Kinokabaret: Wo kleine Filme ganz groß sind

Eine kleine Rezension für die UnAufgefordert. Oder fürs Kinokabaret. Na, wieauchimmer…

Kinokabaret: Wo kleine Filme ganz groß sind

Wenn in jedem Haushalt eine Leinwand mit Beamer steht, wer will da noch ins Kino? Dorthin, wo alle großen Menschen vorne sitzen, ihr teures Popcorn an die Sitzbezüge kleben und ständig dazwischen quatschen und an unmöglichen Stellen lachen? Dass Kino doch noch ein tolles Erlebnis ist, zeigen die Macherinnen und Macher von Kinokabaret.

Kinokabaret gibt es seit einigen Jahren in Berlin und wird von der Gruppe KinoBerlino organisiert. Internationale Amateure und Profis produzieren Kurzfilme innerhalb von 48 Stunden und präsentieren sie gemeinsam im Kino. Die Filme von 2008 gibt es nun in einer Box mit drei DVDs. Über 50 Kurzfilme sind es insgesamt, der kürzeste Beitrag ist 22 Sekunden lang, die längsten dauern 10 Minuten. Die „Kinos“, wie sie von ihren Machern genannt werden, schwanken dabei handwerklich zwischen stimmungsvoller Hollywood-Optik und wackelnden Bildern in dunklen Gassen. Doch überall zeigt sich eine Kreativität, die verschiedene kinematographische Möglichkeiten austestet: Stop Motion mit Playmobil-Figuren, Handys oder echten Menschen, Film Noir oder Computerspiel, Stummfilm oder Berlinfilm, Märchen und Horrorfilm. Und an eine krude Porno-Heimatfilm-Allegorie hat man sich auch gewagt. Die Pointen fallen bisweilen seltsam aus und der Sinn von manchem Kurzfilm kann noch diskutiert werden, wenn schon der nächste Beitrag läuft. Die DVD eignet sich also auch zum gemeinsamen Anschauen. Mit Beamer, Leinwand und Popcorn geht’s am besten.

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