Die Osterweiterung ist beschlossen!

Das war es: Das letzte große Projekt meiner Klassenstufe und im Prinzip auch mein letzter großer Bericht für die Homepage-AG.

Schon recht seltsam, wie wir doch recht albern bei der ganzen Sache wurden… Aber es war ja auch schon alles vorbei…

Die Osterweiterung ist beschlossen!

Zugegeben: Es ist nicht die echte große Osterweiterung, auf die sich am 21. März die PW-Teilnehmer der 13. Klassen einigten. Doch es ist zumindest die echte Osterweiterung, über die gesprochen, debattiert und verhandelt wurde.

Dies geschah in einem Planspiel, das vom Juniorteam Europa durchgeführt wurde – in diesem Fall von der Studentin Imke Klie und dem freien Journalisten Marco Heuer. Am 20. März traf man sich morgens um acht Uhr in den Räumlichkeiten der Humboldt-Universität und verteilte nach einer kurzen Erläuterung des Projekts die Rollen. Die Schüler konnten sich dabei für die Kommission, den Rat der europäischen Union, das europäische Parlament, die Bewerberländer und die Presse entscheiden. Jeder Teilnehmer des Rates erhielt dann zufällig die Rolle eines Mitgliedlandes mit zugehörigem Profil. Es war also nicht so, dass man nach persönlichen Interessen handeln sollte, sondern eher die verschiedenen Ansichten innerhalb der Union nachvollziehen sollte. Ähnlich lief es bei den Bewerberländern ab, die im Rahmen des Planspiels allerdings auf Lettland, Zypern und die Türkei zusammengeschrumpft waren. Wie sich zeigen sollte, war eine solche Verkürzung aber auch nötig, um das gesamte Projekt innerhalb von zwei Tagen beenden zu führen können.

Am ersten Tag lag es bei Kommission, Rat und dem Parlament, eigene Positionen zu den Bewerbern zu finden. Deren Vertreter stellten ihr Land natürlich im besten Licht dar und mussten sich den Fragen der Institutionen stellen. Deutlich wurden dabei die oftmals gegensätzlichen Ziele und Interessen der europäischen Länder. So war es nicht selten, dass man sich mit Schulkameraden erhitzte Diskussionen über ethnische Konflikte in Zypern oder das lettische Bruttosozialprodukt lieferte. Hinzu kamen die Medienvertreter, die Interviews führten und “Skandale” aufdeckten. Nach dem Ausschluss der Türkei von den Beitrittsverhandlungen am folgenden Tag hing etwa die Schlagzeile “Unglaublicher Skandal – Kommission korrupt!?” aus.

Die Beitrittsverhandlungen fanden dann am nächsten Tag im symbolträchtigen Container statt. Wiederum trafen sich die Gremien, um über den Beitritt von Lettland und Zypern zu verhandeln. Auch hier brauchten die Teilnehmer aufgrund ihrer verschiedenen Auffassungen längere Zeit. Zu den Abschlussreden von Parlament, Rat und Kommission kam es schließlich zur Mittagsreden: Zyperns Aufnahme ist 2004 genehmigt, wenn die territorialen Uneinigkeiten mit der Türkei geregelt sind und Lettland wird etwas später aufgenommen, da die Wirtschaft des Landes noch etwas stärker werden muss.

Den Abschluss der zweitägigen Veranstaltung bildete eine Fragestunde mit Dagmar Rothberendt und Silvia Kaufmann, Abgeordnete des Europa-Parlaments. Deutlich wurde dabei, dass diese Institution mittlerweile einen erheblichen Einfluss auf Vorgänge in den EU-Ländern besitzt, dass dies allerdings in der Bevölkerung kaum wahrgenommen wird. Interessanterweise sind die Entscheidungsfindungen im EU-Parlament weniger polemisch als im Bundestag, sondern sind weitaus sachlicher geprägt.

Somit wurde dieses PW-Projekt zu einer äußerst interessanten Abwechslung zum täglichen Frontalunterricht. Schade nur, dass das Thema nicht weiter im Unterricht aufbereitet wurde. Aber auch so kann man als Schüler ganz stolz darauf sein, weitaus schneller als die “echten” Verhandlungen zu einem akzeptabeln Ergebnis gekommen zu sein.

An beiden Tagen wurden die 13-Klässler übrigens von einem Kamerateam umlagert, das für eine Liveübertragung auf www.schulweb.de sorgte. Außerdem sollen die Aufnahmen auf CD-ROM übergeben werden.

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