The Internet is watching you!

Die zweite (hier die erste) Internet-Glosse beschäftigte sich mit kleinen Spielereien im Netz, schlug aber auch einen Bogen zu eigenen Texten auf der Schulhomepage. Wenn ich das wieder einmal lese, frage ich mich, warum ich solche Texte eigentlich nicht öfters geschrieben habe…

The Internet is watching you!

Überwachung lauert heutzutage in jeder Ecke, niemand kann unbeobachtet einen Schritt tun.

Einen Staat wie Deutschland zu überwachen, ist jedenfalls kein Problem, jede Kleinigkeit hat das CIA gesammelt und aufgelistet. Hier stehen Dinge, die für die nationale Sicherheit eigentlich an erster Stelle stehen sollten: Unsere Ölpipelines haben eine Gesamtlänge von 2500 km, etwa 45,2 Mio. Festnetztelefone sind im Gebrauch, 1999 haben wir 39,5 Mill. kWh exportiert, der deutsche Botschafter in Washington heißt Jürgen Chrobog, im Juli 2001 hatten wir 6.289.994 weibliche Einwohner unter 14, und und und… Wer hier nicht an Kontrolle durch die CIA glaubt, der glaubt auch nicht an den Weihnachtsmann.

Wo bekommen Spionageoranisationen denn nun eigentlich solche Informationen her? So richtig weiß das niemand, aber dass schon mehr Informationen verbreitet sind, als uns lieb sein dürfte — das zeigt schon eine kleine Auswahl einiger Internet-Seiten.

Unter der unscheinbaren Adresse www.queschamp.de verbirgt sich offensichtlich ein Informationsnetzwerk für Agenten. Sie brauchen nur den Namen der zu überwachenden Person und einige gefährliche Eigenschaften eingeben, und schon zeigt die Seite, wovor sie sich am meisten hüten müssen. Im Fall vom stellvertretenden Schulleiter Herrn Triebe ist der Fall klar: Mit “41% reden” hat diese Organisation ganze Arbeit geleistet, auch die anderen Eigenschaften sind überraschend gut beobachtet. Es fragt sich nur: Von wem?

Denn nun müsste ich mir selbst Gedanken machen. Schließlich habe ich — verzweifelt wie immer — versucht, meine Chancen bei verschiedenen weiblichen Wesen mit Hilfe von www.lovecalculator.de herauszufinden. Aber selbst bei meiner eigenen Schule (es heißt ja schlieslich die Schule) ist das Ergebnis nieder schmetternd: Gerade einmal 55%! Doch beim Lesen der Bewertung von “DocLove” (der Name ist ja schon ein Hinweis auf einen Agenten) beginne ich mich zitternd umzuschauen. Für ihn “keimt Hoffnung auf eine funktionierende Beziehung”, und gibt der “Kombination durchaus Chancen auf Harmonie und Zufriedenheit”. Unheimlich, ich könnte mein Verhältnis zu dieser Schule nicht besser beschreiben. Wer verbreitet bloß diese intimen Details über mich im Netz?

Könnte es meine Tanzpartnerin sein, weil ich sie in meinem Schulball-Artikel so gedemütigt habe? Das war doch nicht böse gemeint! Oder ist es ein Leiter einer der Sport-AGs? Weil diese in meiner Vorstellung der Tanz-AG nicht so gut weggekommen sind? Seid Ihr nachtragend… Oder gar der Punkt, dem der Artikel über ihn eine regelrechte Persönlichkeitsspaltung brachte und der jetzt ein klägliches Dasein als Doppelpunkt führt: Lass mich doch endlich in Ruhe! Ihr macht mich alle wahnsinnig!

Und außerdem habe ich Hunger.

Und ich werde meinen Döner an einem Ort essen, der hier nicht drin steht. Das wars wohl mit der Überwachung, wie?

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