Story°Teller

Ein Lyrisches Ich tischt auf

Realitätsflucht

April2009

Wenn man nur lange genug die Augen verschließt, lebt man manchmal doch besser. Oder nicht?

Realitätsflucht

Renn, renn, nimm die Beine in die Hand,
sonst schnappt dich die Wahrheit hintendran.
Sie bellt, sie schnappt, komm nicht näher ran!
Lauf, lauf, aber sie kriegt dich doch, irgendwann.

Still, still, lass die Hände in der Tasche drin,
berühre ihn bloß nicht, den wahren Sinn.
Er brennt, er schmerzt und schon bist du hin.
Drum wende dich ab, solange es geht, bis dahin.

Doch irgendwann kommt die Realität angekrochen
ganz unerwartet kommt sie an die Kehle geschlichen
und schnürt sie zu. Du kannst nichts dagegen machen.

Darum also versuche schnell von ihr abzuhauen,
so schnell wie möglich und ohne zu schauen,
denn kannst doch nichts und niemandem trauen.

Flieh, flieh, vor allem, was Vertrauen weckt!
Entflieh allem, worin Ehrlichkeit du entdeckst!
Ja, flüchte: vor allem, wenn es Sicherheit verspricht
und stolpere nicht.

 

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Der Eintrag gehört zu Gedichte | von Silvio Schwartz

3 Kommentare zu “Realitätsflucht”

  1. Nadja sagt:

    Wow, das gefällt mir sehr gut… vor allem auch, weil so viel >Wahrheit< drin steckt und du (mir vertraute) Gedanken und Gefühle so treffend in Worte gefasst hast.

  2. ka. sagt:

    wunderbar & wahr, woher weißt du soetwas?
    Das Gedicht sollte nie bei der Definition “Realitätsflucht” fehlen.
    Gr.,Ka.

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