanken machen. Schließlich habe ich – verzweifelt wie immer – versucht, meine Chancen bei verschiedenen weiblichen Wesen mit Hilfe von www.lovecalculator.de herauszufinden. Aber selbst bei meiner eigenen Schule (es heißt ja schlieslich die Schule) ist das Ergebnis nieder schmetternd: Gerade einmal 55%! Doch beim Lesen der Bewertung von “DocLove” (der Name ist ja schon ein Hinweis auf einen Agenten) beginne ich mich zitternd umzuschauen. Für ihn “keimt Hoffnung auf eine funktionierende Beziehung”, und gibt der “Kombination durchaus Chancen auf Harmonie und Zufriedenheit”. Unheimlich, ich könnte mein Verhältnis zu dieser Schule nicht besser beschreiben. Wer verbreitet bloß diese intimen Details über mich im Netz?

Könnte es meine Tanzpartnerin sein, weil ich sie in meinem Schulball-Artikel so gedemütigt habe? Das war doch nicht böse gemeint! Oder ist es ein Leiter einer der Sport-AGs? Weil diese in meiner Vorstellung der Tanz-AG nicht so gut weggekommen sind? Seid Ihr nachtragend… Oder gar der Punkt, dem der Artikel über ihn eine regelrechte Persönlichkeitsspaltung brachte und der jetzt ein klägliches Dasein als Doppelpunkt führt: Lass mich doch endlich in Ruhe! Ihr macht mich alle wahnsinnig!

Und außerdem habe ich Hunger.

Und ich werde meinen Döner an einem Ort essen, der hier nicht drin steht. Das wars wohl mit der Überwachung, wie?

Basti’s Seite (wieder mal)

Januar2002

Eine etwas krude und etwas strukturlose Mischung aus einer eigenen Version eines Liedes aus einem der Otto-Filme und der Anti-Liebes-Thematik aus “Nur Du”.

Und man beachte den Selbstbezug auf Zacharias R.!

Nichtsdestotrotz ist dies wie schon der erste Basti-Text ziemlich gut bei der Leserschaft angekommen. Was das für den Bildungsstandort Deutschland bedeutet, mag jeder für sich entscheiden.

Als ursprünglich aus verschiedenen realen Personen zusammengesetzte fiktive Person, war ein Erlebnis mit einem weiteren Basti Grund dafür, diese Reihe nicht weiter fort zu setzen.

Basti’s Seite (wieder mal)

Hallo Freunde!

Ich habe ein Lied geschrieben. Und sofort zu „Toll oder Oll?“ geschickt. Nur mal unter uns: Das wird ein großer Hit, schließlich singe ich das auch! Und ihr seid die Ersten, die den Text haben, noch vor der Bravo! Zugegeben, ein paar Ideen sind aus der Zacharias-R.-Anthologie „The Un(dis)covered R.“ übernommen. Nämlich aus „You’re the Pain when I Play”. Deshalb hat mein großes Vorbild eine Nennung als Autor bekommen.

Du bist das Ei, das ich in die Pfanne gehauen hab (P./R.)

Du bist ne Zahl in meinem Wecker.
Du bist das Buch,
das ich nie las.
Du bist der Kratzer
in meiner CD.
Du bist der Kopf
auf deinem Körper.
Du bist die Angst
vor der Klausur.
Du bist die Lücke
in meinem Gebiss.
Du bist die Garantie,
die gerade abgelaufen ist.
Du bist die Scheibe
in meinem Fenster.
Du bist der Widerspruch
in der Relativitätstheorie.
Du bist der Vertretungsplan,
der nicht mehr gilt.
Du bist das Wortspiel,
das keiner versteht.

Fantastisch, oder?
Wusst ich’s doch!

Euer Basti

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