Ode an den Fernseher

Der schmalzig-preisende Ton der Oden hatte es mir angetan, irgendeine muss wahrscheinlich im Deutschunterricht Thema gewesen sein.

Dies war auch einer der ersten Texte, die ich bei der Schülerzeitung eingereicht hatte. Mehrmals. Aus irgendwelchen Gründen ist er da nie veröffentlicht worden.

Ode an den Fernseher

O, du wunderbarer Kasten,
wir stürmen zu dir ohne Ruhen und Rasten!
Mit hübschen Bildern verzauberst du unseren Geist.
Die sich dazu noch bewegen meist!!
Wie wäre die Welt ohne dein Dasein?
Sie wäre bestimmt sehr klein!
So haben wir nicht die Qual herauszugehen –
Wir können uns ja alles bei dir ansehen.
Du bist ein Helfer in allen Lebenslagen,
denn du beantwortest alle unsere Fragen.
Aber Was ist, wäre das Bild plötzlich weg?
Herrjemine! Oh Graus! Oh Schreck!
Dann müßten wir klopfen, suchen,
Weinen, brüllen und auch fluchen!
Und im plötzlich wiederbelebten Bauch die Wut –
da rufen wir einen klugen (aber teuren) Mann
um zu machen dich heil und gut.
Ja ‚da bist du – gesund und frisch –
auf deinem altbekannten Tisch.
Oh – jetzt muß ich aber aufhören und gehen –
ich möchte doch die nächste Sendung sehen.

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