Macht

Ein Gedicht, das ganz wunderbar-schrecklich mit dem früher verfassten “Freude” zusammen funktioniert.

Basiert lose auf Ideen, die ich seit Oktober 2002 hatte, als man Werke zum Thema “Angst” zum Berliner Dom senden konnte. Die eingesandten Werke wurden dann in einem Heft gesammelt, das dann in der Dom-Nacht verteilt wurde. Meins kam wohl etwas spät…

Ganz überraschend für mich: Nachdem nun der Deutschunterricht hinter mir lag, habe ich die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten recht absichtlich benutzt. Und gleich noch ein paar neue erfunden: Das totale Aufbrechen des Reimschemas zum Ende hin etwa. Aber ich will ja keine Interpretation schreiben…

Macht

Klare Nacht –
So wärmend kalt,
Sternenklar
Und wie es war:

Du sitzt in geschwärzter Helle
Nicht allein und doch verlassen
Und versuchst bei all der Schnelle
Langsam, langsam zu vergessen.

Vergessen den Schmerz, die Leiden,
Die Flucht und das Harren danach.
Und kannst noch nicht entscheiden
Warum – warum all dies geschah.

In Scharen ziehen sie umher;
Mit brüllenden Schreien verstören sie die säuselnde Nacht.
Und sie erfreuen sich nun sehr
An ihrer gewaltigen Macht.

Du atmest kurz und still
Dein Herz wie Donnerschlag
Deine Augen hell
Gedanken karg
Zitterst
Angst

Aus der Ferne
Rufe gebrüllt
Wie wild
Schritte getreten
Wie Wild

Näher

Du…

Umringt
Von bleichen Schatten
Die dich verraten
Siehst die Flucht nur
In der Flucht
Vor der Flucht
In die helle Schwärze

Klare Nacht –
So wärmend klar
Sternenkalt
Und bald nicht wahr.

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